Bundesweites Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe

Tölzer Leonhardifahrt

Alljährlich findet in Bad Tölz Anfang November eine Wallfahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard statt: die Tölzer Leonhardifahrt. Über 80 prächtig geschmückte und von Pferden gezogene Vierergespanne nehmen daran teil. Darauf sitzen ein Fuhrmann und mit festlichen Trachten und Monturen gekleidete Wallfahrer/innen, unter ihnen Geistlichkeiten und Ministranten, Stadtratsmitglieder, Blaskapellen, Schützen und Trachtenkinder.

Fakten

  • Aufnahmejahr: 2016
  • Verbreitung: Stadt Bad Tölz
  • Zentraler Termin: um den 6. November

Kontakt

Stadt Bad Tölz
Erster Bürgermeister Josef Janker 
buergermeisterbuero@bad-toelz.de
Referatsleiter Klaus Pelikan
pelikan@bad-toelz.de
www.toelzer-leonhardifahrt.bayern

Mit dem Glockengeläut aller Tölzer Kirchen setzt sich um 9 Uhr morgens die Leonhardi-Wallfahrt in Bewegung. Ziel ist die Leonhardikapelle auf dem Kalvarienberg, wo Pferde und Wallfahrer gesegnet werden. Anschließend findet ein Festgottesdienst im Freien statt. Danach wird gemeinsam die Rückfahrt in die Stadt angetreten. Am frühen Nachmittag lassen Burschen und junge Männer aus Stadt und Umland als Goaßlschnalzer ihre Dreschgoaßln (Fuhrmannspeitschen) rhythmisch erschallen. Der Tag klingt oft erst in den späten Abendstunden mit spontaner Blasmusik aus.

"Leonhardi - das ist Tölzer Lebensgefühl."

In Bad Tölz und im Isarwinkel hat die Tölzer Leonhardifahrt einen hohen Stellenwert und wird als „Tölzer Nationalfeiertag“ empfunden. Einheimische wirken oft schon von Kindesbeinen an mit, z.B. als Mitglieder in Trachten- und Schützenvereinen oder Blaskapellen, die sich stark der Jugendarbeit widmen. Tölzer Schulen bleiben am Tag der Leonhardifahrt geschlossen, damit alle Schüler/innen als Teilnehmer oder Zuschauer die Wallfahrt miterleben können.

Die Tölzer Leonhardifahrt wird seit vielen Generationen nahezu unverändert als Glaubens- und Traditionsbekenntnis begangen. Die Menschen in Tölz, im Isarwinkel und darüber hinaus fühlen sich über diese Wallfahrt in ganz besonderer Weise miteinander und mit der Stadt verbunden. Trotz der modernen, schnelllebigen Zeit halten viele junge Menschen die Tradition hoch in Ehren und die Besetzung der über 1000 Wagenplätze bereitet keine Probleme.

Publikation

Wissen. Können. Weitergeben.
Deutsche UNESCO-Kommission, 2017

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