Erfahrungsbericht einer ehemaligen kulturweit-Freiwilligen

Deutschlernen mit Glücksfaktor

„Was Glück ist, kann man ganz einfach ausdrücken und benötigt kaum Sprachkenntnisse“, weiß Anna Reinöhl. Während ihres Freiwilligendienstes rief sie mit Jugendlichen im kroatischen Varaždin ein Ausstellungsprojekt zum Glücklichsein ins Leben.

Publikation

kulturweit Magazin 2017/2018.
Deutsche UNESCO-Kommission / Freiwilligendienst kulturweit, 2018

Das Freiwilligenprojekt „GlücksSache“ wurde vom Pädagogischen Austauschdienst 2017 als Projekt des Monats Juni ausgezeichnet.

glueckssache.weebly.com

Glück kennt keine Grenzen, findet Anna. Die 19-jährige Abiturientin hatte selbst gerade die Schule hinter sich, als sie nach Kroatien ging, um mit kulturweit den Deutschunterricht der Elektrostrojarska Skola Varaždin und einer benachbarten Wirtschaftsschule zu unterstützen.

Nach ihren ersten Wochen in Varaždin stellte sie fest, dass die Schüler*innen am besten über Themen miteinander ins Gespräch kommen, die sie selbst betreffen, und entwickelte eine Idee: Gemeinsam mit den Deutschklassen der Schule wollte sie eine Ausstellung zum Thema Glück entwerfen und stieß mit ihrem Projekt „GlücksSache“ auf Begeisterung. Die Jugendlichen widmeten sich der Frage, ob Musik glücklich macht, diskutierten ihre ganz persönlichen Glücksmomente und setzten sich damit auseinander, wie Glücksgefühle im Körper entstehen.

Während die Jüngeren in drei Stunden Deutschunterricht Präsentationen für die geplante Ausstellung vorbereiteten, nahmen sich die älteren Schüler*innen teilweise mehrere Monate Zeit, um Videos zu drehen, Theaterstücke einzustudieren oder Fotos aufzunehmen. Mit Unterstützung ihrer Deutschlehrer*innen konnten sie in Kleingruppen arbeiten und dabei trainieren, auf Deutsch zu diskutieren. Alles, was die Schüler*innen zum Thema Glück entwickelten, wurde auf einem Blog veröffentlich. So konnten sich die Klassen der verschiedenen Schulen laufend austauschen und bekamen einen Überblick über den Stand ihrer Glücksforschung, bevor die Ausstellung eröffnete. Anna wünschte sich außerdem, dass ihre Schüler*innen erfahren, dass sie Deutsch nicht nur für die Schule pauken, sondern selbst etwas davon haben. Viele von ihnen lernen die Sprache zwar seit Jahren, waren aber noch nie in Deutschland. Mit ihrer früheren Deutschlehrerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium Stuttgart nahm sie sich vor, das zu ändern.

Gemeinsam stellten sie einen Austausch auf die Beine, der mit Unterstützung des Pädagogischen Austauschdienstes kroatische und deutsche Jugendliche in Stuttgart zusammenbrachte. Eine Woche lang konnten sie sich kennenlernen, gemeinsam der Frage nachgehen, was Glück ist und selbst Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann in einem persönlichen Gespräch dazu befragen. Für die Schüler*innen ein echter Glücksgriff.

Dieser Beitrag stammt aus dem kulturweit-Magazin 2017/18

weitere Artikel

Vom Heimweh und der Angst, etwas zu verpassen
kulturweit-Freiwillige Hannah Essing in Armenien

Gastbeitrag einer kulturweit-Freiwilligen

Vom Heimweh und der Angst, etwas zu verpassen

„Fear of missing out“ – kurz FOMO – beschreibt die Angst davor, etwas zu verpassen. Und die kann eine*n auch erwischen, wenn man ins Ausland geht. Weil sich Hannah einen besonders schweren Fall davon zugezogen hat, fragt sie sich auf ihrem Blog: Kann man eigentlich Heimweh haben, bevor man richtig weg ist?
weiterlesen
Ich habe den Joker gezogen beim Deutschen Akademischen Austauschdienst in Kairo
kulturweit Freiwillige Viktoria Zwer beim DAAD in Kairo

Erfahrungsbericht einer ehemaligen kulturweit-Freiwilligen

Ich habe den Joker gezogen beim Deutschen Akademischen Austauschdienst in Kairo

Viktoria Zwer aus Salzgitter war kulturweit-Freiwillige beim Deutschen Akademischen Austauschdienst in Kairo. Sie wollte sich selbst ein Bild vom Nahen Osten machen, einer Region, die die meisten nur aus den Medien kennen. WDR-Korrespondentin Anna Osius hat Viktoria in Ägyptens Hauptstadt getroffen.
weiterlesen

weitere Informationen