Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

August 2010

Die Vielfalt macht’s – in der Natur und in der Gesellschaft

Symposium über biologische und kulturelle Vielfalt

Der Zusammenhang von kultureller und biologischer Vielfalt ist Thema eines öffentlichen Symposiums am 16. September 2010 im LVR-LandesMuseum Bonn. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Konferenz "KursWECHSELN" zum 30. Jubiläum des Right Livelihood Award – auch als Alternativer Nobelpreis bekannt – statt. Sieben Preisträger stellen ihre Arbeit vor und diskutieren über die Bedeutung der Vielfalt in Natur und Gesellschaft. Die Deutsche UNESCO-Kommission stellt auf der Tagung den UNESCO-Weltbericht zur kulturellen Vielfalt vor.

2010 ist für die Vereinten Nationen sowohl das "Jahr der Biodiversität" als auch das "Jahr der Annäherung der Kulturen". Besonders spannend wird dieses "doppelte Jahr", wenn der Blick auf die Schnittmenge zwischen biologischer und kultureller Vielfalt fällt.

Biodiversität und kulturelle Vielfalt sind keine rein quantitativen Begriffe. Gesellschaften sind nicht dann kulturell vielfältig, wenn ganz verschiedene Menschen oder Gemeinschaften nebeneinander her leben – es braucht tragfähige Strukturen für ein Miteinander, indem die unterschiedlichen Gesellschaftsteile voneinander und von ihrer Verschiedenheit profitieren können.

Ebenso ist die Natur nicht dann vielfältig, wenn möglichst viele Arten unverbunden koexistieren – biologische Vielfalt bezieht sich auf die Funktionsfähigkeit von Lebensräumen. Im Begriff der Vielfalt kommt das tragfähige Zusammenspiel verschiedener Einheiten und "Nachhaltigkeit" zum Ausdruck. Vielfalt in Natur und Gesellschaft steigert die Widerstandsfähigkeit gegen negative Einflüsse, wie zum Beispiel den Klimawandel.

Bei der öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Konferenzreihe "CHANGINGCourse – reclaiming our future" anlässlich des 30. Jahrestages des Right Livelihood Awards stellt die Deutsche UNESCO-Kommission die Arbeit und Leistung von sieben Preisträgern des Alternativen Nobelpreises vor.

András Biró aus Ungarn, Sunderlal Bahuguna aus Indien, Stephen Corry und Linda Poppe aus Großbritannien, Mohamed Idris aus Malaysia, Tapio Mattlar und Matti Mäkelä als Vertreter der Village Action aus Finnland, Michael Succow aus Deutschland und Tsewang Tondup von der Ladakh Ecological Development Group aus Indien werden über ihre Arbeit berichten. Dabei wird es neben den Leistungen, für die sie den Right Livelihood Award erhalten haben, auch um aktuelle Schwerpunkte gehen. Anschließend diskutieren die Preisträger über den Zusammenhang von kultureller und biologischer Vielfalt. Dabei geht es nicht nur um die Behauptung kultureller Identität in traditionellen und indigenen Gesellschaften, sondern auch um den Zusammenhang zwischen biologischer und kultureller Vielfalt weltweit, also auch in Industriegesellschaften.

Die UNESCO nimmt in der internationalen Diskussion um kulturelle und biologische Vielfalt eine zentrale Rolle ein. Im Juni 2010 organisierte sie in Montreal eine mehrtägige internationale Konferenz zum Thema. Die Deutsche UNESCO-Kommission unterstützt die Umsetzung dieser Arbeit in Deutschland. Im Rahmen der Veranstaltung stellt die Deutsche UNESCO-Kommission erstmals die deutschsprachige Kurzversion des 2009 erschienenen Weltberichts "In kulturelle Vielfalt und interkulturellen Dialog investieren" vor.

Das Symposium "Die Vielfalt macht’s! – in der Natur und in der Gesellschaft" findet am 16. September 2010, 15 bis 17 Uhr, im Veranstaltungssaal des LVR-LandesMuseum in Bonn statt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter anmeldung(at)unesco.de wird gebeten.

Weitere Informationen:

Konferenz "KursWECHSELN" (Bonn, 14. bis 19. September)
30-jähriges Jubiläum des Right Livelihood Awards 
UNESCO-Weltbericht zur kulturellen Vielfalt
Jahr der Biodiversität
Jahr der Annäherung der Kulturen

unesco heute online • Redaktion: Farid Gardizi / Kurt Schlünkes
Verantwortlich: Dieter Offenhäußer • Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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