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Dezember 2013

"Brücken in die Zukunft"

Jahresthema 2014 der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Wie gestalten wir als Gesellschaft die kommenden Jahre und Jahrzehnte, welche "Brücken" müssen wir bauen, um einen lebenswerten Planeten für nachkommende Generationen zu gestalten? Das Jahresthema "Brücken in die Zukunft" zum Abschluss der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) soll 2014 Antworten auf die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft finden. 

BNE-Jahresthema 2014: Brücken in die Zukunft
© iStockphoto.com/binabina

Eines der drängendsten Probleme, das in ganz besonders starker Weise auch das Leben zukünftiger Generationen betrifft, ist der menschengemachte Klimawandel. Die Gründe der Erwärmung des Weltklimas und die sich dadurch häufenden Umweltkatastrophen sind weitgehend erforscht und allgemein bekannt. Zu viele fossile Energieträger werden zu schnell verbraucht, zu viele schädliche Treibhausgase ausgestoßen. Die Menschheit, die sich weltweit auf immer mehr energiehungrige Städte konzentriert, muss sich emissionsärmer ernähren, wärmen und fortbewegen. Dabei sollte sie möglichst vermeiden, Wald, Wasser und Boden zu überbeanspruchen – etwa durch Biosprit.

Große Transformation

Was fehlt, ist das Patentrezept, das die Wechselwirkungen verschiedener Lösungsansätze beachtet. Das 2011 veröffentlichte Hauptgutachten "Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation" des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) ist der Versuch eines solchen Masterplans. Ob dieser Plan aufgehen kann und welche Rolle "Bildung für nachhaltige Entwicklung" dabei spielen kann, sind zentrale Fragen, die das Abschlussjahr der UN-Dekade begleiten sollen.

Der Begriff "Große Transformation" prägt seither die Debatten um nachhaltige Entwicklung entscheidend mit. Der WBGU bietet mögliche Antworten auf den Klimawandel und globale Klimakrisen, einen Masterplan für den Weg der Menschheit in eine nachhaltigere Welt. Geprägt wurde der Begriff in Analogie zur Herausbildung der industrialisierten Gesellschaften während des 19. Jahrhunderts, die letzte große Umwälzung der Menschheitsgeschichte. Der Historiker Karl Polanyi nannte dies bereits im frühen 20. Jahrhundert "Great Transformation".

Gesellschaftsvertrag

Der WBGU regt einen "Weltgesellschaftsvertrag für eine klimaverträgliche und nachhaltige Weltwirtschaftsordnung" an. Dabei geht es den Wissenschaftlern um einen entscheidenden Wandel auf drei zentralen "Transformationsfeldern": Energiesektor, Urbanisierung und Landnutzung.

Der WBGU geht davon aus, dass genug wissenschaftliche Erkenntnisse und auch technologische Ressourcen vorhanden sind, um den Klimawandel zu bremsen, und bietet konkrete Handlungsoptionen an. Allerdings ist schnelles und tiefgreifendes Handeln erforderlich. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse müssen gesammelt und weitergegeben werden, insbesondere an die Politik. Der WBGU fordert starke Staaten, deren Regierungen eine gestaltende Rolle für den Wandel zur nachhaltigen Weltgesellschaft spielen und auf internationaler Ebene miteinander kooperieren. Kritiker bemängeln demgegenüber die starke "Wissenschaftszentriertheit" oder greifen reflexhaft zu Begriffen wie "Ökodiktatur".

Große Transformation und BNE

Als eines der größten Hindernisse für die "Große Transformation" betrachten Experten die weit verbreitete Unfähigkeit von Politik und Ökonomie, in langen Zeiträumen zu denken. Um die Herausforderung zu meistern, müsste demnach zuerst der kulturelle Wandel gelingen, die im Gesellschaftsvertrag angestrebte Kombination einer Kultur der "Achtsamkeit", "Teilhabe" und "Verpflichtung gegenüber zukünftigen Generationen".

Diesen Gesellschaftsvertrag sollen die Bürger nicht nur stillschweigend akzeptieren – sie sollen ihn aktiv mitgestalten. Die Ziele des WBGU und der "Großen Transformation" sind hier deckungsgleich mit den Anliegen von "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und der UN-Dekade. So spricht der WBGU in seinem Hauptgutachten auch von "Transformationsbildung" als der Vermittlung der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Transformationsforschung und der "transformativen Bildung", die Handlungsoptionen und Lösungsansätze vermitteln soll.

Hierbei setzt der WBGU auf "Pioniere des Wandels", Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen, die nachhaltiges Handeln und Wirtschaften vorleben. Die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" hat zahlreiche solcher Pioniere hervorgebracht und ihnen eine Plattform geboten. Die Projekte der UN-Dekade sind Beispiele für jene innovativen Kräfte, die das Hauptgutachten des WBGU als wichtige Vorbilder für den Wandel nennt. Durch ihre Bildungsarbeit wirken die Dekade-Projekte schon heute aktiv auf den nachhaltigen Wandel hin.

Jahresthema der UN-Dekade

Im letzten Jahr der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) soll es deshalb darum gehen, wie "Große Transformation" und BNE voneinander profitieren können. Wann, wo und wie können die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Hauptgutachtens in der BNE vermittelt werden? Können die "Große Transformation" und die wissenschaftliche Forschung neue Inhalte zum bereits sehr breiten Themenspektrum der BNE hinzufügen? Wie kann BNE dazu beitragen, dass die Bereitschaft zum Abschluss des Weltgesellschaftsvertrags steigt? Auf dem BNE-Portal wird in den kommenden Monaten eine Serie von Artikeln zu verschiedenen Aspekten der "Großen Transformation" erscheinen. Darüber hinaus gibt es Literatur- und Medientipps für die Auseinandersetzung mit der Thematik.

Weitere Informationen:

BNE-Portal  

Website des WBGU 

Hauptgutachten des WBGU: "Welt im Wandel" (PDF)   

Die "Große Transformation" als Comic  

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