Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Mai 2010

Welttag der Biodiversität am 22. Mai

Der Internationale Tag der Biodiversität lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit darauf, was bei einem Verlust der Vielfalt an Arten, Genen und Ökosystemen auf dem Spiel steht. Gerade im UN-Jahr der Biodiversität 2010 ist der Tag besonders wichtig.

Seit 2001 wird der Internationale Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem in Nairobi der Text des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity) beschlossen wurde. Es ist heute mit über 190 Vertragsstaaten eines der erfolgreichsten Übereinkommen der Vereinten Nationen. Das Ziel, den Schwund an biologischer Vielfalt bis 2010 zu reduzieren, wurde jedoch deutlich verfehlt. Der Tag der Biodiversität weist darauf hin, dass der Schutz von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt weltweit viel stärkere Anstrengungen braucht.

Das diesjährige Motto des Welttags ist "Biologische Vielfalt für Entwicklung und Armutsminderung". Die Erhaltung der Biodiversität gehört zu den Millenniumszielen der Vereinten Nationen zur ökologischen Nachhaltigkeit. Insbesondere arme ländliche Gebiete sind auf funktionierende Ökosysteme angewiesen, die den Bewohnern kostenlose Dienstleistungen zur Verfügung stellen: Filterung von Wasser, ertragreiche Böden oder Bestäubung von Nutzpflanzen. Die Gesundheit der Bewohner, aber auch ihre Ernährungssicherheit hängen maßgeblich von der biologischen Vielfalt ab. Auch die Stadtbevölkerung profitiert von Dienstleistungen der Wälder und Auen, wenn es etwa um die Versorgung mit Trinkwasser geht oder um die Speicherung von Kohlendioxid in Wäldern und Mooren. Funktionierende Ökosysteme können sich leichter an Klimaveränderungen anpassen.

Die Ministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) veranstalten seit 2001 in Kooperation mit dem Wissenschaftsmagazin GEO "Tage der biologischen Vielfalt". Jahr für Jahr stellen verschiedene Organisationen attraktive Programme auf die Beine, zum Beispiel öffentliche Expertendiskussionen oder die Erkundung eines lokalen Ökosystems per "Bio-Monitoring". Auch die Medien sind aufgerufen, biologische Vielfalt verstärkt zu thematisieren.

Etwa 50 Länder, darunter Namibia, Brasilien, Russland und Indonesien, nehmen 2010 am globalen Aktionsprogramm zum Tag der biologischen Vielfalt teil. Jedes Land bestimmt selbst über Form und Gestaltung seiner nationalen Veranstaltungen, am Ende wird ein gemeinsamer Bericht mit Bildern und Videos der Aktivitäten erstellt.

In Deutschland ruft das Bundesamt für Naturschutz zu einem Wandertag für die biologische Vielfalt am 22. Mai auf. Geführte Wandertouren machen das Thema Biodiversität verständlich und zeigen, wie vielfältig unsere Landschaften und wie wertvoll die Leistungen der Natur sind.

Weitere Informationen:

www.biodiversity-day.info/bday2010-home.html?&L=6

www.wandertag.biologischevielfalt.de


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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