Deutsche UNESCO Kommission e.V.

UNESCO und das Social Web: Perspektiven und Optionen

Um die Potenziale des Social Web für die Erreichung der Ziele der UNESCO zu diskutieren, veranstaltete die Deutsche UNESCO-Kommission im November 2010 den Workshop "UNESCO und das Social Web: Perspektiven und Optionen" im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem. Die vier DUK-Fachausschüsse – zuständig für Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kommunikation und Information – gestalteten gemeinsam das Programm.

© DUK
Podiumsdiskussion "UNESCO und das Social Web"

Werbetexter und Blogger Sascha Lobo und Christoph Bieber vom Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen diskutierten im Rahmen einer Podiumsdiskussion über den Wandel der Gesellschaft durch digitale Medien aus Sicht der Nutzer und der Wissenschaft. Die Frage, ob das Internet die Versprechen der Wissensgesellschaft einlöst, thematisierte anschließend Sebastian Blumenthal MdB, Vorsitzender des Bundestagsunterausschusses "Neue Medien" und Mitglied der Enquête-Kommission "Internet und Digitale Gesellschaft".

Der Workshop eruierte auf Grundlage von Kurzvorträgen zu Praxisbeispielen neue Formen der Expertenbeteiligung durch Online-Konsultationen, Optionen zur Stärkung und Förderung kultureller Vielfalt, Möglichkeiten für die Bildung durch Wissenserarbeitung im virtuellen Raum und die Perspektiven, die das Internet für den Journalismus und das Bibliothekswesen bietet. Einig waren die Teilnehmer darin, dass das Social Web das Potenzial hat, einen Strukturwandel der Kommunikation zu bewirken.

Die UNESCO könne das Potenzial der Wissens-Communities insbesondere für die Entwicklung moderner Wissensgesellschaften nutzen. Basierend auf den Ergebnissen des Workshops wurden von den DUK-Fachausschüssen Empfehlungen an die UNESCO übergeben.

Potenziale von sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen

Auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops hat die 71. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission am 24. Juni 2011 in Berlin die Resolution "Potenziale von Sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen" verabschiedet. Darin ruft sie alle politisch und fachlich zuständigen Institutionen in Deutschland auf, soziale Medien im Sinne der UNESCO für die Förderung moderner Wissensgesellschaften einzusetzen.

Die DUK appelliert an den Bund, rechtliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien zu überprüfen. Sie fordert Bund, Länder und die Akteure des Bildungssystems auf, neue Lernformen auf allen Bildungsstufen durch soziale Medien zu fördern. Ebenfalls soll die Vermittlung von Kompetenzen für den Umgang mit sozialen Medien auf allen Bildungsstufen sichergestellt werden. Die Forschung zu Bürgerrechten im Internet soll gefördert und die Potenziale von sozialen Medien für die Wissenschaft sollen analysiert und vermehrt genutzt werden.