Kultur und Natur

Immaterielles Kulturerbe weltweit

Geigenbau im italienischen Cremona, Yoga aus Indien, die kubanische Rumba, der Zaouli-Tanz in Côte d’Ivoire, der Pinisi-Bootsbau in Indonesien oder das traditionelle System der Wasserrichter in Peru – sie alle gehören zum von der UNESCO anerkannten Immateriellen Kulturerbe.

Die lebendigen kulturellen Ausdrucksformen prägen Identitäten und stärken den Zusammenhalt von Gruppen und Gemeinschaften. Durch den Rückgriff auf traditionelles Wissen und erfahrungsbasiertes Können leisten sie einen Beitrag zur Bewältigung aktueller wie auch zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen.

Mit dem Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes verabschiedete die UNESCO 2003 ein wegweisendes Instrument zur Würdigung überlieferten menschlichen Wissens und Könnens sowie zur Bewusstseinsbildung für dessen lokale, regionale und internationale Bedeutung. Das Übereinkommen soll außerdem die internationale Zusammenarbeit im Bereich des Immateriellen Kulturerbes durch den Austausch von Informationen und Erfahrungen sowie durch gemeinsame, grenzüberschreitende Initiativen fördern

Einmal jährlich nimmt der Zwischenstaatliche UNESCO-Ausschuss neue immaterielle Kulturformen sowie Gute Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes in die drei internationalen UNESCO-Listen auf.

Weiterführende Informationen

Dem Übereinkommen sind bislang mehr als 175 Staaten beigetreten, wodurch es fast universelle Gültigkeit erlangt hat. 

Übersicht der Vertragsstaaten

UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes (PDF)

Drei UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes

Auf internationaler Ebene gibt es drei UNESCO-Listen zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes: 

  • Die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit zeigt beispielhaft die weltweite Vielfalt des Immateriellen Kulturerbes. Die Liste soll zur größeren Sichtbarkeit und wachsendem Bewusstsein für die Bedeutung von Immateriellem Kulturerbe weltweit beitragen.
     
  • Die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes soll deutlich machen, dass einige Kulturformen durch globale wie auch lokale Entwicklungen bedroht sind und effektiver Erhaltungsmaßnahmen bedürfen. Zur Unterstützung geeigneter Maßnahmen hat die UNESCO einen internationalen Fonds eingerichtet.
     
  • Die ins UNESCO-Register Guter Praxisbeispiele aufgenommenen Modellprojekte zeigen, wie Immaterielles Kulturerbe effektiv und mit innovativen Methoden erhalten, an kommende Generationen weitergeben und lebendig weiterentwickeln werden kann.

Beitrag Deutschlands zu den UNESCO-Listen

Deutschland verzeichnet derzeit drei Einträge auf der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit:

Genossenschaftsidee & -praxis

Orgelbau und Orgelmusik

Falknerei (zusammen mit 17 weiteren Staaten)

Ende 2018 wird die UNESCO über die multinationale Nominierung Blaudruck entscheiden, an der Deutschland beteiligt ist.

Ende 2020 wird eine Entscheidung über die Nominierung der Deutschen Theater- und Orchesterlandschaft erwartet.

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