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Pressemitteilung, 25. Juni 2009

Dresden verliert Welterbe-Status

UNESCO-Welterbekomitee tagt bis zum 30. Juni in Sevilla

Das Welterbekomitee der UNESCO hat das Dresdner Elbtal von der Liste des Welterbes gestrichen. Dies hat das Gremium bei seiner 33. Tagung im spanischen Sevilla entschieden. Dresden wurde im Juli 2004 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und stand seit 2006 auf der "Liste des gefährdeten Welterbes".

Die Deutsche UNESCO-Kommission bedauert die Streichung des Dresdner Elbtals von der Welterbeliste. "Die Entscheidung kommt leider nicht völlig überraschend. Ich hätte mir sehr viel mehr Offenheit auf beiden Seiten für eine Veränderung der Brückenpläne gewünscht", sagte der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission Walter Hirche. "Die Konsequenz ist aus meiner Sicht, dass aufkommende Welterbe-Konflikte in Zukunft über eine frühzeitige Mediation gelöst werden müssen. Die Deutsche UNESCO-Kommission bietet sich hier als Mediator an."

Die Entscheidung, Dresden von der Welterbeliste zu streichen, hat das zwischenstaatliche Komitee des UNESCO-Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt getroffen. Dem Komitee gehören 21 Staaten an, die von der Generalversammlung aller 186 Vertragsstaaten des Übereinkommens gewählt werden. Deutschland ist der Welterbekonvention 1976 beigetreten.

Seit 2006 befindet sich die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal auf der Liste des gefährdeten Welterbes. Ein unabhängiges Gutachten hatte die geplante vierspurige Elbquerung als gravierenden Eingriff bewertet, die den außergewöhnlichen universellen Wert des Welterbes gefährde. 2007 war trotz Mahnungen des Welterbekomitees mit dem Bau begonnen worden. Die UNESCO hatte der Stadt Dresden vor einem Jahr eine letzte Frist eingeräumt und den Bau eines Tunnels empfohlen, um die einmalige Kulturlandschaft zu erhalten.

Das Welterbekomitee hat seit der Verabschiedung der Welterbekonvention 1972 zum zweiten Mal eine Stätte von der Welterbeliste gestrichen. 2007 wurde das Wildschutzgebiet der arabischen Oryx-Antilope der Welterbe-Status aberkannt. Oman hatte das Schutzgebiet um 90 Prozent seiner Fläche reduziert, um ungehindert Öl fördern zu können.

Das Welterbekomitee der UNESCO tagt vom 22. bis 30. Juni im spanischen Sevilla. Im weiteren Verlauf der Tagung beschließt das Komitee über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Über den Antrag Deutschlands, das Wattenmeer als zweites deutsches Naturerbe in die Liste aufzunehmen, wird noch im Laufe der Woche entschieden. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung für zukünftige Generationen sicherstellt.

Pressekontakt:
Deutsche UNESCO-Kommission, Dieter Offenhäußer
Telefon: 0228 / 60 497-11, E-Mail: offenhaeusser(at)unesco.de
Website: www.unesco.de

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