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UNESCO-Konferenz zum Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Kontexten

Auf der UNESCO-Konferenz „Verkehr und Schutz von Kulturgut und gemeinsames Erbe: welche neuen Perspektiven?“ zum Umgang mit Sammlungen aus kolonialen Kontexten hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, am 1. Juni 2018 die Bedeutung eines verantwortlichen Umgangs mit Kulturgut und die unverzichtbare Rolle der Provenienzforschung betont. Grütters diskutierte politische Lösungsansätze mit Ministern aus zahlreichen Ländern.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Konferenz vertrat, erklärte in ihrem Statement: „Endlich auch Verantwortung für den Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Kontexten zu übernehmen - diese Aufgabe ist eine historische Verpflichtung, der wir uns alle stellen müssen. Deshalb ist ein notwendiger und zwingender Schritt, dass alle Museen ihre Bestände erforschen. Es ist an der Zeit, mit den kulturellen Zeugnissen ihrer Sammlungen und dem Kulturgut aus kolonialen Kontexten verantwortungsvoll, sensibel und im Dialog mit den Herkunftsgesellschaften umzugehen sowie die Anstrengungen dazu noch weiter zu intensivieren. Dass die Aufarbeitung der Kulturgüter aus kolonialen Kontexten verstärkt in den politischen und gesellschaftlichen Blickpunkt gerät, zeigt auch, wie wichtig das großartige Kulturprojekt Humboldt Forum, dieser einzigartige Ort des Dialogs mit den Kulturen der Welt, ist: Bereits lange vor seiner Eröffnung hat es gerade bei dieser sensiblen Problematik wie ein Katalysator gewirkt. Das Humboldt Forum wird unsere Visitenkarte für die Darstellung der Herkunftsgeschichten, für den Zugang zu den Objekten und für das Miteinander in der Aufarbeitung der Sammlungen werden.

Monika Grütters bekräftigte: „Die Provenienzrecherche ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass wir uns über den angemessenen Umgang mit Kulturgut aus kolonialen Erwerbskontexten verständigen können. Ich bin sicher, dass wir sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene die Chance haben, im gemeinsamen Dialog Lösungen zu entwickeln. Dadurch werden Kooperationen entstehen, die den Weg für Verständigung und Versöhnung ebnen. Nicht zuletzt geht es dabei um unsere gemeinsame Verantwortung für das Menschheitskulturerbe - und damit weniger um Kategorien wie „Besitz“ oder „Eigentum“ als vielmehr um die Fürsorge für die uns anvertrauten Kulturgüter, die für zukünftige Generationen gesichert und bewahrt werden müssen. Dieses Ethos der Fürsorge zur Grundlage der Museumsarbeit zu machen, ist eine Herausforderung, die nicht allein das Humboldt Forum betrifft, für die aber das Humboldt Forum in Deutschland Maßstab und Vorbild sein sollte.“

An der Konferenz nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus rund 100 Nationen teil.

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