UNESCO-Projektschule Städtische Realschule Heinsberg im Klevchen

Leben im Dreiländereck

Die Städtische Realschule Heinsberg im Klevchen ist die westlichste UNESCO-Projektschule Deutschlands und liegt inmitten des Dreiländerecks Deutschland-Niederlande-Belgien. Die geografische Lage ermöglicht engen Kontakt zu Schulen aus beiden Nachbarländern. Dieser regionalspezifische, internationale Genius loci ermuntert die Schülerinnen und Schüler mit Neugier auf ein Leben in globaler Vielfalt zu blicken.

Illustration UNESCO-Projektschulen

Fakten

Interkulturelles Lernen und Schulpartnerschaften

Die Städtische Realschule Heinsberg im Klevchen legt großen Wert auf den internationalen Austausch. Insbesondere zu ihrer niederländischen Partnerschule Trevianum werden vielfältige Kontakte gepflegt, u.a. mit dem Projekt „Begegnung mit dem Nachbarn“. Hier arbeiten in paritätischer Verteilung 120 Schülerinnen und Schüler beider Schulen in gemischten Gruppen zusammen, geleitet von Lehramtsstudierenden der niederländischen Fachhochschule für Lehrerausbildung FONTYS.

Zudem hat sich eine intensive Beziehung zu einer Zittauer Realschule entwickelt, die im östlichen Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen verortet ist. Gemeinsam initiieren die beiden deutschen Schulen die „Europawoche“, bei der Partnerschulen aus allen sechs Nachbarnationen teilnehmen. Dieser Ansatz ist seit 1996 besonderes Merkmal der schulischen Arbeit und wirkt sich immer wieder fruchtbar auf das Schulleben aus.

Die Realschule Heinsberg engagiert sich zudem auch außereuropäisch. So pflegt sie eine Patenschaft mit dem Dorf Niumi Lamin in Gambia und konnte dort bereits den Neubau einer Krankenstation finanziell unterstützen. Derzeit wird mit Hilfe der Heinsberger Realschule eine Solaranlage und ein Brunnen im Dorf gebaut, um die Versorgung des Krankenhauses mit Strom und fließendem Wasser zu sichern. Die Gelder hierfür stammen aus den Gewinnen des Schulshops für Schreib- und Schulmaterialien sowie Spenden der Schülerinnen und Schüler.

Menschenrechts- und Demokratiebildung

Die Realschule Heinsberg kooperiert mit dem niederländischen Inklusionsprojekt GIPS, das Begegnungen mit körperlich beeinträchtigten Menschen ermöglicht. Sie führen die Schülerinnen und Schüler durch verschiedene Stationen, damit diese ihre Umwelt aus einer neuen Perspektive erleben können. Durch diese unmittelbare Erfahrung und Begegnung mit Betroffenen bildet sich Verständnis und Empathie für die jeweiligen Lebenslagen. Zudem wird Inklusion als Menschenrecht erkannt.

Einen besonderen Stellenwert nimmt die Sensibilisierung für die Themen Rechtsextremismus, Nationalsozialismus und Totalitarismus ein. Sie ist je nach Klassenstufe unterschiedlich ausgestaltet: So setzen sich die Klassen 6 mit der Thematik anhand kultureller Bildung auseinander, die Klassenstufen 8 und 9 besuchen die Ausstellungen „Gegen Rechts“ und „Die Braune Falle“ und die Klassen der Jahrgangsstufe 10 lernen von Zeitzeugenvorträgen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Städtische Realschule fokussiert sich auf Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit. Auf freiwilliger Basis können alle Jugendlichen am Projekt „Plant for the Planet“ teilnehmen. Jedes Jahr erhalten sie so die Möglichkeit, Bäume zu pflanzen und eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Einige der Schülerinnen und Schüler lassen sich darüber hinaus zu Klimabotschaftern ausbilden und werden damit zu Multiplikatoren für andere Klassen und die umliegenden Schulen.

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