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50 Jahre Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission

Die Zwischenstaatliche Ozeanographische Kommission (IOC) der UNESCO feierte 2010 ihr 50-jähriges Bestehen. UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova betonte auf der Eröffnungsveranstaltung am Weltozeantag dem 8. Juni, dass die "IOC gemeinsam mit anderen UN-Organisationen und hunderten von Partnerforschungslaboren eine entscheidende Rolle dabei spielt, Schlüsselprobleme der Menschheit zu bewältigen". Niemals sei die IOC so wichtig gewesen wie heute. 

 
  
  
   

Historische Schlaglichter:

  • Die IOC wurde auf der 11. Generalkonferenz der UNESCO im Herbst 1960 gegründet. Die IOC hatte in der UNESCO seit 1955 einen Vorläufer, das "International Advisory Committee on Marine Sciences". Nachdem dieses Gremium empfohlen hatte, die Ozeanforschung in der UNESCO zur Priorität zu machen, wurde auf einer zwischenstaatlichen Konferenz über Ozeanforschung im Juli 1960 in Kopenhagen die Entscheidung zur Einrichtung der IOC getroffen. Die BRD war in Kopenhagen mit einer hochrangigen, achtköpfigen Delegation vertreten. Noch 1960 wurde die Deutsche IOC-Sektion gegründet.
  • Ein Vorteil der IOC war damals, dass trotz des Kalten Krieges die Marinen der beiden Blöcke ihre Ozeanforschung abstimmten. Erste Ergebnisse der IOC in den frühen 1960ern waren ein Inventar aller festen ozeanographischen Messstationen und eine internationale Abstimmung zur Gezeitenvorhersage. Ein erstes Großprojekt war Anfang der 1960er Jahre die gemeinsame Erforschung des damals noch wenig bekannten Indischen Ozeans. Die BRD beteiligte sich intensiv an diesem IOC-Projekt und stellte dafür 1964 das Forschungsschiff Meteor II in Dienst.
  • Schon in den 1960er Jahren arbeiteten FAO, WMO, IMO, UNESCO und später auch IAEO eng bezüglich der Ozeane zusammen; der Übereinkunft namens ICSPRO (Inter-Secretariat Commission on Scientific Programmes Relating to Oceanography) trat später unter anderem auch UNEP bei. Daraus entstand später das "Sub-Committee on Oceans and Coastal Areas" (ACC SOCA). Heute arbeiten viele UN-Organisationen im Rahmen von "UN Oceans" zusammen. Der damalige WMO-Generalsekretär D.A. Davies nannte die IOC bereits 1967 eine der wichtigsten wissenschaftlichen Initiativen der UNESCO.
  • Zwischen 1969 und 1975 erarbeitete die IOC mit dem "Geological and Geophysical Atlas of the Indian Ocean" eine bathymetrische Untersuchung dieses Weltmeeres, auf Basis der "International Indian Ocean Expedition". Deutschland beteiligte sich auch später noch intensiv an bathymetrischen Trainingskursen der IOC im Indischen Ozean (an Bord des Forschungsschiffs Meteor).
  • 1977 veröffentlichte die IOC einen Bericht zur Nutzung von Satellitendaten für die marine Forschung; zwischen 1978 und 1980 wurde ein dauerhaftes System zur Überwachung der Meeresverschmutzung eingerichtet.
  • Auch zur Formulierung der Internationalen Seerechtskonvention UNCLOS 1982, welche 1994 in Kraft trat, trug die IOC maßgeblich bei.
  • Seit Ende der 1980er Jahre wird das Global Ocean Observing System (GOOS) aufgebaut und laufend erweitert.
  • Bereits 1995 publizierten IUCN, UNEP und IOC einen Bericht zu Auswirkungen des Klimawandels auf Korallenriffe.
  • 1998 koordinierte die IOC das Internationale Ozeanjahr.
  • Bereits seit 1968 koordiniert die IOC ein regionales Tsunami-Frühwarnsystem im Pazifik. Der tragische Tsunami im Indischen Ozean 2004 führte zu einer Resolution der IOC-Generalversammlung 2005, mit der auch die Einrichtung von Tsunami-Frühwarnsystemen im Indischen Ozean, in der Karibik und im Nordostatlantik/Mittelmeer auf den Weg gebracht wurde.
  • Die UNESCO-IOC und UNEP haben 2009 eine erste Vorstudie (Assessment of Assessment) zu einer neuen regelmäßigen Berichterstattung über den Zustand der Ozeane an die UN Commission on Sustainable Development (CSD) vorgelegt. Bis 2013 wollen die beiden Organisationen den ersten regelmäßigen Bericht erstellen.

Derzeitige Schwerpunkte der IOC sind der Schutz der marinen Biodiversität, der Klimawandel und die Koordinierung von operationellen Ozeanbeobachtungssystemen, darunter Tsunami-Frühwarnsysteme.
 

Zum Jubiläum: Veranstaltungen weltweit

© Christian Wild

Die Geschichte der IOC wurde im Jubiläumsjahr 2010 in einer Ausstellung am Hauptsitz der UNESCO in Paris dargestellt. Zahlreiche der damals 138 IOC-Mitgliedstaaten finanzierten außerordentliche Forschungs- und Trainingsmissionen und begingen das IOC-Jubiläum mit eigenen Veranstaltungen und Festlichkeiten:

  • Argentinien hat aus Anlass des 200-jährigen Staatsgeburtstags im April auch 50 Jahre IOC gefeiert.
  • Dänemark organisierte eine Veranstaltung zur IOC als Teil der Nordic Science Conference.
  • Neben einer Konferenz zu marinen Ökosystemen organisierte Malaysia zwei weitere Konferenzen zu "Environment Management in Coastal Ecosystems" und "Underwater System Technology 2010".
  • In Paris fand bei der UNESCO die 5. Welt-Ozeankonferenz statt.
     

Veranstaltungen in Deutschland

© AWI Bremerhaven

In Deutschland fand am 6. Oktober 2010 im Berliner Paul-Löbe-Haus ein parlamentarischer Abend im Rahmen der Ausstellung "Ozean der Zukunft" der Kieler Meereswissenschaften statt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) konzipierte außerdem eine Ausstellung und ließ Poster und Broschüren drucken. Für Briefmarkenliebhaber hat das Postamt der Vereinten Nationen – auch auf Deutsch – eine Sonderedition herausgegeben, die hier bestellt werden kann, sowie ein Philateliejournal.

Jubiläums-Website der UNESCO-IOC

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