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März 2014

Das erste Biosphärenreservat in Lesotho?

Studie der Deutschen UNESCO-Kommission sieht großes Potenzial

Wie viele Länder im Süden Afrikas hat Lesotho das Potenzial des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) noch kaum für sich entdeckt. Dabei verfügt das von Südafrika umgebene Land über großartige Natur- und Landschaftsschätze. Eine Vorstudie der Deutschen UNESCO-Kommission hat nun in enger Abstimmung mit der Bundesregierung und der UNESCO geprüft, ob sich ein Gebiet im Nordwesten von Lesotho rund um den Nationalpark Ts'ehlanyane und das Naturreservat Bokong als UNESCO-Biosphärenreservat eignet. Die Studie kommt zu einem positiven Ergebnis.

Nationalpark Ts'ehlanyane
© Flickr CC John Karwoski

Das vorgeschlagene Gebirgsgebiet sei aufgrund seiner Größe und naturräumlich-ökologischen Bedeutung geeignet. Es habe besonderes Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung und intakte traditionelle Landnutzung. Auch hinsichtlich der Integrität der vorgeschlagenen Kernzone und hinsichtlich bereits vorhandener Rechtsgrundlagen für Kern- und Pflegezone erfülle es die Kriterien des MAB. Als zentrale Herausforderung wird eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen gesehen. Alle Gesprächspartner vor Ort erachten das Konzept eines Biosphärenreservats als geeigneten Lösungsansatz für die Probleme vor Ort. Als nächster Schritt steht die Einwerbung von Mitteln für eine Antragstellung an und vor allem für die Gründung eines Forums aller relevanten Akteure, um die vielen offenen Fragen einer Lösung zuzuführen.

Die Studie wurde von Carl Bruessow in Kooperation mit den UNESCO-Kommissionen Deutschlands und Lesothos durchgeführt. Bruessow arbeitet in Malawi für das Biosphärenreservat Mulanje Mountain. Er besuchte Anfang Dezember 2013 eine Woche Lesotho und sprach mit Vertretern des Umweltministeriums, der Universität Lesotho, des UNDP-Koordinators, verschiedener nationaler Verwaltungen, der Nationalpark- und der Naturreservats-Verwaltung und verschiedenen Kommunen.

Eine intakte Gebirgslandschaft

Das vorgeschlagene Gebiet für das Biosphärenreservat liegt im Maluti-Gebirge im nördlichen Hochland Lesothos, dem höchsten Gebirgszug südlich des Kilimandjaro. Die beiden vorhandenen Schutzgebiete liegen zwischen 2.500 und 4.000 Metern über dem Meer und sind ökologisch weitestgehend intakt und auch nicht mit Straßen erschlossen. In den jeweiligen Eingangsbereichen gibt es gute Unterkunfts- und Informationsmöglichkeiten für Touristen, denen Wanderungen zu Fuß oder mit dem Pony angeboten werden. Die Tier- und Pflanzenwelt in diesem signifikanten Teil der Ökoregion "Drakensberg alti-montane grasslands and woodlands" ist einmalig. Das Biosphärenreservat soll die beiden Schutzgebiete von zusammen 750 Quadratkilometern umfassen, als Entwicklungszone bieten sich bestehende "Rangeland Management Areas" und besiedelte Gebiete an. Zu prüfen ist noch, ob die Bewirtschaftung der Weidegebiete mit der UNESCO-Anerkennung verträglich ist.

Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung

Das Volk der Basotho besiedelt Lesotho seit dem 15. Jahrhundert und ist daher ein kulturell sehr homogener Staat, in dem heute rund zwei Millionen Menschen leben. Lesotho profitiert von hohem Niederschlag, das Wasser wird an Südafrika verkauft. Die beiden Schutzgebiete im Maluti-Gebirge waren eingerichtet worden, um nachteilige Folgen der Wasser-Infrastruktur ökologisch zu kompensieren und um das Einzugsgebiet des Katse-Damms zu schützen. Es bietet sich an, die Ausweisung als Biosphärenreservat zu nutzen, um bestehende Tourismuseinrichtungen zu ergänzen und damit zusätzliche Einkommensquellen durch den Tourismus für die Bevölkerung vor Ort zu schaffen. Der wichtigste Tourismusmarkt ist Südafrika. Die Einwohner der Region im Norden sind vor allem Hirten, die auch viele Produkte aus Angorawolle herstellen. Von einem Biosphärenreservat erhofft sich die Region vor allem zukunftsweisende und diversifizierte Wirtschaftsstrategien sowie bessere Absatzmöglichkeiten für lokal erzeugte Handwerksprodukte und Nahrungsmittel.

Aufgaben und Herausforderungen

Im Zuge einer Antragstellung sind noch viele Aufgaben zu klären, vor allem die künftige Finanzierung. Aber auch der Name des Gebiets, gut markierbare Außengrenzen und eine klare Strategie müssten erst noch festgelegt werden. Ernste Herausforderungen wie eine Zersiedelung der Landschaft, Erosion und invasive Arten müssen schleunigst angegangen werden. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Bewahrung der Naturschätze muss dringend gestärkt werden, dazu braucht es auch eine stärkere Mitwirkung der Bevölkerung an Entscheidungen. Ein mögliches künftiges Biosphärenreservat bräuchte gezielte Unterstützung der nationalen Regierung, die erst noch ein MAB-Nationalkomitee einrichten muss. Bislang fehlt in Lesotho ein angemessenes Verständnis von Biopshärenreservaten.

Den Anstoß für die Studie hatte eine Veranstaltung der UNESCO im Sommer 2013 gegeben. Nur einen Monat vor der Durchführung der Studie hatte das Bundesamt für Naturschutz in Botswana zusammen mit der UNESCO und AfriMAB einen Workshop über das Potenzial von UNESCO-Biosphärenreservaten für das südliche Afrika durchgeführt.

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