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Vorstellung des Weltwasserberichts 2017 in Bonn

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März wurde am vergangenen Mittwochabend im Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn der diesjährige Weltwasserbericht der Vereinten Nationen zum Thema „Abwasser als ungenutzte Ressource“ von einem der Herausgeber, Dr. Engin Koncagül, der Öffentlichkeit vorgestellt.

v.l.n.r.: Dr. Lutz Möller (DUK), Dr. Marianela Fader (ICWRGC), Elisabeth Weiser (Stadt Bonn), Björn Müller-Bohlen (FIW), Dr. Engin Koncagül (WWAP), Franz-Birger Marré (BMZ), Neven Subotic, Prof. Dr. Bettina Schlüter (FIW). © Björn Müller-Bohlen, FIW

Nach einführenden Grußworten durch den Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, und den stellvertretenden Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Lutz Möller, illustrierte Dr. Koncagül, Senior Programme Specialist im World Water Assessment Programme der UNESCO, in seinem Vortrag die enorme Bedeutung einer verbesserten Abwasserbewirtschaftung in Zeiten von Bevölkerungswachstum, rapider Urbanisierung und Klimawandel.

Im Anschluss an die Präsentation wurden die Ergebnisse des Weltwasserberichts bei einer Podiumsdiskussion erörtert, an der außerdem Franz-Birger Marré vom Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung teilnahm sowie Profifußballer Neven Subotic vom 1. FC Köln, dessen Neven-Subotic-Stiftung vor allem Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung in Äthiopien fördert.

Potenzial von Abwasser nutzen

Die Podiumsrunde diskutierte verschiedene praktische Lösungsansätze für die drängenden Herausforderungen im Abwasserbereich und betonte die Wichtigkeit der zentralen Botschaften des Weltwasserberichts. Allem voran steht die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Paradigmenwechsels – Abwasser dürfe nicht länger als notwendiges Übel, sondern müsse als Teil der Lösung betrachtet werden.

Insbesondere die Länder des Globalen Südens müssten in diesem Zusammenhang von den wohlhabenden Ländern des Nordens noch stärker in ihren Anstrengungen unterstützt werden, mehr Abwasser aufzubereiten und wiederzuverwenden. Insbesondere kleine, dezentral organisierte Aufbereitungssysteme, die besonders geeignet für die Bedürfnisse großstädtischer Slumsiedlungen und abgelegener ländlicher Regionen sind, werden bisher noch viel zu selten eingesetzt: Mehr als 80 Prozent des globalen Abwassers werden derzeit unbehandelt in die Umwelt abgeleitet.

Franz-Birger Marré als Experte im Bereich Stadtentwicklung in Entwicklungsländern betonte, dass die großen globalen Herausforderungen – Armutsbekämpfung, Anpassung an den Klimawandel sowie Umweltverschmutzung – nur durch das Erreichen einer Kreislaufwirtschaft bewältigt werden könnten. Daher müsse das Potenzial von Abwasser als nachhaltige Quelle von Energie, Nährstoffen und anderen nützlichen Nebenprodukten viel stärker als derzeit genutzt werden.

Die Diskussionen an diesem Abend in Bonn verdeutlichten vor allem eines: wie unerlässlich die Ressource Wasser für alles Leben ist. 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die ambitionierte Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen. Die Podiumsteilnehmer betonten einhellig, dass ohne die erwähnten notwendigen Änderungen und Verbesserungen in der Abwasserbewirtschaftung der Erfolg der gesamten Agenda 2030 konterkariert würde.

Neven Subotic betonte den engen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von sauberem Wasser und dem Zugang zu Bildungschancen. Indem seine Stiftung den Bau von Brunnenanlagen in Äthiopien finanziert, ermögliche sie den Schulbesuch vieler Kinder überhaupt erst, da diese nun kein Wasser mehr über weite Strecken holen müssten. Gleichzeitig werde über die Bereitstellung von Sanitäranlagen sowie diesbezügliche Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit die Gesundheit der gesamten Bevölkerung gefördert. Die von seiner Stiftung ins Leben gerufenen „Wash Clubs“, in denen äthiopische Schülerinnen und Schüler Aufklärungsarbeit für die lokale Bevölkerung zu Wasser-und Hygieneaspekten leisten, sind ein konkretes Beispiel hierfür.

Die Veranstaltung wurde von der Deutschen UNESCO-Kommission gemeinsam mit der Universität Bonn, der Stadt Bonn und dem Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel organisiert. Durch die Veranstaltung führte Dr. Marianela Fader vom Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel.

(Artikel erstellt am 24. März 2017)

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