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Eröffnung des Beschleunigerzentrums SESAME

Forschung unter UNESCO-Schirmherrschaft als Beitrag zum Frieden in Nahost

Am 16. Mai 2017 wurde das hochmoderne Forschungsinstitut SESAME an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Al-Balqa in Jordanien eröffnet. Das erste große internationale wissenschaftliche Exzellenzzentrum im Nahen Osten wird seit über 15 Jahren maßgeblich von der UNESCO unterstützt.

© 2016-2017 CERN

SESAME steht für Synchrotron-Light for Experimental Science and Applications in the Middle East – in dem Teilchenbeschleuniger wird intensive und stark gebündelte elektromagnetische Strahlung erzeugt und für Forschung genutzt. Die Röntgenstrahlung eignet sich für physikalische Grundlagenforschung, für Forschung in vielen naturwissenschaftlichen Disziplinen, aber auch für industrielle und medizinische Anwendungen. Die Spanne der Forschungsthemen reicht von der Suche nach neuen Krebsmedikamenten bis zur Erforschung von Architektur und Kunst.

SESAME steht aber auch für: Internationale Wissenschaftskooperation, Toleranz und interkulturellen Dialog. Die Großforschungseinrichtung wird derzeit von rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Region und darüber hinaus genutzt. So forschen dort Israelis, Palästinenser, Iraner und Türken Seite an Seite. Schon die Einrichtung des Wissenschaftszentrums war Ergebnis internationaler Kooperation: Ende der 1990er Jahre wurde die Idee vom damaligen UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor aufgegriffen und maßgeblich vorangetrieben. Unter der Schirmherrschaft der UNESCO wurde so ein Steuerungsgremium zur Begleitung von SESAME eingerichtet. Aktuell ist der „SESAME Rat“ von Jordanien, Ägypten, dem Iran, Israel, Pakistan, der Palästinensischen Autonomiebehörde, der Türkei sowie Zypern besetzt. Hinzukommen 17 Beobachterstaaten, darunter Deutschland, die USA, Russland und China sowie die EU. Deutschland hat auch einen entscheidenden Beitrag zur Einrichtung von SESAME geleistet, indem 2002 der in Berlin ausgemusterte „Speicherring“ als Kerntechnologie für SESAME zur Verfügung gestellt wurde. Auch der technische Leiter von SESAME ist ein Deutscher, Dr. Erhard Huttel vom Karlsruher Institute of Technology.

© 2015-2017 CERN

Nach 13 Jahren Bau und einer ersten Testphase im Januar dieses Jahres, wurde SESAME am 16. Mai 2017 mit einem Festakt im Beisein von König Abdullah II. von Jordanien und der UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova eröffnet. Auch die Präsidentin der Schweiz ist anwesend. Mit der Eröffnung von SESAME übernimmt Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), den Vorsitz des Rats. Als Ex-CERN-Chef ist er mit dem Management einer Großforschungseinrichtung und mit der Bedeutung von Wissenschaft für Völkerverständigung bestens vertraut: Auch das in den 1950ern aufgebaute, ebenfalls unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehende Teilchenforschungszentrum CERN in Genf wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zuletzt unter dem Aspekt gegründet, dem Dialog und Frieden zu dienen.

Für die UNESCO ist die Eröffnung der Abschluss eines fast 20 Jahre langen Weges, auf dem sie nicht nur die Geschäfte des „SESAME Rats“ geführt hat, sondern durchgängig und mit Nachdruck dazu beigetragen hat, diplomatische und technische Hürden zu beseitigen und für SESAME neue Partnerschaften weltweit zu etablieren.  


Weitere Informationen:

SESAME-Website

SESAME und die UNESCO

Das Synchrotronlabor SESAME

International Basic Sciences Programme, IBSP

 

 

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