Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Im Bundesweiten Verzeichnis befinden sich derzeit insgesamt 126 Einträge: 113 Kulturformen und 13 Modellprogramme zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes.

Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zeigt exemplarisch, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen in Deutschland praktiziert und weitergegeben werden. Es würdigt kreative und inklusive Kulturformen und deren reichen Schatz an Erfahrungswissen.

Im Bundesweiten Verzeichnis befinden sich derzeit insgesamt 126 Einträge: 113 Kulturformen und 13 Modellprogramme zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes (Gute Praxisbeispiele). 

Das Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und die Vielfalt immaterieller Kulturformen in und aus Deutschland sichtbar machen. Es wird in einem mehrstufigen Verfahren von der Deutschen UNESCO-Kommission und verschiedenen deutschen staatlichen Akteuren erstellt. Die Vorschläge für das Verzeichnis kommen direkt aus der Zivilgesellschaft.

Das Verzeichnis ist keine Erfassung des „deutschen Erbes“. Es zeigt vielmehr lebendige kulturelle Traditionen und Ausdrucksformen, die in Deutschland praktiziert werden. Die in das Verzeichnis aufgenommenen Kulturformen sowie ihre Träger stehen exemplarisch für die Kreativität, den Innovationsgeist und das Wissen unserer Gesellschaft.

Die Aufmerksamkeit soll dazu führen, dass gelebte Traditionen, die heute in Deutschland von Gruppen und Gemeinschaften praktiziert werden, erhalten, fortgeführt und dynamisch weiterentwickelt werden können.

Termine

19. bis 21. November 2021
Deutsches Musiktreffen 60plus
16. bis 19. Dezember 2021
11. Louis Lewandowski Festival

Kulturformen

Musik, (Körper-)Sprache & Darstellende Kunst

Die verschiedenen Formen beispielsweise von Tanz, Theater, Musik oder (Körper-)Sprache als Träger immateriellen Kulturerbes fördern Achtung vor menschlicher Kreativität und kultureller Vielfalt. Sie passen sich in ihrer Erhaltung und Gestaltung an gesellschaftliche Entwicklungen an, umfassen zudem auch Improvisation und künstlerisches Schaffen. Darüber hinaus tragen sie zur Bewusstseinsförderung und Wertschätzung in Bezug auf die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes bei.

Bräuche und Feste im Jahreslauf

Gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste finden oft zu zeitlich fest definierten Tagen oder Jahreszeiten statt. Sie bringen Menschen zusammen und basieren auf zivilgesellschaftlichem Engagement. Außerdem fördern sie ein Gefühl von Identität und Kontinuität. Gleichzeitig passen sie sich an gesellschaftliche Veränderungen an und entwickeln sich in ihrer Praxis fortlaufend weiter.

Mensch und Natur

Wissen und Bräuche mit Bezug zu Natur und Universum gehören ebenfalls zum immateriellem Kulturerbe. Sie betreffen vielfältige Aspekte der ökologischen, ökonomischen oder sozialen Nachhaltigkeit. Dazu gehören beispielsweise Fragen zu Umweltbewusstsein oder Tierethik. Insbesondere die Ausprägung der Beziehung zwischen Mensch und Natur spielt hierbei eine wichtige Rolle, weshalb die Gemeinschaften ihr Kulturerbe in Auseinandersetzung mit Umwelt und Natur ständig neu gestalten.

Handwerk

Handwerkstechniken und Handwerkskünste sind vielfältig und fußen auf einer breiten Tradition. Trägergruppen geben ihr Wissen und Können insbesondere in Theorie und Praxis an jüngere Generationen weiter und leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt und menschlichen Kreativität. Für die Umsetzung sind sie oft auf Werkzeuge und materielle Ressourcen angewiesen. Dabei erhalten und gestalten sie auch das materielle Kulturerbe ihrer Gemeinschaft fortlaufend mit.

Leben in Gemeinschaft

Immaterielles Kulturerbe stärkt den sozialen Zusammenhalt, indem Menschen zusammenkommen, sich selbst organisieren und gemeinsam an immateriellen Kulturformen teilhaben. Auch sie sind Ausdruck menschlicher Kreativität und kultureller Vielfalt, vermitteln ein Gefühl von Identität und werden durch ihre Gemeinschaften und die Interaktion mit ihrer Geschichte und Umwelt stetig weiterentwickelt.

Modellprogramme der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes

Das Register Guter Praxisbeispiele macht erfolgreiche und innovative Programme und Projekte sichtbar, die den Grundsätzen und Zielen des Übereinkommens zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes in besonderer Weise entsprechen. Es fördert eine nachhaltige Praxis zur Pflege, Entwicklung und Weitergabe Immateriellen Kulturerbes. Die Modellprogramme und -projekte stehen beispielhaft für effektive Maßnahmen zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes und sollen zur Nachahmung anregen.

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Deutschland ist dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes 2013 beigetreten. Dieser Schritt ist eine Wertschätzung und Anerkennung überlieferten Wissens und Könnens. Ziel ist, die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland und weltweit zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.
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