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Mai 2013

Elf neue UNESCO-Biosphärenreservate

Der Internationale Koordinierungsrat des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" hat am 28. Mai 2013 auf seiner Tagung in Paris elf neue Biosphärenreservate anerkannt. Es sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung, die eine Vielfalt an Kulturlandschaften weltweit repräsentieren.

Schlange auf der chinesischen Schlangeninsel, Shedao Island
© UNESCO/Wang Ding

China: Snake Island-Laotie Mountain

Das Biosphärenreservat umfasst den Laotie Mountain Disctrict in Dalian in der Provinz Liaoning sowie die 73 Hektar große "Schlangeninsel", Shedao Island. Die Insel ist der einzige Lebensraum der Gloydius shedaoensis, einer Schlangenart, die noch 2004 auf der chinesischen Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere geführt wurde. Laotie Mountain ist ein wichtiges Vogelrastgebiet. Als eine der wichtigsten Aufgaben des Biosphärenreservats wird der Interessensausgleich mit der benachbarten Wirtschaftsentwicklungszone Lushun gesehen.

Ecuador: Macizo del Cajas

Das Biosphärenreservat Macizo del Cajas liegt im Südwesten Ecuadors. Es reicht von der Großstadt Cuenca im Landesinneren über den Nationalpark Las Cajas bis zur Pazifikküste im Westen und umfasst zahlreiche Ökosysteme: Hochgebirge von über 4.000 Meter Höhe ebenso wie Küsten- und Meeresgebiete. Das Biosphärenreservat umfasst zwei internationale Biodiversitäts-Hotspots – Regionen mit besonders großer Zahl an nur hier anzutreffenden Tier- und Pflanzenarten, die in besonderem Maße bedroht sind. Bereits im Nominierungsprozess wurde großer Wert auf die Einbeziehung der Bevölkerung und einer Vielzahl lokaler Akteure für eine nachhaltige Entwicklung der Region gelegt.

Frankreich: Marais Audomarois

Der Audomarois ist eine Sumpflandschaft im Norden Frankreichs, nicht weit von der Kanalküste entfernt. Die heutige Naturlandschaft ist vor allem durch Trockenlegung und Torfabbau entstanden. Zahlreiche Wasserwege durchziehen das Gebiet. Auf den fruchtbaren Böden werden zahlreiche Gemüsesorten angebaut. Die Ernte wird auch heute noch häufig mit dem Boot eingebracht. Mehr als 1.700 Pflanzen-, Vogel- und Pilzarten kommen im Biosphärenreservat vor – mehr als ein Drittel aller in und an Gewässern beheimateten Arten Frankreichs.

Frankreich/Italien: Monte Viso

Biosphärenreservat Monte Viso
© UNESCO/Christophe Gerrer

Wahrzeichen dieses grenzüberschreitenden Biosphärenreservats ist der in Italien und Frankreich weithin sichtbare Monte Viso, mit 3.841 Meter der höchste Gipfel der Cottischen Alpen. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten Naturschützer im Rahmen von Naturpark-Strukturen auf beiden Seiten der Grenze eng zusammen. Die Kooperation soll mit der Einrichtung des Biosphärenreservats noch intensiver werden – eine grenzüberschreitende Agentur zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung, Kultur und Schüleraustausch wurde bereits eingerichtet. Sie soll das traditionelle Handwerk und die Herstellung typischer Produkte wiederbeleben.

Indien: Groß Nikobar

Die Insel Groß Nikobar liegt in der Bucht von Bengalen, etwa 140 Kilometer nördlich von der indonesischen Insel Sumatra. Politisch gehört sie zum indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren. Nur etwa 10.000 Einwohner leben auf der 1.045 Quadratmeter großen Insel, viele davon gehören den bedrohten indigenen Völkern der Shompen und Nikobaresen an, welche teilweise isoliert leben. Etwa 85 Prozent der gesamten Inselfläche wurden bereits 1989 zum Biosphärenreservat nach nationalem Recht deklariert, in diesem Jahr folgte nun die UNESCO-Anerkennung. Der immergrüne tropische Regenwald des Gebietes beheimatet zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten und dient der indigenen Bevölkerung als Lieferant von Lebensmitteln und Medizinpflanzen.

Kasachstan: Alaköl-See

Der Alaköl-See ist ein Salzwassersee im Südosten Kasachstans, etwa 60 Kilometer entfernt von der Grenze zu China. Der See liegt auf der Vogelroute von Zentralasien nach Indien und ist daher ein wichtiges Brutgebiet. Auf den Inseln des Sees leben die gefährdete Möwenart Reliktmöwe, Flamingos und 40 weitere Vogelarten. Bei der Anerkennung des Gebiets hob die UNESCO insbesondere die zahlreichen Bildungs- und Forschungsprogramme in diesem Biosphärenreservat hervor.

Schwarze koreanische Himbeeren im Biosphärenreservat Gochang
© UNESCO/Lee Kang soo

Republik Korea: Gochang

Die traditionell in der Gegend angebaute koreanische schwarze Himbeere ist ein Markenzeichen des Biosphärenreservats Gochang im Südwesten von Korea. Neben einer Förderung von ökologischem Anbau und Vermarktung dieser Frucht findet jedes Jahr das "Gochang Korean Black Raspberry Festival" statt. Auch nachhaltiger Tourismus spielt vor allem an der Küste eine wichtige Rolle, ebenso wie die nachhaltige Meersalzgewinnung. Das 672 Quadratkilometer große Biosphärenreservat liegt am Übergang zwischen kontinental und ozeanisch geprägten Klimaregionen. Daher ist die biologische Vielfalt besonders groß – gleichzeitig werden Klimaveränderungen hier  besonders schnell sichtbar.

Pakistan: Wacholderwald von Ziarat

Das zweite UNESCO-Biosphärenreservat Pakistans beherbergt den größten Wacholderwald des Landes, den zweitgrößten weltweit. Schätzungen zufolge können Wacholderbäume bis zu 1.500 Jahre alt werden – die lokale Bevölkerung bezeichnet ihren Wald daher als "lebende Fossilien". Der Wald ist Heimat zahlreicher gefährdeter Tierarten wie des Suleiman-Markhor, einer Schraubenziegen-Art, und Lieferant für Heilmittel der traditionellen Medizin.

Spanien: Mariñas Coruñesas e Terras do Mandeo

Das Biosphärenreservat Mariñas Coruñesas e Terras do Mandeo im nordwestlichsten Teil Spaniens umfasst die Einzugsgebiete der Flüsse Mero und Mandeo. Es erstreckt sich über fast 120.000 Hektar von der Atlantikküste bis weit ins Inland Galiziens und beherbergt eine große Artenvielfalt zwischen Küste und höhergelegenen bewaldeten Regionen. Gerade die 18 Gemeinden des Gebiets haben sich besonders für die Einrichtung des Biosphärenreservats eingesetzt.

Landwirtschaft an den Ufern des Ebro im Biosphärenreservat Terres de l'Ebre
© UNESCO/CODE

Spanien: Terres de l'Ebre

Das Biosphärenreservat Terres de l’Ebre am Delta des Ebros im Süden nutzt Wasser-, Wind- und Solarenergie in großem Umfang. Das Recycling-Pilotprojekt der Region wurde von der UNESCO als vorbildlich gelobt. 2012 hatte die UNESCO die Anerkennung des Gebiets abgelehnt, da nach dem ursprünglichen Zonierungsplan Kernkraftwerke im Biosphärenreservat gelegen hätten – Kernkraft wurde als nicht vereinbar mit den Zielen des MAB-Programms angesehen. Die Grenzen wurden nun so definiert, dass die Kraftwerke außerhalb des von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservats liegen.

Spanien: San Ildefonso-El Espinar

Die weitläufigen Wälder des Biosphärenreservats Real Sitio de San Ildefonso-El Espinar nahe der Stadt Segovia gehören zu den wichtigsten und bekanntesten Waldgebieten Spaniens. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Holzbestände spielt eine große Rolle. Mehrere Forschungsinstitute führen regelmäßig Überwachungsmaßnahmen im Biosphärenreservat durch. Von der Waldforschung, die hier betrieben wird, können laut UNESCO auch andere Biosphärenreservate des Weltnetzes profitieren. Auch für Touristen ist die Gegend ein beliebtes Ziel.

Das Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate umfasst jetzt 621 Gebiete in 117 Ländern. Seit 1971 entwickelt das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" Konzepte und Instrumente, wie Regionen umweltverträglich und ressourcenschonend wirtschaften können. Wichtiges Instrument des Programms sind die Biosphärenreservate. In diesen Modellregionen lösen die Verwaltungen, Unternehmen und Bewohner gemeinsam Interessen etwa bei Klimaschutz, Straßenbau und Landnutzung.

Weitere Informationen:

Liste der UNESCO-Biosphärenreservate

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