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Ziele des Bioethik-Programms der UNESCO

Der Fortschritt der Lebenswissenschaften und der Medizin führt zu ungeahnten Möglichkeiten, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Allerdings haben die neuen Möglichkeiten z.B. der Gentechnik, der Fortpflanzungsmedizin und der Arzneimittelentwicklung auch andere, nicht immer nur positive Folgen. Die vielfältigen, auch zweischneidigen Auswirkungen des technischen Fortschritts konfrontieren den einzelnen Patienten und die gesamte Gesellschaft mit komplexen Fragen. Ethische Fragen wie Rechtmäßigkeit von Abtreibung, Sterbehilfe oder Stammzellforschung sind so vielschichtig, dass sie vielleicht nie zufriedenstellend lösbar sind. Dennoch muss sich der Einzelne und muss sich auch die Gesellschaft diesen Problemen stellen.

In Deutschland und anderen Industrieländern wurden rechtzeitig Institutionen und Gesetze geschaffen, um die Grenzen der Forschung und der medizinischen Praxis zu diskutieren und notfalls abzustecken. Von Land zu Land sehen diese Gesetze in den einzelnen Ländern allerdings oft sehr unterschiedlich aus. Ein einheitlicher internationaler Bezugsrahmen fehlt. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer sind nicht in der Lage, auf die neuen Herausforderungen der Lebenswissenschaften und der Medizin angemessen zu antworten. Den politischen Institutionen dort fehlt es an Fachwissen, um Potenziale und Gefahren adäquat abzuwägen. Daher existieren in vielen Ländern noch Grauzonen für Forschung und Experimente. Das führt dazu, dass sich vielerorts umstrittene oder abgelehnte Techniken wie das reproduktive Klonen nicht wirksam verbieten lassen. Es führt auch dazu, dass manchmal klinische Tests für Arzneimittel in Entwicklungsländern ohne angemessene Risikoabschätzung und Einwilligungsstandards durchgeführt werden.

Für die UNESCO als einzige Organisation im System der Vereinten Nationen mit einem eindeutigen Mandat im Bereich Wissenschaft und Ethik ergibt sich daraus der Auftrag der Internationalisierung bioethischer Mindeststandards. Die konkrete Interpretation bioethischer Standards ist die Aufgabe der einzelnen Staaten und diese werden vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Strukturen und Geschichte unterschiedliche Herangehensweisen wählen. Es ist aber entscheidend, dass sich alle Staaten mit den Herausforderungen der Bioethik auseinandersetzen, angemessene Strukturen aufbauen und durch Bildung und Ausbildung ein Bewusstsein bei Fachleuten und in der breiten Öffentlichkeit schaffen.

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