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Der Internationale Ausschuss für Bioethik

Die UNESCO richtete den Internationalen Ausschuss für Bioethik (International Bioethics Committee, IBC) 1993 als interdisziplinär zusammengesetztes und global repräsentatives Expertengremium ein. Das Ziel war, alle neuen ethischen Fragen der biologischen und medizinischen Wissenschaften angemessen beraten zu können.

Der IBC soll Transparenz und öffentlichen, internationalen Austausch zu einem Thema herstellen, das für viele Menschen mit Ängsten behaftet ist. Er ist das erste und bisher einzige globale Gremium zu Fragen der Gentechnologie und Biomedizin. Der IBC berät die UNESCO in bioethischen Fragen, aber er gibt keine wertenden Urteile zu konkreten Positionen ab; denn der IBC ist keine Aufsichtsbehörde für souveräne Staaten. Diese müssen jeweils selbst über das Parlament und über Expertengremien eigene Positionen und Gesetze formulieren, der IBC gibt nur Hinweise. Der IBC erkennt kulturelle Unterschiede in der Behandlung bioethischer Fragen an, hält aber strikt fest am allgemein gültigen Rahmen der Menschenrechte.

Zusammensetzung des IBC

Die Mitglieder des IBC müssen alle Weltregionen und sollen möglichst viele Fachdisziplinen repräsentieren. Sie werden vom Generaldirektor der UNESCO auf Vorschlag der Mitgliedstaaten für jeweils vier Jahre ernannt (mit einmaliger Möglichkeit der Wiederwahl). Die Mitglieder des IBC gehören folgenden Disziplinen an: Recht, Medizin, Biologie / Molekularbiologie, Philosophie / Ethik, Genetik, Geschichte/Sozialwissenschaften, Mathematik und Ökonomie. Als deutsche Expertin ist seit 2010 und bis 2017 Frau Prof. Dr. Christiane Woopen Mitglied des IBC, zuvor Prof. Dr. Regine Kollek von 2001 bis 2009. Viele jener Mitglieder, die nicht selbst aus der Philosophie bzw. Ethik kommen, arbeiten de facto im Bereich der Bioethik oder haben eine entsprechende Zusatzqualifikation.

Der IBC tagt mindestens einmal pro Jahr. Die Statuten des IBC sind online verfügbar. Die Sitzungen des IBC sind großteils öffentlich, an ihnen kann jeder Interessierte nach Rücksprache teilnehmen.

Aufgaben des IBC

Der IBC formuliert Empfehlungen und leitet diese an die UNESCO-Generalkonferenz weiter, wobei meist zuvor der IGBC Stellung nimmt. Sein Aufgabenspektrum umfasst zudem:

  1. Förderung der Analyse der durch die Lebenswissenschaften aufgeworfenen ethischen und rechtlichen Fragen und Unterstützung des Informationsaustauschs hierzu, besonders durch Ausbildungsprogramme;
  2. Unterstützung von Maßnahmen, die zur Bewusstseinsbildung in Fragen von bioethischer Relevanz beitragen;
  3. Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen (auf Regierungsebene und aus der Zivilgesellschaft), die mit bioethischen Fragen befasst sind, sowie mit Nationalen Ethikräten und regionalen Bioethik-Kommissionen;
  4. Verbreitung der Prinzipien, die in den von der UNESCO angenommenen Erklärungen zur Bioethik niedergelegt sind.

Website des IBC

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