Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Flößerei

Flößerei ist der Transport von Holz auf dem Wasserweg aus holzreichen in holzärmere Gebiete. In der Vergangenheit hat die Flößerei in Deutschland angesichts eines riesigen Holzbedarfs in allen Lebensbereichen der Gesellschaft eine herausragende Rolle gespielt. Nur durch die Flößerei konnte dieser Bedarf gedeckt werden. Sie wurde auf nahezu allen Gewässern, auf kleinen Bächen ebenso wie auf den großen Flüssen, betrieben.

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2014
  • Verbreitung: deutschlandweit darüber hinaus
  • Zentraler Termin: ganzjährig

Kontakt

Deutsche Flößerei-Vereinigung
Martin Spreng
martin.spreng@t-online.de
www.floesserei-vereinigung.de

Flößerei wird nicht nur in Deutschland sondern auch in zahlreichen anderen Ländern in Europa und der Welt betrieben. Das Handwerk und die Arbeit der Flößer hat die Lebenswirklichkeit vieler Menschen entscheidend und einschneidend geprägt.

Seit dem Mittelalter bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Flößerei in Deutschland gewerblich ausgeführt. Die Techniken wurden in Familien über viele Generationen weitervermittelt. Seit dem Ende der gewerblichen Flößerei – zuletzt wurde kommerziell Anfang der 1980er Jahre noch in Brandenburg geflößt – gibt es heute noch die touristische Flößerei. Sie findet gegenwärtig zunehmend Verbreitung: Mit Flößerfesten und mit Floßfahrten wird in der Öffentlichkeit das Wissen um die alte Handwerkstechnik wach gehalten.

Mitglieder von Floßvereinen sind in den letzten Jahren vermehrt auch in Schulen und Kindergärten gegangen und haben Kindern und Jugendlichen die Flößerei als kulturelles Erbe der jeweiligen Region vorgestellt. Auf diese Weise wird über die Bedeutung des Rohstoffs Holz und dessen Verfügbarkeit in Vergangenheit und Zukunft informiert. Diese Veranstaltungen haben auch die Gewinnung junger, aktiver Flößer zum Ziel, die in Zukunft die handwerkliche Technik erlernen und später weitergeben können.

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