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Tsunami-Katastrophenschutzübung zehn Jahre nach Fukushima

Unter der Schirmherrschaft der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der UNESCO organisieren die Anrainerstaaten des Nordostatlantiks, des Mittelmeers und der angrenzenden Meere vom 8. bis 10. März eine Katastrophenschutzübung zur Frühwarnung vor Tsunamis.

Die Katastrophenschutzübung erfolgt genau zehn Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan, die in Deutschland zum „Atom-Ausstieg“ führte. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima wurde durch das „Tohoku-Erdbeben“ ausgelöst, das einen Tsunami an der Nordostküste der Insel Honshu verursachte. Tsunamis treten nach Erdbeben weltweit auf und sind auch im Mittelmeer und Nordostatlantik möglich. Die UNESCO-IOC hat deshalb in diesen Regionen seit 2004 den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems koordiniert – ebenso wie in der Karibik und im Indischen Ozean.

Tsunamis sind Naturkatastrophen mit sehr schneller Entwicklung, die eine rasche Reaktion erfordern. Sie werden durch ein submarine oder küstennahe Erdbeben verursacht, die in einer Tiefe von weniger als 50 Kilometern auftreten und eine Stärke von mindestens 6,5 auf der Richterskala aufweisen. Erdbeben mit einer Magnitude von mehr als 8,7 - wie das japanische Erdbeben vom 11. März 2011 und das Sumatra-Erdbeben vom 26. Dezember 2004 (9,2) - verursachen große und katastrophale Tsunamis.

Um ein hohes Maß an Bereitschaft aufrechtzuerhalten, müssen die nationalen Tsunami-Warnzentren und Katastrophenschutzbehörden ihre Notfallmaßnahmen und Kommunikationsverbindungen regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Ziel der Übung vom 8. bis 10. März 2021 ist es, in den einzelnen Mitgliedstaaten Aktionspläne und deren Umsetzung zur Reaktion auf Tsunamis zu überprüfen, die Bereitschaft der Behörden zu erhöhen und die Gesamtkoordination zwischen Behörden und Menschen sicherzustellen. Unter dem Namen NEAMWave21 wird dies die vierte Übung nach 2012, 2014 und 2017 sein. Eine ähnliche Übung ist 2021 für den 12. März in der Karibik geplant.

Deutschland verfügt über ein Tsunami-Warnzentrum am Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), das bei der Übung von UNESCO-IOC als Beobachter beteiligt ist. Das BSH empfängt die Warnmeldungen, leitet sie aber nicht an andere Stellen in Deutschland weiter, da die Kommunikationswege in den früheren Übungen bereits gut getestet wurden. Zudem hätten die in dieser Übung simulierten Tsunamis für deutsche Küsten kaum merkliche Auswirkungen – bei anderen Szenarien könnte die Gefahr von Tsunamis allerdings auch in der Nordsee höher sein.