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Welterbe in der Stadt - die Stadt als Welterbe

Über hundert Welterbestätten weltweit fallen in die Kategorie „Stadt“, sei es als Altstädte und historische Zentren, als Ensembles in einer Stadt oder Ruinen vergangener Städte. Doch was heißt es, Welterbe und zugleich (lebendige) Stadt zu sein? Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für Welterbe-Städte und wie kann diesen begegnet werden? Diese Fragen standen im Zentrum des Einführungsseminars für Welterbe-TeamerInnen in Wismar im Januar 2018.

Sieben Welterbestätten in Deutschland können zur Kategorie „Stadt“ gezählt werden, darunter die Altstädte von Stralsund und Wismar. Sie wurden 2002 gemeinsam als idealtypische Beispiele der Bautechniken und Stadtstrukturen der Hanse sowie auf Grund ihrer Vorreiterfunktion für die Entwicklung und regionale Verbreitung der Backsteingotik in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben. Schutz und Erhalt der historischen Bausubstanz und der Stadtstrukturen des reichen Erbes aus der Hansezeit und aus den Jahren unter schwedischer Herrschaft spielen somit eine wichtige Rolle im Management der Welterbestätte.

Welterbe-TeamerInnen in Wismar
© DUK

In einem persönlichen Gespräch schilderte Frau Rita Gralow, Mitarbeiterin im Amt für Welterbe, Tourismus und Kultur der Hansestadt Wismar, eindrücklich, welche Herausforderungen sich für das Management von Welterbestädten ergeben. Hier gilt es, ein Gleichgewicht zwischen Schutz und Erhalt der Welterbestätte und städtischer Entwicklung zu wahren. Dabei spielen neben der Lebensqualität und den Interessen der Anwohner der Altstadt unter anderem auch die touristische Nutzung der Welterbestätte und Überlegungen zur Verträglichkeit von Solarenergieanlagen auf Hausdächern als Teil einer städtischen Nachhaltigkeitsstrategie eine Rolle.

Der Wismarer Sachverständigenbeirat als Gute-Praxis-Beispiel

Welterbe-Haus in Wismar
© DUK

Um den vielfältigen Herausforderungen kompetent zu begegnen, verfügt Wismar seit der Antragsstellung für das UNESCO-Welterbe im Jahr 2000 über einen UNESCO-Sachverständigenbeirat. Dieses Expertengremium steht den Zuständigen der Stadt zur Seite, um die Entwicklungen in Wismar in welterbeverträglichen Bahnen zu begleiten und kritische Fragen im Sinne der Grundprinzipien von Schutz und Erhalt der Stätte sowie im Einklang mit dem Managementplan zu erörtern. Parallel existiert ein entsprechender Beirat, der sogenannte Welterbe-Beirat, auch für Stralsund. So kann der Ansatz der beiden durch eine gemeinsame Welterbestätte vereinten Städte Wismar und Stralsund als gutes Beispiel für vorausschauendes Management von Welterbestätten gelten, mit welchem mögliche Gefährdungen des außergewöhnlichen universellen Wertes der Stätte im Voraus abgewendet werden können.

Die Globale Strategie und das Engagement von Wismar und Stralsund

Das zweite Schwerpunktthema des Seminars bildete die kritische Auseinandersetzung mit der Globalen Strategie für eine repräsentative, ausgeglichene und glaubwürdige Welterbeliste, ihren Erfolgen und Schwächen. Die 1994 eingeführte Strategie zielt darauf ab, eine Welterbeliste zu schaffen, die der weltweiten Vielfalt der Kultur- und Naturerbestätten von außergewöhnlichem universellem Wert Rechnung trägt.

Die Hansestädte Wismar und Stralsund sind Gründungsmitglieder der Deutschen Stiftung Welterbe, deren Ziel es ist, einen Beitrag zum Ausgleich der noch immer bestehenden Ungleichgewichte der Welterbeliste zu leisten. Wie dies geschieht und welche Projekte bisher unterstützt werden konnten, berichtete Frau Rita Gralow im Rahmen des Treffens im Welterbe-Haus. Zu den Projekten gehörte unter anderem die 2011 erfolgte Förderung des Nominierungsantrags Namibias für die Namib-Wüste, welche 2013 in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben wurde.

Hintergrund: Die Weiterbildung zu Welterbe-TeamerInnen

Die Weiterbildung zu Welterbe-TeamerInnen ist ein Angebot der Deutschen UNESCO-Kommission, das sich vor allem an ehemalige Freiwillige von kulturweit, dem Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission, richtet. Im Zuge der etwa zwei Jahre dauernden Weiterbildungen erlangen die Teilnehmenden das Wissen und die Methoden, um als Multiplikatoren einen Beitrag zu Vermittlung des Welterbegedankens zu leisten. Die drei Einführungsseminare der Weiterbildung finden an deutschen Welterbestätten statt und dienen der direkten Erfahrung des Welterbes sowie dem Austausch mit ExpertInnen vor Ort. Das Wochenendseminar in Wismar war nach der Auftaktveranstaltung an der Grube Messel nun das zweite Einführungsseminar im Weiterbildungszyklus 2017/18.

Weitere Informationen

Welterbestätte Altstädte von Stralsund und Wismar
Deutsche Stiftung Welterbe
Weiterbildung zu Welterbe-TeamerInnen

(Artikel erstellt am 31. Januar 2018)

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