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Januar 2010

Internationales Jahr der biologischen Vielfalt 2010

Um weltweit lebenswichtige Ökosysteme und bedrohte Tiere und Pflanzen zu schützen, haben die Vereinten Nationen 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt erklärt. Die UNESCO als Sonderorganisation trägt mit einem eigenen Programm dazu bei, die genetische Vielfalt, den Artenreichtum und die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen zu erhalten.

Logo des UN-Jahres

Tropenwälder werden abgeholzt, Feuchtgebiete trocken gelegt, Meere ausgebeutet – der Mensch hinterlässt einen immer größeren und folgenschweren "ökologischen Fußabdruck". Experten schätzen, dass weltweit jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Der Klimawandel droht diesen Artenschwund weiter zu beschleunigen. Der Mensch ist von stabilen und funktionsfähigen Ökosystemen abhängig, denn biologische Vielfalt leistet unschätzbar wertvolle und kostenlose Dienstleistungen. Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen sichern den Menschen seit Jahrtausenden Nahrung, Rohstoffe und Technologien.

Vor diesem Hintergrund wurde 1992 in Rio de Janeiro ein Völkerrechts-Übereinkommen auf den Weg gebracht, das mittlerweile 193 Staaten und die EU unterzeichnet haben. Darin bekennen sich die Staaten, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu sichern und deren Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und in Zukunft davon leben können. Der Begriff "Biodiversität" geht weit über Artenvielfalt hinaus, er bezeichnet die Vielfalt an Lebensräumen und genetische Vielfalt.

Um den Schutz der Ökosysteme weltweit zu verbessern, beschlossen die Unterzeichnerstaaten 2002 im Rahmen des Übereinkommens über biologische Vielfalt (CBD), den Verlust der Biodiversität bis 2010 signifikant zu reduzieren. Die EU-Kommission hatte noch strengere Vorgaben formuliert und nahm sich vor, den Artenschwund bis dahin gänzlich zu stoppen. Das "2010-Ziel" konnte jedoch nicht erreicht werden. Zwar wurde der Verlust an Vielfalt in manchen Weltregionen eingedämmt, auch die deutsche Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt zeigt, dass mit politischer Überzeugung große Schritte möglich sind, doch insgesamt bleibt das Problem nach wie vor global virulent.

Die biologische Vielfalt ist weltweit allerdings nicht gleichmäßig verteilt. In vielen Gebieten mit extremer Armut gibt es oft eine besonders hohe biologische Vielfalt. Entsprechend kann die Biodiversität nur geschützt werden, wenn auch die Armut in den weniger entwickelten Ländern wirksam bekämpft wird. Zugangs- und Nutzungsrechte an natürlichen Ressourcen sind dort häufig ungeregelt, mächtige Interessengruppen machen sich Naturschätze zunutze. Die Verwundbarkeit ärmerer Länder gegenüber Umweltrisiken ist insgesamt höher als in den reichen Ländern.

In der Erdgeschichte ist das Artensterben der biologische Normalfall, ihr Kommen und Gehen eigentlich ganz natürlich. Weil der Mensch aber in nahezu alle Ökosysteme eingreift, verläuft das Aussterben von Arten mit der vielfachen Geschwindigkeit der natürlichen Auslese. Dabei geht es bei Biodiversität nicht nur um ethische und ästhetische Werte, sondern auch um wirtschaftliche Aspekte. Wissenschaftliche Studien schätzen, dass uns die Natur jedes Jahr mit Dienstleistungen im Wert von 30 bis 60 Billionen US-Dollar versorgt, die aber volkswirtschaftlich nicht berücksichtigt werden. Jeder technischer Ersatz, falls überhaupt möglich, wäre enorm kostspielig.

Website der DUK mit weiteren Links

Website der UNESCO mit Programm der Eröffnung des Internationalen Jahres

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