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Geopark Muskauer Faltenbogen

© Peter Radke

Aus der Luft gesehen liegt der Muskauer Faltenbogen wie ein großes Hufeisen in der sandigen Landschaft im Länderdreieck Brandenburg – Sachsen – Polen (Wojewodstwo Lubuskie bzw. Lebuser Land). Mitten hindurch fließt die Neiße, wobei sie sich bis zu 30 Meter einschneidet, was für das Flachland durchaus ungewöhnlich ist. Der Faltenbogen entstand vor 350.000 Jahren in der Eiszeit als "Stauchendmoräne" am Rande des Muskauer Gletschers. Damals lag Mitteleuropa bis zur Linie Hamburg – Berlin – Krakau unter einer 3.000 Meter mächtigen Eisdecke, wie heute Grönland.

© Jacek Kożma & Krzysztof Urbański (2006, Poln. geologischer Dienst)

Bis heute ist unklar, warum aus dieser Eismasse in der Gegend von Bad Muskau plötzlich ein „kleiner“ Gletscher (20 Kilometer breit und lang und bis zu 500 Metern dick) hervorstach. Er „zerdrückte“ und stauchte den Untergrund bis in eine Tiefe von 300 Metern und türmte die Erdmassen vor sich auf - eine Stauchendmoräne, der Muskauer Faltenbogen. Durch die Stauchung gelangten viele tiefliegende Gesteine und Minerale an die Oberfläche, zum Beispiel Braunkohle, Glassande, hochwertige Tone für Buntgeschirr, Ziegel und Industriekeramik und Alauntone, aus denen zahlreiche Mineralquellen hervorsprudeln. Deshalb entwickelte sich hier zwischen 1840 und 1970 eine Rohstoff gewinnende und verarbeitende Industrie. Dazu gehören unter anderem etwa 80 Braunkohlengruben im Unter- und Übertagebergbau, mehr als 30 Glashütten und eine deutschlandweit bedeutende keramische Industrie. Heute ist der Faltenbogen eine Altbergbaulandschaft voller Gewässer und ein waldreicher Naturraum mit bedeutender ökologischer Vielfalt.

Die Faltenbogenlandschaft bietet beim Wandern oder Radfahren auf einem gut ausgebauten Wegenetz einen hervorragenden Einblick über den Formenreichtum einer eiszeitlichen Landschaft: Zum Beispiel Geschiebemergelfelder, auf denen die Steine beim Pflügen stets aufs Neue „wachsen“, Niederungen mit Mooren, getrennt durch trockene Hochflächen, Trockentäler, die auf die Neiße zulaufen, Sölle, Findlinge, eine Vielzahl von Quellen und anderes mehr. Die Babina-Quellen in Łęknica suchen in Europa ihres gleichen. Im Badepark des Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau werden die eisenreichen Mineralquellen noch heute zu Kurzwecken genutzt. 

Infozentrum Nochten
© Manfred Kupetz

Die Neißetalbrücke wurde unter anderem im Rahmen des Geoparks initiiert und verbindet Brandenburg und Polen. Ein Informationszentrum am Rand des Braunkohlentagebaus Nochten im Geopark ermöglicht einen eindrucksvollen Blick in die Grube und auf die 600 Meter lange Förderbrücke. Das Geopark-Informationszentrum im Schullandheim Jerischke, der Aussichtsturm am Felixsee, der Lausitzer Findlingspark Nochten, die Muskauer Waldeisenbahn und vieles mehr erwarten die Besucher.

  • Jahr der Anerkennung als Nationaler Geopark: 2006
  • Jahr der Anerkennung als Globaler Geopark: 2011 (2015 als UNESCO Global Geopark)
  • Bundesländer: Brandenburg und Sachsen sowie das Lebuser Land in Polen
  • Verwaltung:
    Geschäftsstelle Nationaler Geopark Muskauer Faltenbogen
    Forster Str. 8
    03159 Döbern
    Tel.: 036600 - 385 18
    Fax: 035600 - 6597
    Email: info(at)muskauer-faltenbogen.de
    Internet: www.muskauer-faltenbogen.de
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