Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

November 2007


Das "Internationale Jahr des Planeten Erde" der Vereinten Nationen 2008

Stand der Vorbereitungen

FRANZ WOLFGANG EDER

Das Internationale Jahr des Planeten Erde (International Year of Planet Earth / IYPE) ist eine gemeinsame Initiative der Internationalen Union der Geowissenschaften (IUGS) und der UNESCO. Das "Internationale Jahr" wurde für 2008 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen. Projekte und Veranstaltungen rund um das "IYPE" haben jedoch den Zeitraum 2007 bis 2009 zur Verfügung: das "Planet Erde Triennium".

Eines der ehrgeizigen Ziele des Trienniums ist es, zu zeigen, dass die Geowissenschaften unsere Gesellschaft gesünder und auch wirtschaftlich erfolgreicher machen können. Ein weiteres Ziel ist, dass sich Geowissenschaftler und ihre Fachinstitutionen gemeinsam engagieren, um die breite Öffentlichkeit, Schüler und Eltern besser über vorhandenes Geo-Wissen zu informieren. Politiker und andere Entscheidungsträger sollen überzeugt werden, dieses Wissen effizienter zu nutzen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das für das deutsche "Jahr der Geowissenschaften" 2002 geschaffene Logo "Planet Erde" dem Internationalen Jahr des Planeten Erde zur Verfügung gestellt. Das werbewirksame Logo mit dem Untertitel "Erdwissenschaften zum Nutzen der Menschheit" trägt entscheidend zum internationalen Erfolg des Jahres bei.

© Shivayanamahohm (Flickr Creative Commons)

 
Der Klimawandel, die zunehmende Gefährdung der Umwelt oder die Verknappung von Rohstoffen und Energieressourcen sind Themen, die heute von den Geowissenschaften erforscht werden.

Hintergrund

Mit einer Kampagne der IUGS begann im Jahr 2000 die Initiative für das IYPE. Dem Anliegen, die Bedeutung der Geowissenschaften für die Menschheit auf globaler Ebene herauszustreichen, schloss sich die UNESCO wenig später an. Träger ist seit März 2006 die "IYPE Corporation", eine in Delaware, USA, eingetragene Organisation. Projekte für Wissenschaft und Öffentlichkeit werden durch einen "Internationalen Vorstand" geplant und durch ein Sekretariat koordiniert. Dieses ist seit Januar 2007 im norwegischen Geologischen Dienst in Trondheim eingerichtet und kooperiert eng mit dem ebenfalls dort ansässigen Sekretariat der IUGS. Zur Umsetzung des Internationalen Jahres steht es in engem Kontakt mit derzeit knapp 50 Nationalkomitees für das "Jahr des Planeten Erde".

Seit März 2007 sitzt der US-Amerikaner Prof. Larry Woodfork dem "Internationalen Vorstand" vor. Geschäftsführender Direktor des IYPE-Sekretariats ist der frühere Präsident der IUGS, der Niederländer Prof. Eduardo de Mulder. Der ehemalige Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des IGCP, der Brite Prof. Edward Derbyshire, betreut bis November 2007 die IYPE-Forschungsprogramme. Die Öffentlichkeitsarbeit koordiniert Dr. Ted Nield, der bei der Londoner Geologischen Gesellschaft die Zeitschrift "Geoscientist" herausgibt.

Die Manager des IYPE gehen davon aus, auf der internationalen Ebene staatliche und private Sponsorengelder von etwa fünf Millionen US-Dollar einzuwerben. Diese Mittel sollen jeweils zur Hälfte für gezielte Forschungsprojekte und zur Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden. Mit überschaubaren finanziellen Mitteln, aber umso größerem Engagement nehmen Geowissenschaftler weltweit den aufwändigsten, jemals zugunsten ihrer Disziplin geplanten internationalen "Event" in Angriff.

© tsunamimuni (Flickr Creative Commons)

 
Die Erde ist ständiger Veränderung unterworfen. Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Stürme stellen immer wieder Risiken für den Menschen dar. Durch ein besseres Verständnis des Planten Erde und entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen können diese Risiken vermindert werden.

Geowissenschaftler können selbst von dem angesprochenen Wissenschaftsprogramm profitieren. Wichtiger sind daneben ganz andere, für die Geowissenschaften ungewohnte Zielgruppen:

  • Politikern und anderen Entscheidungsträgern soll der Wert geowissenschaftlichen Wissens für eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung nahe gebracht werden.
  • Die allgemeine Öffentlichkeit soll verstehen, dass die Geowissenschaften positive Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben haben. Der Bürger wird über Zeitschriften und Bücher und an Ferien- und Ausflugszielen angesprochen, besondere Aufmerksamkeit gilt Schülern und Studenten.
  • In den Geowissenschaften selbst soll fächerübergreifender Dialog alle Geo-Forscher dazu anregen, ihren Sachverstand zu Beratungsprojekten und Selbstdarstellungsformen jenseits eingefahrener Disziplinengrenzen beizusteuern. Nur durch Kooperation über Disziplinen hinweg kann der Mehrwert der Geowissenschaften für eine nachhaltige Nutzung der verfügbaren Ressourcen, für die Steigerung der Lebensqualität der Weltbevölkerung und für die Minderung des Gefahrenpotenzials von Naturkatastrophen überzeugend dargestellt werden.

Die Forschungsprogramme und die Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Internationalen Jahres des Planeten Erde gruppieren sich um zehn Themen, auf die man sich auf globaler Ebene aufgrund der jeweiligen Bedeutung für die Gesellschaft und aufgrund des interdisziplinären Charakters geeinigt hat:

  1. Grundwasser
  2. Naturkatastrophen
  3. Erde und Gesundheit
  4. Klima und Globaler Wandel
  5. Rohstoffe und Energie
  6. Megastädte
  7. Tiefe Erde
  8. Ozean
  9. Boden
  10. Erde und Leben

Zu allen zehn Themen stehen auf der Website www.yearofplanetearth.org Broschüren als PDF zur Verfügung.

Am 22. Dezember 2005 unterstützten auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen 97 Staaten, die 87 Prozent der Weltbevölkerung repräsentierten, die Ausrufung des IYPE durch entsprechende Stellungnahmen. Die Resolution A/RES/60/192 wurde einstimmig verabschiedet (Publikation am 20. Februar 2006). Im zwischenstaatlichen Rahmen hatte sich die Vereinigte Republik Tansania als Motor der Initiative erwiesen, 2005 bei der UNESCO sowie 2006 bei den Vereinten Nationen.

© Nagyman(Flickr Creative Commons)

 
Viele Menschen leben in von Smog geplagten Megastädten. Die Gefahren für unsere Gesundheit werden von unserer Umwelt bestimmt.

Zwölf Organisationen sind Partner des IYPE seit dessen formaler Gründung, weitere 26 Organisationen sind dem IYPE assoziiert und unterstützen die Initiative inhaltlich und finanziell. Um eine finanzielle Unterstützung des IYPE zu honorieren, können auch private Firmen "Internationaler Partner der IYPE Corporation" werden. Ab Beträgen von 50.000 US-Dollar dürfen "IYPE-Sponsoren" mit dem Logo des IYPE werben.

Wissenschaftler können Anträge auf Forschungsprojekte im Rahmen des IYPE, so genannte "Expressions of Interest", zu einem der zehn genannten Themen stellen. Ebenso können Anträge für Projekte der Öffentlichkeitsarbeit eingereicht werden. In einer Begutachtung ähnlich dem Verfahren des Internationalen Geowissenschaftlichen Programms (IGCP) bewertet ein Ausschuss mit erfahrenen Experten aus allen Weltregionen und allen Geo-Disziplinen die eingegangenen Anträge nach ihrer wissenschaftlichen Qualität, ihrer Machbarkeit, dem internationalen Ansatz und der zu erwartenden Wirkung. Zwar ist der Rahmen für finanzielle Förderung international bisher leider begrenzt, doch mögliche Aufstockungen durch Sponsoren und Partnerorganisationen lassen Raum für Hoffnungen auf mehr finanziellen Spielraum. Finanzmittel für rein national ausgelegte Forschungsprojekte und Öffentlichkeitsarbeit sollten bei nationalen Fördereinrichtungen beantragt werden.

Weitere Informationen und Formblätter für "Expressions of Interest” finden sich auf der Website www.yearofplanetearth.org. Hier sind in digitaler Form auch alle IYPE-Publikationen hinterlegt sowie Flyer in mehreren Sprachen, Power-Point-Präsentationen, der "Business Plan" und Informationen zu IYPE-Nationalkomitees (derzeit knapp 50). Außerdem verzeichnet die Website die Namen und Kontaktinformationen der "Scientific Advisers", "Goodwill Ambassadors" und "Patrons". Als "Patrons" des IYPE haben sich vor kurzem der frühere niederländische Premierminister Lubbers und der schwedische König Gustav zur Verfügung gestellt.

© JohnnyCashsAshes (Flickr Creative Commons)

 
Ein Großteil der Menschen weltweit hat keinen oder kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Diese wertvolle Ressource aufzuspüren, ist eine der vielen Aufgaben der Geowissenschaftler.

 
Ausgewählte Projekte auf internationaler Ebene

  • Offizieller Auftakt des Trienniums im Januar 2007: 4.567 in London gestartete Luftballons repräsentierten 4,567 Milliarden Jahre Erdgeschichte. Ähnliche Veranstaltungen fanden in Indien und Brasilien statt.
  • Die Ausstellung "From Space to Place" begleitete die 34. UNESCO-Generalkonferenz von Oktober bis November 2007 in Paris.
  • Ein Studentenwettbewerb bis November 2007 sucht nach den besten Gedichten, Essays und Kurzfilmen über die zehn Themen des IYPE.
  • Die offizielle Eröffnungsveranstaltung des IYPE findet am 12./13. Februar 2008 am Sitz der UNESCO in Paris statt.
  • Am 22./23. Mai 2008 findet in Arusha, Tansania, die afrikanische Auftaktveranstaltung statt.
  • Das Projekt "One Geology" ist eine digitale geologische Weltkarte im Maßstab 1:1 Million, publiziert von der Kommission für die Geologische Weltkarte (CGMW), den britischen geologischen Diensten und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Hannover.
  • In den "Alpen-Geotraversen" kooperieren 2008-2009 unter anderem Frankreich, Italien, Österreich, die Schweiz, Slowenien und Deutschland.
  • In den USA, in Spanien und Kanada starten neue TV-Dokumentationen über Geowissenschaften.
  • Eine internationale Konferenz widmet sich "Indigenem Geo-Wissen und Geowissenschaften".
  • In China kommt eine Sinfonie mit dem Titel "Planet Erde" zur Uraufführung.
  • 40.000 Exemplare des Buches "Planet Erde und Partner" werden gedruckt.
  • Internationale Kongresse, zum Beispiel der Amerikanischen Geologischen Gesellschaft oder der Amerikanischen Geophysikalischen Union, widmen sich vorrangig dem IYPE.
  • Der im vierjährigen Turnus abgehaltene Internationale Geologenkongress findet im August 2008 in Oslo statt.
  • Erstmals findet eine Weltkonferenz "Junger Geowissenschaftler" statt.
  • Der Springer-Verlag publiziert zehn wissenschaftliche Bände zu den Themen des IYPE.
  • Vom Londoner Nature-Verlag wird 2008 die neue wissenschaftliche Zeitschrift "Nature Geoscience" an den Start gebracht.
  • Auch der Springer-Verlag startet mit "Geoheritage" eine neue wissenschaftliche Zeitschrift.
  • Neue Karten von ausgewählten Regionen und der Welt werden vorgestellt, die metallogenetische, geologische und kinematische Eigenschaften des Planeten dokumentieren.
  • Zu "Medizinischen Geowissenschaften" wird ein Kriterienkatalog erarbeitet und vorgestellt.
  • Die Vereinten Nationen geben Briefmarken zum IYPE heraus, und Australien legt eigens Münzen auf.
  • Dutzende Projekte weltweit führen zu neuen CD-ROMs und künstlerischen sowie thematischen Ausstellungen.
© Don Van Dyke (Flickr Creative Commons)

 
Was wir über das Leben der Gegenwart und Zukunft wissen, haben wir aus der Vergangenheit gelernt: aus den Ablagerungen der Vorzeit. Geowissenschaftler erforschen das steinerne Archiv des Lebens auf dem Planeten Erbe.

 
Deutsche Aktivitäten zum Internationalen Jahr des Planeten Erde

Ob die ehrgeizigen Zielsetzungen des Internationalen Jahres des Planeten Erde erreicht werden, hängt von einer intensiven und öffentlichkeitswirksamen Begleitung auf nationaler und lokaler Ebene ab. Die bereits etablierten oder erst noch geplanten Nationalkomitees für das IYPE sollen eine "Lobby für die Geowissenschaften" sein und nationale Aktivitäten in den internationalen Rahmen einbinden. Nationalkomitees sind daher die wichtigsten Strukturen im Rahmen des Internationalen Jahres, um Aktivitäten in der nationalen und lokalen Öffentlichkeit und Politik zielgruppengerecht voranzutreiben und darzustellen.

Das Deutsche Nationalkomitee der IUGS hat auf seiner Sitzung im Februar 2006 die Bildung einer Arbeitsgruppe vorgeschlagen. Auf Anregung und unter Federführung der GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung wurde ein deutscher "IYPE-Lenkungsausschuss" ins Leben gerufen. Er fungiert als IYPE-Nationalkomitee, da er die deutschen Aktivitäten zum Internationalen Jahr des Planeten Erde stimuliert, strukturiert und koordiniert.

© Stefan Gara (Flickr Creative Commons)

 
Böden sind Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie sind die Basis für die Nahrungsmittelproduktion, dienen als Wasserspeicher und filtern Schadstoffe. Die Funktionsfähigkeit der Böden zu erhalten ist gleichbedeutend mit dem Schutz vor Wüstenbildung.

Der IYPE-Lenkungsausschuss der GeoUnion wird von deren Präsidenten Prof. Rolf Emmermann geleitet. Der Sekretär ist der Geschäftsführer der GeoUnion Dr. Christof Ellger. Als Schnittstelle zur IUGS und zum "Internationalen Vorstand" des IYPE wurde der Autor dieses Beitrags, Dr. Wolfgang Eder, ernannt. Am IYPE-Lenkungsausschuss der GeoUnion beteiligen sich folgende Personen zur Steuerung der deutschen Beiträge zum IYPE (Stand Oktober 2007, die Zusammensetzung wird bei aktuellen Anforderungen entsprechend erweitert):

  • Vorsitz: Rolf Emmermann, Präsident GeoUnion, bis 2007 Wissenschaftlicher Vorstand des GeoForschungsZentrums Potsdam
  • Sekretär: Christof Ellger, Geschäftsführer GeoUnion, Berlin
  • Schnittstelle zum Internationalen Vorstand des IYPE: Wolfgang Eder, Deutsches Nationalkomitee der IUGS, München
  • Gerold Wefer, Direktor des Forschungszentrums Ozeanränder, Marum Bremen, Vorsitzender des Lenkungsausschusses Wissenschaft im Dialog; Vertretung: Frank Schmieder, Marum
  • Frauke Kraas, Anthropogeographie, Köln; Vertretung: Hans-Rudolf Bork, Direktor des Ökologie-Zentrums der Universität Kiel
  • Cornelia Gläßer, Leiterin der Arbeitsgruppe Geofernerkundung und Kartografie der Universität Halle
  • Gerd Tetzlaff, Direktor des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig
  • Jörn Thiede, Direktor des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) Bremerhaven; Margarete Pauls (AWI)
  • Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) Hannover; Vertretung: Volker Steinbach, Wilhelm Struckmeier, Frauke Schäfer (alle BGR)
  • Dietmar Grünreich, Präsident des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) Frankfurt; Vertretung: Andreas Busch, Anke Schwarzer (BKG)
  • Peter Herzig, Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IfM GEOMAR), Kiel; Vertretung: Nicole Schmidt (IfM GEOMAR)
  • Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde, Berlin
  • Volker Mosbrugger, Geokommission, Direktor des Forschungsinstituts und Naturkundemuseums Senckenberg, Frankfurt
  • Gabriele Broll, Bodenkunde, Hochschule Vechta
  • Reinhard Dietrich, Geodäsie, Technische Universität Dresden
  • Jes Rust, Paläontologie, Universität Bonn
  • Harald Frater, MMCD Multimedia, Düsseldorf
  • Lutz Möller, Deutsche UNESCO Kommission, Bonn
  • Lutz Geissler, Vertreter der geowissenschaftlichen Studenten, Freiberg

Der IYPE-Lenkungsausschuss berät sich in engem Kontakt mit dem BMBF und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

© ReRod (Flickr Creative Commons)

 
Der Planet Erde beeindruckt den Nichtwissenschaftler gerade an spektakulären Steilküsten, Felsformationen und im Hochgebirge.

Die guten Erfahrungen, die 2002 in Deutschland im "Jahr der Geowissenschaften" unter der Federführung des BMBF und der GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung gemacht wurden, trugen entscheidend dazu bei, dass die Initiative für ein Internationales Jahr des Planeten Erde früh viel Unterstützer fand. Die in Deutschland mit Blick auf die breite Öffentlichkeit durchgeführten Aktivitäten der geowissenschaftlichen Fachgesellschaften, der geologischen Ämter, der Universitäten, der staatlichen und der industriellen Forschungseinrichtungen haben das Image der Geowissenschaften langfristig positiv beeinflusst. Daher hat auch das Auswärtige Amt bei aller Skepsis angesichts einer Flut Internationaler Jahre die Initiative für das IYPE in den UN-Gremien unterstützt.

Zahlreiche deutsche Geowissenschaftler und Fachinstitutionen haben sich maßgeblich an der Konzeption, Formulierung und Finanzierung der zehn Broschüren für die Themen des IYPE beteiligt. Sechs deutsche Geoforscher sind derzeit in den "Science Implementation Teams" (SITs) vertreten, die die auf der internationalen Ebene eingereichten Projektanträge beurteilen.

Die deutsche Geo-Community, seit 2002 unter dem Dach der GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung, hat sich um das IYPE besonders verdient gemacht. Aus dem großen Engagement entsteht aber auch eine besondere Verpflichtung, zum Erfolg des IYPE beizutragen. Zahlreiche Forschungsprojekte und Öffentlichkeitsarbeit, maßgeblich getragen von DFG und BMBF, werden unter dem IYPE-Banner durchgeführt.

© ange (Flickr Creative Commons)


Naturereignisse wie diese Schlammlawine auf den Philippinen können nicht verhindert werden, aber Geowissenschaftler helfen, das Gefahrenpotenzial einzuschätzen und dadurch Katastrophen mit großen Verlusten an Menschenleben zu minimieren.

Ein besonders geeignetes Instrument, um Geowissenschaften für die Öffentlichkeit darzustellen, sind Geoparks und Geotope. Auch in Deutschland versteht man es in jüngster Zeit immer besser, wissenschaftliche Geologie und Paläontologie mit Information der Öffentlichkeit, Bildung für die Jugend, Schutz des geologischen Erbes sowie wirtschaftlicher Entwicklung durch Geo-Tourismus zu verbinden. Informations- und Bildungsaktivitäten für ein breites Publikum oder für politische Entscheider können in Form von Museums-Ausstellungen, Wettbewerben oder Quiz, Messen, Konferenzen oder Informationsveranstaltungen ausgestaltet werden. Das ideale Format von Büchern, Broschüren, Filmen und TV-Dokumentationen, Zeitungsbeiträgen und Zeitungsbeilagen sowie künstlerischen und spielerischen Ideen zur Vermittlung von Geowissenschaften muss immer von der Zielgruppe her konzipiert werden.

Im Laufe des letzten Jahres ist es gelungen, viele Mitstreiter aus Wissenschaft, Politik und Fachorganisationen für eine Mitwirkung am IYPE zu gewinnen. Zusätzlich zu den oben aufgeführten Personen, ihren Institutionen und den in der GeoUnion zusammengeschlossenen Gesellschaften spielen folgende Einrichtungen eine prägnante Rolle: der Berufsverband Deutscher Geowissenschafler e.V., die Akademie für Geowissenschaften zu Hannover e.V., das Naturkunde-Museum Coburg, die nationalen Geoparks Deutschlands, die TU Berlin, die universitären GeoZentren in Göttingen, Frankfurt, Kiel und München, der Springer-Verlag, Heidelberg, die Münchner Rückversicherung sowie die K+S Aktiengesellschaft, Kassel.

Eine deutsche Broschüre "Internationales Jahr des Planeten Erde – Geowissenschaften zum Nutzen der Menschheit", herausgegeben und finanziert von der Deutschen UNESCO Kommission, Bonn, steht kurz vor der Fertigstellung.

© tsuda(Flickr Creative Commons)


Geowissenschaftler erforschen Lagerstätten fossiler Rohstoffe und erkunden neue Energiequellen, um die Energiesicherheit der Menschheit sicherzustellen.

 
Ausgewählte Projekte in Deutschland

  • Deutsche IYPE-Auftaktveranstaltung "Planet Erde und moderne Technologien" (Juni 2008, Berlin)
  • Geo-Konferenzen: Lateinamerika-Kolloquium 2007 (Kiel, April 2007); Lithosphären-Konferenz (GFZ Potsdam, Juni 2007); "GeoPomerania" (Szczecin/Stettin, September 2007); Deutscher Geographentag (Bayreuth, Oktober 2007), "Oceans" (Bremen, Oktober 2007); Deutscher Geologentag (Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler, Bonn, 10. November 2007); "Geo 2008" (Deutsche Geologische Gesellschaft, Aachen, 29. September bis 2. Oktober 2008)
  • Ausgewählte regionale Konferenzen zu IYPE-Themen: "Megacities" (Berlin, 2008); "Boden" (Dresden, September 2007; Wien, 2008); Grundwasser (Bonn, 22. März 2008; Göttingen, Mai 2008); Rohstoffe (Hannover, 7. November 2008); Naturkatastrophen und Risiken (Leipzig, August 2008); "Deep Earth and Surface Processes" (München, Juni 2008)
  • Internationales Jahr der Riffe 2008: Ausstellungen, Konferenzen in Zusammenarbeit mit der Paläontologischen Gesellschaft (Berlin, Museum für Naturkunde, 2008; Bonn, 2009; Forschungsinstitut und Museum Senckenberg, Frankfurt, 2008-2009)
  • Wanderausstellung "Unruhige Erde", Geotechnologien (Frankfurt, Münster, Bremen, München, Bonn, Berlin, 2006-2008)
  • Ausstellungen zu "Klima", "Polarregionen": Alfred-Wegener-Institut (AWI) Bremerhaven, Marum Bremen, Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IfM-GEOMAR) Kiel
  • 3. Weltkonferenz des "Global National Geoparks Network" mit Beteiligung der UNESCO (Osnabrück, 22. bis 26. Juni 2008)
  • 50 Jahre Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover (2008)
© Ilona 68 (Flickr Creative Commons)

 
Das Jahr 2008 ist auch das Internationale Polarjahr. Die Polarregionen sind vom Klimawandel ganz besonders betroffen, stark steigende Temperaturen lassen ein beschleunigtes Abschmelzen des Eises von Grönland und der Antarktis befürchten.

 
Veranstaltungen für die breite Öffentlichkeit

  • "Netzwerk - Steine in der Stadt" (Berlin, Bonn, München, 2007-2009)
  • "Schüler und Geoparks" (TerraVita, Osnabrück, 2007-2008)
  • "Geo-Preis der Stadt Coburg (Naturkunde-Museum Coburg, 2008)
  • "Gestein des Jahres" (Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler); "Fossil des Jahres", "Boden des Jahres" (Entwurfstadium)
  • "Impakt-Strukturen: Nördlinger Ries (Geopark Nördlingen, Universität München)
  • "850 Jahre München: Geowissenschaften in Stadt und Land (Geothermie, Wasser, Böden, Bausteine, Geologie und Kultur, Risiken: "Wie sicher ist meine Stadt ?", 2008, GeoZentrum München, Münchner Rück)
  • "Geo-trail: Stadt, Land, Fluss" (Geo-Agentur, Universität Frankfurt, 2007-2009)
  • "Tag des Geotops" (September 2007, September 2008, September 2009)
  • "Erdwissenschaften im täglichen Leben" (Freiberg, 2007-2009)
  • "Megacrystals" (2008, Bamberg, Entwurfstadium)
  • Kinder-Universität "Geowissenschaften" (Bonn, Würzburg, Tübingen, Kiel, Göttingen, 2008-2009)

Terminkalender zum IYPE finden sich unter:

http://www.geo-union.de/html/termine.html
http://www.esfs.org/ncgermany.html

Kontakt

Prof. Dr. Rolf Emmermann, Präsident, GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung, Potsdam
E-Mail: emmermann(at)gfz-potsdam.de

Dr. Christof Ellger, Geschäftsführer GeoUnion/Alfred-Wegener-Stiftung, Berlin
E-Mail: christof.ellger(at)gfe-berlin.de

Dr. F. Wolfgang Eder, Schnittstelle für das IYPE zwischen internationaler und nationaler Ebene (ehem. Direktor der geowissenschaftlichen Abteilung der UNESCO), c/o Universität München
E-Mail: w.eder-geo(at)hotmail.de


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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