Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:


[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen



schließen
MenüService
Suche
  • Home
  • Schriftgröße

November 2015

UNESCO gründet globales Geopark-Netzwerk

Sechs deutsche Geoparks aufgenommen

Regionen mit einem international bedeutsamen geologischen Erbe können sich künftig bewerben, um Teil des neu gegründeten globalen UNESCO-Geopark-Netzwerks zu werden. Das haben die UNESCO-Mitgliedstaaten am 17. November 2015 auf ihrer Generalkonferenz in Paris entschieden. Aus Deutschland wurden sechs bereits in der Vergangenheit international aktive Geoparks in das UNESCO-Netzwerk aufgenommen.

Felsenmeer im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
© Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Zu den Aufgaben der Geoparks gehören der Schutz des geologischen, natürlichen und kulturellen Erbes sowie Beiträge zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung unter Mitwirkung der Bevölkerung. Darüber hinaus vermitteln Geoparks ein Bewusstsein und ein Verständnis für den globalen Wandel.

"Die Gründung eines UNESCO-Geopark-Netzwerks ist ein wichtiger Schritt, um die weltweite Bedeutung von Landschaften mit einem herausragenden geologischen Erbe für die nachhaltige Entwicklung deutlich zu machen. Sie eignen sich hervorragend, um über Klimaveränderungen, Naturkatastrophen oder auch die nachhaltige Nutzung von Ressourcen aufzuklären. Ich freue mich besonders, dass die nun sechs UNESCO-Geoparks in Deutschland von Anfang an aktiv in dem Netzwerk mitwirken können", sagt Dr. Lutz Möller, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission.

Geopark Bergstraße-Odenwald
© Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Die sechs UNESCO-Geoparks in Deutschland sind:

Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Der "Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald" erstreckt sich über die Länder Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Er reicht von der UNESCO-Welterbestätte Grube Messel bei Darmstadt im Norden, dem Rheintal im Westen über den Odenwald bis nach Heidelberg und das Neckartal im Süden. Unter dem Motto "Zwischen Granit und Sandstein" macht der Geo-Naturpark über 500 Millionen Jahre wechselvoller Erdgeschichte greifbar. Im Westen des Gebietes liegt der flache Oberrheingraben. Der hoch aufragende, sanfthügelige Odenwald, der sich vor etwa 340 Millionen Jahren aus Tiefengesteinen des Erdaltertums gebildet hat, bildet dazu einen scharfen Kontrast.

Teufelsfelsen im Geopark Harz
© Geopark Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen

Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen

Der zu Teilen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gelegene Geopark umfasst den Harz mit seinen unmittelbar angrenzenden Vorländern und das weiter nördlich davon gelegene "Braunschweiger Land". Dort, zwischen dem Harz und dem Flechtinger Höhenzug, befindet sich eine besondere geologische Struktur mit Salzstöcken sowie Eisenerz- und Braunkohlen-Lagerstätten. Der Harz mit seinen Vorländern bietet Sedimente, Gesteine vulkanischen Ursprungs und Karstlandschaften. Besondere Bedeutung hat die über 1.000 Jahre zurückreichende Bergbau- und Forschungsgeschichte. Als "klassische Quadratmeile der Geologie" international bekannt ist eine Gegend am Nordharzrand, die mit ihrer Aufrichtungszone einmalige Einblicke in die Sedimentablagerung vor 65 bis 250 Millionen Jahren gewährt.

Geopark Muskauer Faltenbogen
© Peter Radke

Geopark Muskauer Faltenbogen

Aus der Luft gesehen, liegt der Muskauer Faltenbogen wie ein großes Hufeisen im Länderdreieck Brandenburg – Sachsen – Polen. Mitten hindurch fließt die Neiße. Der Faltenbogen entstand vor 350.000 Jahren, als Mitteleuropa bis zur Linie Hamburg – Berlin – Krakau unter einer 3.000 Meter mächtigen Eisdecke lag, wie heute Grönland. In der Gegend von Bad Muskau stach ein 20 Kilometer breiter Gletscher hervor, stauchte den Untergrund und türmte die Erdmassen vor sich auf. Das Ergebnis ist der Muskauer Faltenbogen. Durch die Stauchung gelangten Gesteine und Minerale an die Oberfläche. Deshalb entwickelte sich hier zwischen 1840 und 1970 eine Rohstoff gewinnende und verarbeitende Industrie. Heute ist der Faltenbogen ein waldreicher Naturraum mit bedeutender ökologischer Vielfalt.

Fossiliensuche im Geopark Schwäbische Alb
© Geopark Schwäbische Alb

Geopark Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes und wird begrenzt vom Schwarzwald im Südwesten, dem Neckar im Norden, dem Rieskrater im Osten und der Donau im Süden. Erdgeschichtliche Abschnitte wie das Aalenium und das Pliensbachium sind nach Orten der Schwäbischen Alb benannt. Die weltweit bekannte Untergliederung des Erdalters Jura wurde hier entwickelt. Auf der Alb findet man weltberühmte Fossilienfundstätten wie Holzmaden, Dotternhausen und Nusplingen. Die Karstlandschaft bietet Dolinen, Karstquellen wie den Blautopf und viele Höhlen. Als höhlenreichste Landschaft Deutschlands bot die Alb Menschen und Tieren bereits in der Eiszeit besondere Lebensräume, welche einzigartige Eiszeitfunde wie den Löwenmenschen oder die Venus vom Hohle Fels beherbergt haben.

Dinosaurier-Abdrücke im Geopark TERRA.vita
© Naturpark TERRA.vita

Natur- und Geopark TERRA.vita

Der Geopark TERRA.vita erstreckt sich über Teile des Teutoburger Waldes, das Osnabrücker Bergland und das Wiehengebirge, die nordwestlichsten Ausläufer der deutschen Mittelgebirge, und über die eiszeitlich geprägte Moränenlandschaft der Ankumer Höhen. Der Park grenzt direkt an das Münsterland und die Norddeutsche Tiefebene. Trotz starker Einwirkung durch den Menschen ist die Landschaftscharakteristik als Resultat von geologischen und klimatischen Prozessen gut erkennbar. In der Saale-Eiszeit vor circa 150.000 Jahren hatten sich die Gletscher von Norden bis zu diesen Gebirgszügen ausgedehnt. Wälder nehmen einen großen Teil der Fläche des Geoparks ein. Der Geopark TERRA.vita gibt Einblick in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte, zum Beispiel anhand von Steinkohlewäldern, unzähligen Fossilien, Fährten von Dinosauriern und mächtigen Eiszeitfindlingen.

Dauner Maar im Geopark Vulkaneifel
© Archiv Natur- und Geopark GmbH

Natur- und Geopark Vulkaneifel

Der Geopark Vulkaneifel im rheinischen Schiefergebirge rund um die Städte Daun, Hillesheim, Manderscheid und Gerolstein ist vor allem für seine Maare bekannt. Maare sind  vulkanische Krater, die entstehen, wenn aufsteigendes Magma mit Grundwasser in Kontakt gelangt und schlagartig große Mengen Wasserdampf erzeugt werden, das umgebende Gestein durch Schockwellen zerrüttet und nach oben ausgeworfen wird. Anschließend bildet sich ein trichterförmiger Einbruchkrater. Im Geopark finden sich rund 350 große und kleine Vulkane, zwölf davon sind noch heute mit Wasser gefüllt. Verantwortlich waren mehrere vulkanische Phasen, vor 35 bis 45 Millionen Jahren, vor etwa 700.000 Jahren, vor rund 20.000 bis 40.000 Jahren und zuletzt vor 10.900 Jahren, als mit dem Ulmener Maar Deutschlands jüngster Vulkan ausbrach. Die Erde unter der Vulkaneifel ist noch in Bewegung.

Weitere Informationen:

Weltnetz der UNESCO-Geoparks 

Suche

Newsletter

Abonnieren Sie unsere verschiedenen Newsletter. mehr...