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Weimar © Hans-J. Aubert

"Klassisches Weimar"

Das Ensemble "Klassisches Weimar" stellt ein einzigartiges Zeugnis einer vergangenen, doch nachwirkenden Kulturepoche dar - der Weimarer Klassik, der durch die europäische bürgerliche Aufklärung vorbereiteten höfischen und bürgerlichen Kultur in einer mitteleuropäischen Residenz um 1800. Die Aufnahme Weimars in die Welterbeliste, 1998, begründete die UNESCO mit der "großen kunsthistorischen Bedeutung öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften aus der Blütezeit des klassischen Weimar" und mit der "herausragenden Rolle Weimars als Geisteszentrum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert".

Die Weimarer Klassik nahm Traditionen und progressive Einflüsse der Weltkultur auf, überschritt in Anspruch, Bedeutung und Wirkung weit die nationalen Grenzen und wurde Teil der Weltkultur. Es enstanden literarische Werke von außergewöhnlicher Bedeutung, geprägt von Weltoffenheit, universellem Bildungsanspruch und humanistischem Streben. Weimar wurde zu einem Brennpunkt europäischer Geistesströmungen: 1772 kam der Dichter Christoph Martin Wieland, 1775 Johann Wolfgang Goethe, ein Jahr später Johann Gottfried Herder und 1799 Friedrich Schiller in die Residenzstadt. Goethes Tod 1832 bedeutete den Endpunkt der Weimarer Klassik.

Im Goethe- und Schiller-Archiv und der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sind Handschriften und Bücher dingliche Zeugnisse des klassischen Weimar der Literatur. Zahlreiche, in eindrucksvoller Dichte und Authentizität erhaltene Denkmäler künden von der Lebenswelt der Dichter, ihrer Mäzene und von den vorbildhaften künstlerischen, architektonischen, städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Leistungen der Zeit.

Welterbe sind elf Teile des klassischen Weimar, zumeist "assoziative" Denkmäler, deren Wert sich aus der Verbindung von historischem Geschehen, baulicher Hülle und authentischer Ausstattung bildet. Goethes Wohnhaus formte der Dichter durch italienisch beeinflusste klassizistische Umbauten, die Ausstattung und die umfangreichen Sammlungen zum Ort seines dichterischen und wissenschaftlichen Wirkens. Das Haus ist auch ein Beispiel für die Umsetzung denkmalpflegerischer Ansprüche. Zum Welterbe gehören außerdem Schillers Wohnhaus, die Herderstätten (Stadtkirche, Herderhaus und Altes Gymnasium), das Stadtschloss, das Wittumspalais, die Herzog Anna Amalia Bibliothek, der Park an der Ilm (mit Römischem Haus, Goethes Garten und Gartenhaus), der Schlosspark Belvedere mit Schloss und Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg, Schloss und Schlosspark Tiefurt, die Fürstengruft mit dem Historischen Friedhof.

Weitere Informationen:
www.klassik-stiftung.de 
www.weimar.de 

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