Kultur und Natur

Das UNESCO-Programm "Creative Cities" vernetzt weltweit Städte, die Erfahrunnen, Strategien, Ideen und modellhafte Praxis im Bereich zeitgenössischer Kunst und Kultur, einschließlich der Kulturwirtschaft, austauschen wollen. Mitglieder des Netzwerks sind Exzellenz-Zentren in einem der sieben Bereiche Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk oder Literatur. Inzwischen sind 180 Städte im UNESCO-Netzwerk aktiv, darunter auch die vier deutschen Städte Berlin, Hannover, Heidelberg und Mannheim.

Das UNESCO-Programm "Creative Cities" wurde 2004 im Rahmen der Global Alliance for Cultural Diversity der UNESCO gegründet. Dieses Netzwerk verbindet weltweit Städte, die Erfahrungen, Strategien, Ideen und modellhafte Praxis im Bereich zeitgenössischer Kunst und Kultur, einschließlich der Kulturwirtschaft, austauschen wollen.

Von Ouagadougou (Burkina Faso) als Kreativstadt des Handwerks über Toronto (Kanada) als Creative City of Media Arts bis zur chinesischen Stadt Wuhan als Kreativstadt des Designs sind inzwischen 180 Städte aus 72 Ländern im UNESCO-Netzwerk aktiv.

Mitglieder des Netzwerks sind Exzellenz-Zentren in einem der sieben Bereiche Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk und Literatur. Sie unterstützen sich gegenseitig durch Kooperation und geben ihre Erfahrungen an andere kreative Städte oder Metropolen, vor allem auch in Entwicklungsländern, weiter.

Als Hochburgen der Kreativität nutzen die Städte im Netzwerk ihr kreatives Potenzial für die sozio-ökonomische und kulturelle Entwicklung.
Bei Aufnahme in das Netzwerk verpflichten sich die Städte zur aktiven Mitarbeit und zur internationalen Kooperation.

Sie schaffen Partnerschaften mit Akteuren in ihrer Stadt und mit anderen Städten, tauschen Wissen und Erfahrungen aus, verbessern die Teilhabe aller am kulturellen Leben und fördern aktiv die lokale Kultur- und Kreativwirtschaft. Bei der jährlichen Vollversammlung des Netzwerks gestalten sie das Netzwerk aktiv mit. Eine Finanzierung des Netzwerks durch die UNESCO findet nicht statt.

Vier deutsche Städte im Netzwerk

Deutschland hat vier Städte im globalen Netzwerk: Hannover und Mannheim als "Stadt der Musik" (2014), Heidelberg als "Stadt der Literatur" (2014) und Berlin als "Stadt des Designs" (2005).

Creative City Heidelberg

UNESCO-Kreativstädte in Deutschland

UNESCO-Creative City Heidelberg

Heidelberg ist als Literaturstadt im UNESCO-Kreativstadt-Netzwerk seit 2014. Rund 120 Autorinnen und Autoren leben in und um Heidelberg. In der Stadt befindet sich die berühmte Bibliotheca Palatina. Darüber hinaus ist Heidelberg für die „Heidelberger Romantik“ (Hölderlin, Brentano, von Arnim) bekannt.
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UNESCO-Kreativstädte in Deutschland

UNESCO-Creative City Berlin

Berlin ist Deutschlands Design-Hauptstadt. Mit einer lebendigen Design-Szene, Veranstaltungen wie der Berlin Fashion Week und bekannten Kreativen wie Michael Michalsky kann die deutsche Hauptstadt punkten. Die Kreativwirtschaft ist eine der am schnellsten wachsenden Branchen in Berlin: Allein die Anzahl der Firmen im Designsektor wuchs von 2009 bis 2013 um 26 %.
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UNESCO-Kreativstädte in Deutschland

UNESCO-Creative City Hannover

Hannover ist in Deutschland überregional als Musikmetropole bekannt. Eine erstklassige Musikhochschule, große Firmen mit Musikbezug und die lebhafte Jazzszene zeichnen die Stadt musikalisch aus. Darüber hinaus ist Hannover eine Chorstadt mit vielen Laien- und Spitzenchören.
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UNESCO Creative City Mannheim, International Jazz Day

UNESCO-Kreativstädte in Deutschland

UNESCO-Creative City Mannheim

Mannheim ist eine Musikstadt. Nicht nur die „Söhne Mannheims“ und Xavier Naidoo – die Stadt hat viele bekannte Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht. Nach wie vor finden in der Stadt zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt. Seit 2014 trägt die Rhein-Neckar-Metropole daher den Titel “UNESCO Creative City of Music“.
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Potenzial für die nachhaltige Stadtentwicklung

Mit der Anerkennung als kreative Stadt kann das Potenzial von Kultur für nachhaltige Stadtentwicklung verstärkt genutzt werden. Die Teilnahme im Netzwerk bringt für die Stadt Vorteile: Die Kreativwirtschaft wird stärker gefördert. Die Stadt ist Mitglied in einem weltweiten Netzwerk kreativer Städte und kann das Potenzial internationaler Vernetzung voll ausschöpfen. Außerdem rückt die Stadt durch die Auszeichnung ins Zentrum des internationalen Interesses.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist heute weltweit eine der wachstumsstärksten Branchen. Der Welthandel mit kreativen Gütern und Dienstleistungen erreichte nach dem letzten Kulturwirtschaftsbericht der Vereinten Nationen im Jahr 2011 den Rekordwert von 624 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich der Welthandel seit 2002 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig ist Kulturwirtschaft ein entscheidender Faktor für nachhaltige Entwicklung. Der dritte Creative Economy Report aus dem Jahr 2013 analysiert umfassend die sozioökonomische Bedeutung der Kulturbranche.

Kulturelle Aktivitäten in Städte stärken den sozialen Zusammenhalt, fördern den Dialog zwischen gesellschaftlichen Gruppen und tragen zu nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung über die Kultur- und Kreativwirtschaft bei. Dies zeigt auch der UNESCO-Weltbericht Kultur: Urbane Zukunft aus dem Jahr 2016: Kultur macht Städte nachhaltiger, sicherer und belastbarer. Kreativität und Kultur als Teil der Stadtentwicklung leistet damit einen Beitrag unter anderem zur Erreichung des Ziels 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ der UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung.

Im Rahmen der Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und der New Urban Agenda bietet das Netzwerk eine Plattform für Städte, um den Beitrag von Kultur zu nachhaltiger Stadtentwicklung zu stärken. 

Das UNESCO Creative City Network in Bildern