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März 2009

Arte Sustenibile – Kunstwerke aus Solarenergie und Muskelkraft

Von Farid Gardizi

Lampen aus Wegwerf-Schwämmen, Objekte aus Solar-Wärme, Figuren aus explodierten Granaten – das Thema Nachhaltigkeit ist auch in der Kunst angekommen. Was sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt unter einer nachhaltigen Lebensweise vorstellen, zeigt die Ausstellung "Arte Sustenibile". Sie ist bis zum 5. April 2009 in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen.

Foto © DUK / Farid Gardizi
"Menschen aus Granaten", Christoph Hösli
Foto © DUK / Farid Gardizi
"Ausgrenzung", Michael Thomas


Die eindrucksvolle Kunstschau macht den sperrigen Begriff Nachhaltigkeit erlebbar: Schwammleuchten kritisieren die Wegwerfgesellschaft, Gemälde verweisen auf den Raubbau an der Natur, Straßenbahnbemalungen werten durch Kunst den Nahverkehr auf, und Objekte aus Kambucha-Teepilzen thematisieren nachwachsende Rohstoffe. "Wir wollen eine Vorstellung von Nachhaltigkeit geben und die Besucher unterhalten", sagt Kurator Samuel Fleiner. "Es wäre doch langweilig, erst ein seitenlanges Dokument lesen zu müssen, um zu erfahren, was Nachhaltigkeit bedeutet."

Wie unmittelbar das sein kann, zeigt das Kunstwerk "Ausgrenzung". Zu sehen ist ein Tisch, festlich gedeckt mit Porzellantellern, Weingläsern und Silberbesteck. Platz nehmen möchte man jedoch nicht, denn Tisch und Stühle sind aus Nagelplatten. Das Kunstwerk von Michael Thomas reflektiert die ungerechten globalen Lebensbedingungen: Der Tisch ist nicht für alle reich gedeckt. Ein anderes Werk von Thomas zeigt eine Kuh und einen Bullen, die bis zu den Knöcheln im Wasser stehen. Es ist ein vielschichtiges Motiv. Es kritisiert die industrielle, genormte Landwirtschaft, die Kühe mit geradem Rücken züchtet.

Foto © DUK / Farid Gardizi
"Komm jetzt", Michael Thomas


Die Ausstellung wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission, die auch Schirmherr ist, als offizielles Projekt des UN-Jahrzehnts zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) ausgezeichnet. "Sie zeigt auf wunderbare Weise, worum es bei der UN-Dekade wirklich geht - um die kritische und kreative Auseinandersetzung mit dem, was uns als normal erscheint", sagt Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. "Um eine ganz neue Definition, was eigentlich Lebensqualität und Gerechtigkeit ist."

Mit diesen Fragen beschäftigen sich auch die Arbeiten aus Afrika. Die Künstler Samuel Githui und Patrick Mukabi malen Motive aus dem Nahverkehr und verweisen auf die unterschiedlichen Lebensstile zwischen Nord und Süd. So ist in Afrika der Kauf eines neuen Fahrrades vergleichbar mit der Anschaffung eines neuen Autos bei uns. Wie sich große Mengen fossiler Energie sparen lassen, veranschaulichen Dokumentationen über Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, Leichtbauautos mit Wasserstoffmotoren und Schleppsegel für die Frachtschifffahrt. Gezeigt werden auch Objekte, die von Muskelkraft betrieben werden – unter anderem das Liegerad-Tandem "Wolkenreise“ aus Holz, Kork und Stahl.

Foto © DUK / Farid Gardizi
"Wolkenreise“, Axel Ewen
Foto © DUK / Farid Gardizi
"Human Powered Horse", Billie Grace Lynn


Die Werke von über 60 Künstlern und Designern aus 16 Ländern sind während der UNESCO-Weltkonferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu sehen. Sie findet nur wenige hundert Meter von der Bundeskunsthalle Bonn entfernt, im World Conference Center vom 31. März bis zum 2. April 2009 statt.

Website: www.arte-sustenibile.org

Weitere Informationen:

Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

Bildung für die Zukunft - von Anfang an

 

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