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Aufgaben der Biosphärenreservate

Biosphärenreservate müssen gemäß den internationalen Leitlinien drei grundlegende und komplementäre Funktionen erfüllen:

  • "conservation function" - Lebensräume, Landschaften, Arten und genetische Vielfalt erhalten;
  • "development function"  - eine wirtschaftliche Entwicklung umsetzen, die sozio-kulturell und ökologisch nachhaltig ist;
  • "logistic function"  - Forschung, Monitoring, Bildung und Informationsaustausch stärken.

Unter diesen Funktionen wird im Einzelnen verstanden:

Schutz des Naturhaushalts und der genetischen Ressourcen: Ziel eines umfassenden Schutzes des Naturhaushaltes ist es, dessen Leistungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit zu sichern. Dies kann durch

  • Schutz (Erhalt natürlicher und naturnaher, vom Menschen weitgehend unbeeinflusster Lebensräume in ihrer Dynamik),
  • Pflege (Erhalt halbnatürlicher Lebensräume und vielfältiger Kulturlandschaften einschließlich der Landnutzungen, die diese hervorbrachten) und
  • eine nachhaltige, standortgerechte Nutzung (Sicherstellung und Stärkung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere Bodenschutz, Grund-, Oberflächen- und Trinkwasserschutz, Klima-, Arten- und Biotopschutz)

verwirklicht werden. Jedes Biosphärenreservat beherbergt einen repräsentativen Ausschnitt der jeweils naturräumlichen Fauna und Flora; sie stellen ein wichtiges Reservoir genetischer Ressourcen dar. Ebenso dienen sie als Genpool für die Wiederansiedlung heimischer Arten für Gegenden, in denen diese zuvor ausgestorben sind. Biosphärenreservate tragen damit zur Vielfalt regionaler Lebensräume und des Naturhaushaltes bei. Sie leisten einen Beitrag zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über Biologische Vielfalt.

Nachhaltiges Wirtschaften: Biosphärenreservate stellen den Kern eines neuen Typs von Wirtschaftslandschaft dar. Beispielhafte Konzepte einer umweltgerechten Landnutzung werden gemeinsam mit den dort lebenden und wirtschaftenden Menschen umgesetzt. Konkrete Entwicklungsziele hängen von den ökologischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Biosphärenreservates ab. Administrative, planerische und finanzielle Maßnahmen sollen sich an den lokalen und regionalen Voraussetzungen orientieren; regionalspezifische Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung sollen in den verschiedenen Wirtschaftssektoren gezielt gefördert werden.

  • Im primären Wirtschaftssektor bedeutet dies zum Beispiel die Förderung des ökologischen Landbaus und der naturnahen Waldbewirtschaftung.
  • Im sekundären Wirtschaftssektor soll die Entwicklung nachhaltiger Nutzungen mit innovativen Produktionsansätzen unterstützt werden. Dies gilt besonders für Pilotprojekte und Modellvorhaben sauberer bzw. sanfter Technologien (zum Beispiel erneuerbarer Energien). Energieverbrauch und Rohstoffeinsatz sollen - wo möglich - verringert, Betriebe mit weitgehend geschlossenen Stoffkreisläufen und ressourcenbezogenen Arbeitsplätzen gefördert werden.
  • Im Dienstleistungssektor sollen umweltschonend erzeugte Produkte und Sortimente vermarktet sowie marktgerechte Vertriebsstrukturen entwickelt werden.

Das Selbstverständnis der Biosphärenreservate erfordert es, dass branchenübergreifende Konzepte für regionale Wirtschaftskreisläufe mit möglichst kurzen Transportwegen und Konzepte für einen umwelt- und ressourcenschonenden Verkehr aufgestellt werden. Modelle für die Entwicklung eines umwelt- und sozialverträglichen Tourismus sollen entwickelt werden.

Umweltforschung und -monitoring: Biosphärenreservate sind für die langfristige Ökosystemforschung und die ökologische Umweltbeobachtung geeignet, weil Teile von ihnen unbefristet geschützt sind. Wegen der komplexen Wirkungsgeflechte in der Landschaft können erst durch langfristig angelegte wissenschaftliche Arbeitsprogramme Lösungen gefunden werden, die den Ansprüchen der Natur und der Bevölkerung gleichermaßen gerecht werden. In Biosphärenreservaten werden vor allem interdisziplinäre Forschungsprogramme unter Beteiligung von Natur-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwissenschaften durchgeführt. Weil diese Programme nicht von den Verwaltungen der Biosphärenreservate selbst durchgeführt werden können, wird eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten, Fachhochschulen und anderen Einrichtungen angestrebt.

Bildung für nachhaltige Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit: Biosphärenreservate sind prädestiniert für eine praxisnahe Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern, Verwaltungspersonal, Besuchern, Schülern und der ortsansässigen Bevölkerung. Arbeitsschwerpunkte bilden wissenschaftliche und fachliche Ausbildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, praktische Demonstration und Beratung. Der Erfolg eines Biosphärenreservates hängt vor allem davon ab, inwieweit die Bevölkerung zur Mitwirkung bei der Gestaltung des Biosphärenreservates motiviert werden kann. Es geht letztlich um den Nachweis, dass sich nachhaltige Bewirtschaftung langfristig auch betriebswirtschaftlich lohnt.  

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