UNESCO-Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer

Naturparadies nahe der Elbmündung

Das Wattemeer bildet das größte zusammenhängende Sand- und Schlickwattsystem der Welt, in dem dynamische Prozesse in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ablaufen können.

Das Wattenmeer erstreckt sich über 500 km entlang der Küstenlinie dreier Länder: den Niederlanden, Deutschland und Dänemark. Es ist länderübergreifend 2009 von der UNESCO als Welterbe anerkannt, als UNESCO-Biosphärenreservate und Nationalparks sind die Gebiete jedoch bislang gemäß der drei deutschen Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein separat geführt. Geschützt ist das Wattenmeer in den Bundesländern jeweils auch als Nationalpark. Natur darf hier Natur sein. 

Hamburg hat dabei Deutschlands kleinstes Biosphärenreservat. Hier wird hier nachhaltiges Wirtschaften des Menschen im Einklang mit der Natur gefördert und erprobt. Ungestörte Natur, Spaziergänge durch die Salzwiesen, Wattwanderungen, Ausflüge zu den Seehundbänken und Beobachtungen unzähliger Vögel gehören zu den Attraktionen.

Große Bereiche des Wattenmeeres an der Nordseeküste befinden sich bis heute in einem ursprünglichen Zustand. Das UNESCO-Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer schützt die natürliche Dynamik, in der Nähe der Elbmündung. Das Biosphärenreservat ist zudem Ramsar-Gebiet, EU-Vogelschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat Gebiet. Das Wattenmeer gehört zu den vogelreichsten Gebieten in Mitteleuropa und ist Teil der zentralen "Drehscheibe" auf dem Ostatlantischen Zugweg der Küstenvögel. Darüber hinaus befinden sich auf den Inseln bedeutende Brutvorkommen von Seevögeln. Im Weltnetz der Biosphärenreservate repräsentiert das Hamburgische Wattenmeer die Lebensräume Wattenmeer, Priele, Sandbänke, Dünen, Salzwiesen und landwirtschaftliche Binnengrodenflächen.

Im Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer bieten sich einmalige Begegnungen mit der Natur. So lassen sich etwa die Vögel im Neuwerker Ostvorland direkt entlang des Besucherweges zur Brut und Rast nieder und bei einer Wanderung auf den Kleinen Vogelsand können aus gebührendem Abstand die Seehunde auf ihrem Liegeplatz beobachtet werden. Ein Informationszentrum auf der Insel Neuwerk bietet eine Ausstellung und Lehrmaterialien für Touristen.

2017 wurde das Hamburgische Wattenmeer nach einem umfassenden Evaluierungsprozess als UNESCO-Biosphärenreservat bestätigt.

Illustration zu Biosphärenreservaten

Fakten

  • Jahr der Anerkennung: 1992
  • Bundesland: Hamburg
  • Größe: 117 km2 (davon 105,3 km2 Kernzone, 11,7 km2 Pflegezone)
  • Repräsentierter Landschaftsraum: Wattenmeer, Priele, Sandbänke, Dünen, Salzwiesen und landwirtschaftliche Binnengrodenflächen
  • Webseite: www.nationalpark-wattenmeer.de/hh

Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung

Nur rund vierzig Menschen wohnen im Hamburgischen Wattenmeer, auf der Insel Neuwerk. Eine extensive Weide- und Grünlandbewirtschaftung erhält die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft auf den Binnengrodenflächen. Dadurch kann auch der Bestand der Wiesenvögel erfolgreich gesichert werden.

Mit einem Energiekonzept soll das Biosphärenreservat künftig weitestgehend mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Zahlreiche Solaranlagen, Wärmekollektoren sowie Photovoltaik, dienen bereits jetzt der nachhaltigen Energieversorgung.

Umweltbeobachtung ist ein fester Bestandteil der Arbeit des Biosphärenreservats im Rahmen des Wattenmeer-Monitorings, in Partnerschaft mit den Biosphärenreservaten und Nationalparks in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

„Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt, und alles wird auf allen Seiten gleich; die kleine Insel draußen aber hat die Augen zu; verwirrend kreist der Deich um ihre Wohner, die in einen Schlaf geboren werden, drin sie viele Welten verwechseln, schweigend; denn sie reden selten, und jeder Satz ist wie ein Epitaph […]“

Rainer Maria Rilke über die Insel Neuwerk

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