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November 2010

UNESCO-Wissenschaftsbericht 2010

China hat bald weltweit die meisten Forscher

Die weltweit meisten Forscher wird es demnächst in China geben. Zu diesem Ergebnis kommt der UNESCO-Wissenschaftsbericht 2010. Chinas Investitionen in Forschung und Entwicklung liegen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt heute um 50 Prozent höher als noch 2002. Der Anteil Asiens an den weltweiten Forschungs- und Entwicklungsausgaben stieg von 2002 bis 2007 um fünf Prozentpunkte auf 32 Prozent. In der EU, den USA und Japan ging der Anteil dagegen zurück.

"Die Verteilung von Forschung und Entwicklung zwischen Nord und Süd hat sich mit dem Auftreten neuer Akteure in der globalen Wirtschaft verändert", sagte UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. "Die bipolare Welt, in der Wissenschaft und Technologie von der Triade USA, EU und Japan dominiert wird, weicht allmählich einer multipolaren Welt." Die großen Schwellenländer Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika geben mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus als jemals zuvor.

Anteile der G20 am weltweiten Bruttoinlandsprodukt und an den weltweiten Forschungs- und Entwicklungsausgaben 2002 und 2007
© UNESCO-Institut für Statistik

In welchem Maße ein Land in Wissen investiert, wird nach Einschätzung der UNESCO immer wichtiger für den wirtschaftlichen Gesamterfolg. Im Jahr 2007 wurden weltweit 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Das entspricht 1.146 Milliarden US-Dollar und bedeutet einen Zuwachs von 45 Prozent gegenüber 2002.

Die traditionelle Führungsrolle der USA im Wissenschaftsbereich ist in den vergangenen fünf Jahren ins Wanken geraten. Durch die Weltwirtschaftskrise hat sich diese Entwicklung verstärkt. Während die USA mit der Überwindung der Rezession beschäftigt sind, profitieren Unternehmen aus aufstrebenden Wirtschaftsmächten wie Brasilien, China, Indien und Südafrika von ungebrochenem wirtschaftlichem Wachstum und positionieren sich immer höher in der Wertschöpfungskette.

Trotz allem bleiben die USA das absolute Schwergewicht in der internationalen Wissenschaft. Das Land investiert nach wie vor mehr in Forschung und Entwicklung als alle übrigen G8-Staaten zusammen. Rund ein Drittel aller Forschungsgelder weltweit kommen in den USA zum Einsatz, Europa liegt bei gut 23 Prozent, China nur bei knapp 9.

Die Entwicklungsunterschiede zwischen Ländern und Regionen bleiben dem Bericht zufolge weiterhin sehr groß. 2007 lag das Pro-Kopf-Einkommen in den USA etwa 30 Mal höher als der Durchschnitt in Afrika südlich der Sahara. Ein Problem vieler Entwicklungs- und Schwellenländer bleibt der Brain Drain – die langfristige Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte.

Länder wie China, Indien und Südkorea haben im Wissenschaftssektor aufgeholt.
© UNESCO/L'Oréal/Micheline Pelletier

Multinationale Konzerne aus Schwellenländern gewinnen zugleich immer größeren Einfluss auf dem Weltmarkt. Sie erwerben technologisches Wissen durch globale Zusammenschlüsse und Übernahmen. Dieselben Schwellenländer, in die einst Fertigungsprozesse ausgelagert wurden, entwickeln heute eigenständig neue Prozesstechnologien, Produkte, Design und angewandte Forschung.

Nach Einschätzung der UNESCO steht die Welt am Beginn eines strukturellen Umbruchs: Die Bedeutung von Wissen für die globale Wirtschaft wächst stetig. Die Verbreitung der digitalen Informationstechnologien ermöglicht weltweit den Zugriff auf Fachwissen und stellt zunehmend die Führungsrolle der Industrieländer in Frage. Durch die Globalisierung hat der Wettbewerb in den Wissenschaften zugenommen.

"Die regionale und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit wird künftig von entscheidender Bedeutung sein, um die wachsenden globalen Herausforderungen zu bewältigen", sagte UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. "Vor diesem Hintergrund wird die UNESCO ihre Bemühungen um internationale Partnerschaften stärken. Dies betrifft vor allem die Süd-Süd-Kooperationen.“

Der UNESCO-Weltwissenschaftsbericht erscheint seit 1993. Er vergleicht in seiner fünften Auflage die aktuelle Situation der Wissenschaften in neun Weltregionen und enthält zu einzelnen Ländern vertiefte Studien, darunter USA, China und Indien.

UNESCO Science Report 2010, Zusammenfassung
Ein aktuelles Bild der Wissenschaft weltweit
Deutsche Übersetzung. Hrsg. von der Deutschen UNESCO-Kommission, Bonn 2010. 32 Seiten
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UNESCO Science Report 2010
The Current State of Science around the World
Der vollständige, englischsprachige Bericht findet sich auf der UNESCO-Website

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