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© L'Oréal

L'Oréal-UNESCO-Preis für ein Lebenswerk

Seit 1998 unterstützen die UNESCO und das Kosmetikunternehmen L’Oréal mit dem Programm „For Women in Science“ die Arbeit von herausragenden Wissenschaftlerinnen. Jährlich werden fünf L’Oréal-UNESCO-Preise an international führende Forscherinnen für ihr Lebenswerk bzw. für herausragende Durchbrüche der Forschung vergeben. Zudem werden jährlich auf internationaler Ebene 15 UNESCO-L’Oréal-Stipendien (Rising Talents Grants) an herausragende junge Forscherinnen verliehen. Seit 2006 gibt es das deutsche Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern, hierin werden jährlich drei nationale Förderungen verliehen.

Emmanuelle Charpenter, © L’Oréal-Stiftung

"For Women in Science" will weltweit die Stellung der Frauen in der Wissenschaft  verbessern und die öffentliche Anerkennung für ihre Leistungen stärken. Langfristig wollen UNESCO und L'Oréal dadurch dazu beitragen, die fortbestehende, allgegenwärtige Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft weltweit zu reduzieren.

Die fünf mit 100.000 US-$ dotierten L’Oréal-UNESCO-Preise werden in jedem Jahr im Februar oder März in Paris verliehen. Damit wird die bisherige Lebensleistung der Forscherinnen und/oder ein herausragender Durchbruch gewürdigt. Die Zuordnung erfolgt streng nach dem Kriterium wissenschaftlicher Exzellenz; pro Kontinent wird jeweils ein Preis verliehen. 

Preiträgerinnen :

2016:

  • Emmanuelle Charpentier (Direktorin des Myx-Planck-Instituts für Infektionsbiologie, Berlin): Entdeckung des CRISPR-Cas9-System von Bakterien als Werkzeug zur Bearbeitung genetischen Materials
  • Jennifer Doudna (USA): Entdeckung des CRISPR-Cas9-System von Bakterien als Werkzeug zur Bearbeitung genetischen Materials
  • Quarraisha Abdool Karim (Südafrika): Behandlung und Vorsorge von HIV
  • Hualan Chen (China): Erforschung der Vogelgrippe als Basis einer wirksamen Impfung
  • Andrea Gamarnik (Argentinien): Erforschung von Krankheiten wie dem Dengue-Fieber, dei von Moskitos übertragen werden

2015:

  • Rajaa Cherkaoui El Moursli (Marokko): Beitrag zur Entdeckung des Higgs-Teilchens
  • Yi Xie (China): Beiträge zur Herstellung neuer, nur wenige Atome dicker Materialien 
  • Carol Robinson (USA): Entwicklung einer Methode zur Untersuchung der Funktion von
    Membranproteinen
  • Thaisa Storchi Bergmann (Brasilien): Erforschung der Rolle von massiven schwarzen Löcher zur Bildung von Galaxien
  • Molly Shoichet (Kanada): Biomaterialentwicklung, um zerstörtes
    Nervengewebe zu regenerieren

2014 Lebenswissenschaften:

  • Cecilia Bouzat (Argentinien): Grundlagen der Kommunikation zwischen Gehirnzellen und zwischen Nerven und Muskeln
  • Laurie Glimcher (USA): Schlüsselfaktoren des Immunsystems bei Allergien und Autoimmunkrankheiten
  • Kayo Inaba (Japan): Rolle von dendritischen Zellen für das Immunsystem
  • Secenet Kelemu (Kenia): Mikroorganismen-basierte Steigerung von Produktivität und Widerstandsfähigkeit von Futtermittelgräsern 
  • Brigitte Kieffer (Frankreich): Gehirnmechanismen von Schmerzen, Geisteskrankheiten und Drogenabhängigkeit

2013 Materialwissenschaften:

Francisca Nneka Okeke (Nigeria) - Erforschung von im Tagesrhythmus schwankenden Ionen-Konzentrationen in der oberen Erdatmosphäre
Pratibha Gai (Großbritannien) - Erfindung einer Variante des Eketronenmikroskops, mit dem die Oberflächenreaktionen an Katalysatoren beobachtet werden können
Reiko Kuroda (Japan) - Entdeckung von funktionalen Unterschieden zwischen links- und rechts-händischen Molekülen
Marcia Barbosa (Brasilien) - Entdeckung von besonderen Eigenschaften des Wassers, welche u.a. für das Verständnis von Erdbeben oder die Proteinfaltung wichtig sein könnten
Deborah Jin (USA) - Entwicklung eines Kühlverfahrens für Moleküle, das die Beobachtung von chemischen Reaktionen erlaubt 

2012 Lebenswissenschaften:

Jill Farrant (Südafrika) – Erforschung von trockenheitsresistenten Auferstehungspflanzen
Ingrid Scheffer (Australien) – Verbesserte Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten bei Epilepsie
Frances Ashcroft (Großbritannien) – Diabetesforschung
Susana López (Mexiko) – Erforschung von Rotaviren und deren Bekämpfung
Bonnie Bassler (USA) – Beweis, dass Bakterien via verschiedener Chemikalien miteinander kommunizieren

2011 Materialwissenschaften:

Faiza Al-Kharafi (Kuwait) – Korrosionsprozesse im Hinblick auf Wasseraufbereitung und die Ölindustrie
Vivian Wing-Wah YAM (China) – Lichtemittierende Materialien und innovative Wege zur Speicherung von Solarenergie
Anne L'Huillier (Schweden) – Entwicklung der schnellsten Kamera zur Aufnahme von Ereignissen in Attosekunden, d.h. ein Milliardstel von einem Milliardstel einer Sekunde (10−18 Sekunden)
Silvia Torres-Peimbert (Mexiko) – Chemische Zusammensetzung von intergalaktischen Nebelwolken
Jillian Banfield (USA) – Bakterielles und stoffliches Verhaltens unter extremen Umweltbedingungen

2010 Lebenswissenschaften:

Rashika El Ridi (Ägypten) – Impfungen für die Tropenkrankheit Schistomiasis/Bilharzia.
Lourdes J. Cruz (Philippinen) –  Giftstoffe von Meeresschnecken, die der Gehirnforschung dienen können
Elaine Fuchs (USA) –  Biologie der Haut und Stammzellen der Haut
Anne Dejean-Assémat (Frankreich) – Leukämie und Leberkrebs
Alejandra Bravo (Mexiko) – Bakterielle Giftstoffe als wirkungsvolle Insektizide

2009 Materialwissenschaften:

Akiko Kobayashi (Japan) – Molekulare Leiter und einkomponentige molekulare Metalle
Eugenia Kumacheva (Kanada) – Neue Materialien für Medikamenttransport oder optische Speicher
Athene M. Donald (Großbritannien) – Physik von ungeordneten Materialien wie Zement oder Stärke
Beatriz Barbuy (Brasilien) – Entwicklung von Sternen seit dem Urknall
Tebello Nyokong (Südafrika) – Anwendungen von Licht in der Krebstherapie und für Umweltschäden

2008 Lebenswissenschaften:

Lihadh Al-Gazali (Vereinigte Arabische Emirate) – Beitrag zur Charakterisierung von Erbfehlern
Elizabeth Blackburn (USA) – Erforschung der Rolle von Chromosomenden bei Krebs und beim Altern
Ana Belen Elgoyhen (Argentinien) – Beitrag zum Verständnis des Hörens auf molekularer Basis
V. Kim Narry (Südkorea) – Für die Erforschung unbekannter RNS Moleküle
Ada Yonath (Israel) – Studien zur Proteinsynthese und ihre Unterbrechung durch Antibiotika

2007 Materialwissenschaften:

Tatiana Birshtein (Russland)
Margaret Brimble (Neuseeland)
Mildred Dresselhaus (USA)
Ligia Gargallo (Chile)
Ameenah Gurib-Fakim (Mauritius)

2006 Lebenswissenschaften:

Habiba Bouhamed Chaabouni (Tunesien)
Pamela Bjorkman (USA)
Christine van Broeckhoven (Belgien)
Jennifer Graves (Australien)
Esther Orozco (Mexiko)
Sonderpreis: Christiane Nüsslein-Volhard (Deutschland, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie)

2005 Materialwissenschaften:

Zohra Ben Lakhdar (Tunesien)
Belita Koiller (Brasilien)
Dominique Langevin (Frankreich)
Myriam P. Sarachik (USA)
Fumiko Yonezawa (Japan)

2004 Lebenswissenschaften:

Nancy Ip (China)
Philippa Marrack (USA)
Lucia Mendonça Previato (Brasilien)
Christine Petit (Frankreich)
Jennifer Thomson (Südafrika)

2003 Materialwissenschaften:

Ayse Erzan (Türkei)
Johanna M.H. Levelt Sengers (USA)
Fang-hua Li (China)
Karimat El-Sayed (Ägypten)
Mariana Weissmann (Argentinien)

2002 Lebenswissenschaften:

Ana María López Colomé (Mexiko)
Nagwa Meguid (Ägypten)
Indira Nath (Indien)
Mary Osborn (Deutschland, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie)
Shirley Tilghman (USA)
Sonderpreis: Marianne Grunberg-Manago (Frankreich)

2001 Lebenswissenschaften:

Suzanne Cory (Australien)
Adeyinka Gladys Falusi (Nigeria)
Anne Mc Laren (Großbritannien)
Joan Argetsinger Steitz (USA)
Mayana Zatz (Brasilien)

2000 Lebenswissenschaften:

Joanne Chory (USA)
Valerie Mizrahi (Südafrika)
Tuneko Okazaki (Japan)
Margarita Salas (Spanien)
Eugenia Maria Del Pino Veintimilla (Ekuador)
Sonderpreis: Thressa Stadtman (USA)

1998 Lebenswissenschaften:

Pascale Cossart (Frankreich)
Myeong Hee-Yu (Südkorea)
Gloria Montenegro (Chile)
Grance Aladunni L. Taylor (Nigeria)

Vorschläge dürfen international bekannte Mitglieder der wissenschaftlichen Community und die UNESCO-Nationalkommissionen bei der UNESCO einreichen. Eine 15-köpfigen Jury wählt die Preisträgerinnen aus. Die Jury für die Preise des Jahres 2010 leitete Medizin-Nobelpreisträger von 1999 Günter Blobel vor. Jeder Jury gehört deren erster Vorsitzender, der Medizin-Nobelpreisträger Christian de Duve an.

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