Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Welttag der Philosophie

Foto von diskutierenden Studenten
© jillyfish16 (Flickr CC)

Die UNESCO-Generalkonferenz 2005 erklärte den dritten Donnerstag im November zum Welttag der Philosophie. Die Resolution 33C/Res. 37 erinnert daran, "dass Philosophie als Disziplin zum kritischen und unabhängigen Denken ermutigt und auf ein besseres Verständnis der Welt hinwirken und Toleranz und Frieden fördern kann". Der Welttag soll "der Philosophie zu größerer Anerkennung verhelfen und ihr und der philosophischen Lehre Auftrieb verleihen".

Der Tag der Philosophie wird zentral mit einer Großveranstaltung gefeiert, die in den Jahren 2002-2004 in Paris, 2005 in Santiago de Chile, 2006 in Rabat, 2007 in Istanbul, 2008 in Palermo und 2009 in Moskau stattfand. Diese Großveranstaltungen bringen international herausragende Philosophen ins Gespräch mit Experten aus anderen Disziplinen, Laien und vor allem Jugendlichen. In jedem Jahr gibt es auch ein  Veranstaltungsprogramm am UNESCO-Sitz in Paris.

Begleitet werden diese Veranstaltungen durch eine jährlich wachsende Zahl von Veranstaltungen in Mitgliedstaaten der UNESCO. Die UNESCO-Mitgliedstaaten sind durch die Resolution 33C/Res. 37 aufgerufen, den Tag durch Veranstaltungen von Schulen, Universitäten, Volkshochschulen, philosophischen Gesellschaften usw. auf lokaler und nationaler Ebene zu feiern. Knapp 100 Staaten sind 2009 diesem Aufruf gefolgt. Seit 2004 organisiert der europäische UNESCO-Lehrstuhl für Philosophie in Bremen jährlich eine Veranstaltung zum Welttag. 2007 fanden erstmals mehrere Veranstaltungen in Deutschland zum Welttag statt, 2008 waren es etwa 20 und 2009 etwa 30. Partner der DUK sind auch 2010 wieder die Deutsche Gesellschaft für Philosophie und der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Der Welttag der Philosophie lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf philosophische Fragen und auf die Philosophie als Disziplin. Der Welttag ist eine Gelegenheit für Fachkonferenzen und fachübergreifende Workshops; mehr noch, er ist eine Gelegenheit, um das philosophische Gespräch mit Studenten, Laien, Kindern und Jugendlichen zu suchen. Jeder Mensch stellt sich die Fragen Kants: Was ist der Mensch? Was darf ich hoffen? Was soll ich tun? Was kann ich wissen? Philosophie nimmt diese Fragen ernst.

Der Welttag der Philosophie wirbt auch für eine akademische Disziplin, die heute an den Universitäten bedroht ist. Der Welttag zeigt, dass die Philosophie eine notwendige Ergänzung zum Fakten- und Methodenlernen und somit entscheidende Grundlage für alle anderen Disziplinen ist. Selbst die besten empirischen Ergebnisse lassen sich nicht einordnen ohne die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen.