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Februar 2012

Internationaler Tag der Muttersprache

Alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren

Zum Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar erinnerte die UNESCO an die weltweite Vielfalt der Sprachen. Von den heute rund 6.000 gesprochenen Sprachen sind nach Einschätzung der UNESCO die Hälfte vom Verschwinden bedroht. Alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren.

Welttag der Muttersprache
© UNESCO

Seit dem Jahr 2000 begeht die UNESCO den Internationalen Tag der Muttersprache zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit. In diesem Jahr liegt der Fokus auf muttersprachlichem Unterricht und inklusiver Bildung. Länder sollen ermutigt werden, Bildungsangebote und Schulunterricht in den jeweiligen Muttersprachen zu unterstützen.

Der UNESCO-Atlas für bedrohten Sprachen verzeichnet gegenwärtig 2.474 Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region. Darunter befinden sich auch 230 Sprachen, die seit 1950 verschwunden sind. Der Atlas wird wöchentlich aktualisiert.

Dass Sprachen gefährdet sind, hat vielfältige Gründe. Krieg, Vertreibung und Stigmatisierung gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung der Sprachen. Auch neue Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner "großer" Sprachen, insbesondere des Englischen. Ein wichtiger Faktor zur Stärkung gefährdeter Sprachen ist eine positive Einstellung zur eigenen Muttersprache.

Sprache ist ein Wissensschatz

"Jede Sprache ist nicht nur ein Zeichensystem für unsere Kommunikation im Alltag. Sie ist auch ein jeweils einzigartiges, über unzählige Generationen gewachsenes Reservoir an menschlichen Erfahrungen und Kenntnissen", sagte Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. "Verschwindet eine Sprache, verliert die Weltgemeinschaft ein Stück Wissen über sich selbst. Das Bewahren von Sprachen bedeutet stets auch eine Anerkennung der wichtigen Werte regionaler Identität", so Bernecker.

In Deutschland finden vielfältige Aktionen am Tag der Muttersprache statt, darunter in Saarbrücken die grenzüberschreitende Veranstaltung "Muddaschpròòch!". Das Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Luxemburg hat eine facettenreiche Sprachkultur. Im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg werden nicht nur Deutsch und Französisch gesprochen, sondern auch die Mundarten Moselfränkisch und Rheinfränkisch.

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