Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

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Alphabetisierung

Die UNESCO ist federführend für die UN-Weltdekade der Alphabetisierung (2003-2012), deren Ziel es ist, die Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte zu reduzieren. Festgeschrieben wurde dieses Ziel im Jahr 2000: Auf dem Weltbildungsforum von Dakar verpflichteten sich 164 Länder unter dem Programmtitel "Bildung für alle" (Education for All / EFA), sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Neben der Reduzierung der Analphabetenrate werden so beispielsweise auch die Verbesserung von Bildungsqualität, universelle Grundschulbildung und der Abbau des Geschlechtergefälles in der Bildung als Zielvorgaben festgehalten.

Der Welttag der Alphabetisierung am 8. September erinnert jedes Jahr daran, dass es in vielen Ländern immer noch ein Privileg ist, lesen und schreiben zu können.

Die Daten des aktuellen Weltbildungsberichts der UNESCO belegen: Etwa 759 Millionen Menschen sind Analphabeten. Fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Besonders betroffen sind die Länder Sub-Sahara Afrikas sowie Süd- und Westasiens. Zwar wurden weltweit seit dem Aktionsplan von Dakar insgesamt Fortschritte im Bereich der Alphabetisierung gemacht. Diese Entwicklung hat sich aber in den letzten Jahren insgesamt verlangsamt. Wenn sich der bestehende Trend fortsetzt, werden 2015 immer noch über 700 Millionen Erwachsene nicht lesen und schreiben können.

Dabei sind Lesen und Schreiben entscheidende Fähigkeiten: Sie sind der Schlüssel zum lebenslangen Lernen. Sie erhöhen die Chance auf Beschäftigung und Fördern den Wissenserwerb. Auf diese Weise können sie auch dazu beitragen, die Kindersterblichkeit zu senken und Gesundheit zu verbessern. Für die UNESCO ist Bildung daher eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige menschliche Entwicklung und für die Überwindung von Armut. Um sicherzustellen, dass diese entscheidenden Kompetenzen weltweit von deutlich mehr Menschen erworben werden können, zielt die internationale Alphabetisierungsarbeit vor allem auf politische Maßnahmen zur Reduzierung des Analphabetismus, die Entwicklung von geeigneten Lehr- und Lernmaterialien und die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Lehrern.

Weitere Informationen: United Nations Literacy Decade 
 

Alphabetisierungsarbeit in Deutschland

Der Bundesverband Alphabetisierung e.V. und die Deutsche UNESCO-Kommission haben gemeinsam ein Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland initiiert. Es koordiniert die nationale Umsetzung des UN-Dekade der Alphabetisierung, organisiert Aktionen und Events, begleitet die öffentliche Diskussion über Analphabetismus und regt staatliche und private Akteure dazu an, mit eigenen Programmen zur Verbesserung der Bildungschancen erwachsener Analphabeten beizutragen.

Mitglieder im Bündnis sind neben den beiden Initiatoren das Bundsministerium für Bildung und Forschung ( BMBF), das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen ( UIL), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung ( DIE), der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. ( DVV), die Ernst-Klett-Sprachen GmbH, die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ( GEW) und die Stiftung Lesen.