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Wissenschaftspolitik in Afrika

Die Initiative der Staaten der Afrikanischen Union (AU), um wirtschaftlich zusammenzuarbeiten und gemeinsam Entwicklungsfortschritte zu erzielen, ist die 2001 gegründete New Partnership for Africa’s Development (NEPAD). 2003 wurde unter dem Dach von NEPAD der für alle AU-Staaten offene Afrikanische Ministerrat für Wissenschaft und Technologie (AMCOST) gegründet.

2005 legten NEPAD, AU und AMCOST ein wegweisendes Strategiedokument auf dem Feld der Wissenschafts- und Technologiepolitik vor. Neu und einmalig an dem Strategiedokument mit dem Titel Africa’s Science and Technology Consolidated Plan of Action (CPA) ist, dass sich darin alle afrikanischen Staaten auf gemeinsame Prioritäten in der Wissenschaftspolitik geeinigt haben. Der CPA benennt drei „Flaggschiffprojekte“: Aufbau eines afrikanischen Online-Campus, naturwissenschaftliche Bildung sowie Wissenschafts- und Technologiepolitik. 

Die UNESCO war bei der Ausarbeitung des CPA ein entscheidender Partner von NEPAD und AU. Sie konnte unter anderem Japan und Großbritannien dafür gewinnen, die Ausarbeitung des CPA zu finanzieren. Zudem berief sie den “United Nations S&T Cluster” (beteiligt sind unter anderem UNCTAD, UNECA, UNIDO und WIPO) ein, um bei der Erarbeitung des CPA Unterstützung zu leisten. Der achte Gipfel der Staatsoberhäupter der AU im äthiopischen Addis Ababa im Januar 2007 verabschiedete eine Erklärung, in der von allen internationalen Organisationen nur die UNESCO explizit dazu aufgerufen wurde, NEPAD und AU bei der Umsetzung des CPA zu unterstützen. Für die 177. Sitzung des UNESCO-Exekutivrats im Herbst 2007 legte die UNESCO einen Plan vor, wie sie die Umsetzung des CPA im Zeitraum 2008 bis 2013 unterstützen wird. Für die Forschungsbereiche Management von Wasserressourcen (mit dem IHP und dem IHE), Biodiversität, Dürre und Wüstenbildung (MAB) und Geowissenschaften (IGCP) kann die UNESCO aufgrund ihrer etablierten Programme besonders viel beitragen. Zum Aufbau eines afrikanischen Online-Campus hat die UNESCO mit der seit 2002 etablierten, und von der EU finanzierten E-Learning-Plattform "Avicenna" für die afrikanischen Mittelmeeranrainerstaaten ein Vorbild geliefert, das derzeit auf ganz Afrika erweitert wird. Das UNESCO-Institut für Statistik berät derzeit viele afrikanische Staaten, um international übliche Methoden der Wissenschaftsstatistik einzuführen und anzuwenden.

Neben der Beratung der regionalen Organisationen Afrikas AU und NEPAD arbeitet die UNESCO in der Wissenschaftspolitik auch direkt mit nationalen Regierungen zusammen. In den letzten Jahren hat sie die Regierungen von Äthiopien, Kenia, Ruanda, Malawi, Kongo, Namibia, Lesotho und Mozambique beraten. Zunächst wurde meist der Stand der Wissenschaftslandschaft evaluiert, um anschließend gemeinsam mit nationalen Einrichtungen zu Empfehlungen für Reformen und Neustrukturierungen zu kommen. Am Ende jedes Projektes steht in der Regel ein Strategiedokument des jeweiligen Staates, das die UNESCO häufig mit herausgibt, um für die formulierte Strategie international und gerade gegenüber Geberländern zu werben. Ähnliche Projekte laufen oder sind in Vorbereitung für Mauretanien, Côte d’Ivoire, Togo, Benin, Ägypten, Swaziland, die Seychellen und Tansania. Außerhalb Afrikas hat das UNESCO-Büro Beijing nach einem ähnlichen Muster die Mongolei bei der Ausarbeitung einer neuen Wissenschaftspolitik beraten.

Erste Erfolge: Für internationales Aufsehen hat 2006 die Ankündigung des Präsidenten von Nigeria gesorgt, aufgrund der UNESCO-Beratung eine neue nationale Forschungsförderungseinrichtung zu gründen, die Mittel aus einem mit 5 Milliarden US-$ ausgestatteten Fond ausschütten würde. Die neue Wissenschaftspolitik in Ruanda führte zu einer deutlichen Erhöhung der im nationalen Rahmen für Forschung ausgegebenen Mittel. Auch Südafrika investiert seit 2007 deutlich mehr in Wissenschaft und Technologie. Uganda erhielt einen Weltbankkredit in Höhe von 25 Millionen US-$ für neue Anstrengungen auf dem Feld der Wissenschaftspolitik, Zambia einen Kredit in ähnlicher Höhe von der afrikanischen Entwicklungsbank.

Das BMBF und das BMZ haben gemeinsam mit der United Nations University am 18. und 19. Oktober 2007 in Berlin einen Workshop mit dem Titel "Science and Technology for Africa's Future" organisiert (Website). Als Initiative der deutschen G8-Präsidentschaft 2007 verstand sich dieser Workshop als Gemeinschaftsprojekt mit AMCOST, zur Unterstützung des CPA. Die UNESCO hat an diesem Workshop aktiv mitgewirkt. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat in der Folge im September 2009 einen Expertenworkshop zur Zusammenarbeit Deutschlands, Afrikas und der UNESCO organisiert.

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