


Wissen im Web
Wissen wird immer mehr zur entscheidenden Ressource für Wohlstand und die Freiheit, über Lebensoptionen entscheiden zu können. Wissen ist Grundvoraussetzung für demokratische Mitwirkung. Eine der wichtigsten Aufgaben der UNESCO ist daher die Förderung moderner Wissensgesellschaften, in denen der Zugang zu Information und Bildung ebenso verwirklicht ist wie Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt.
Das Internet birgt große Potenziale für den Aufbau von Wissensgesellschaften. Es ermöglicht technisch die weltweite Verbreitung von Information und Wissen. Viele innovative Angebote ermöglichen dem Nutzer Zugang zu Wissen.
UNESCO und das Social Web: Perspektiven und Optionen
Um die Potenziale dieser Entwicklungen für die Erreichung der Ziele der UNESCO zu diskutieren, veranstaltete die Deutsche UNESCO-Kommission vom 18. bis 19. November 2010 den Workshop "UNESCO und das Social Web: Perspektiven und Optionen" im Harnack-Haus in Berlin-Dahlem. Die vier DUK-Fachausschüsse – zuständig für Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kommunikation und Information – gestalteten gemeinsam das Programm.
Werbetexter und Blogger Sascha Lobo und Christoph Bieber vom Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen diskutierten im Rahmen einer Podiumsdiskussion über den Wandel der Gesellschaft durch digitale Medien aus Sicht der Nutzer und der Wissenschaft. Die Frage, ob das Internet die Versprechen der Wissensgesellschaft einlöst, thematisierte anschließend Sebastian Blumenthal MdB, Vorsitzender des Bundestagsunterausschusses "Neue Medien" und Mitglied der Enquête-Kommission "Internet und Digitale Gesellschaft".
Der Workshop eruierte auf Grundlage von Kurzvorträgen zu Praxisbeispielen neue Formen der Expertenbeteiligung durch Online-Konsultationen, Optionen zur Stärkung und Förderung kultureller Vielfalt, Möglichkeiten für die Bildung durch Wissenserarbeitung im virtuellen Raum und die Perspektiven, die das Internet für den Journalismus und das Bibliothekswesen bietet. Einig waren die Teilnehmer darin, dass das Social Web das Potenzial hat, einen Strukturwandel der Kommunikation zu bewirken.
Die UNESCO könne das Potenzial der Wissens-Communities insbesondere für die Entwicklung moderner Wissensgesellschaften nutzen. Basierend auf den Ergebnissen des Workshops wurden von den DUK-Fachausschüssen Empfehlungen an die UNESCO übergeben.
Potenziale von sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen
Auf Grundlage der Ergebnisse des Workshops hat die 71. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission am 24. Juni 2011 in Berlin die Resolution "Potenziale von Sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen" verabschiedet. Darin ruft sie alle politisch und fachlich zuständigen Institutionen in Deutschland auf, soziale Medien im Sinne der UNESCO für die Förderung moderner Wissensgesellschaften einzusetzen.
Die DUK appelliert an den Bund, rechtliche Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Nutzung von sozialen Medien zu überprüfen. Sie fordert Bund, Länder und die Akteure des Bildungssystems auf, neue Lernformen auf allen Bildungsstufen durch soziale Medien zu fördern. Ebenfalls soll die Vermittlung von Kompetenzen für den Umgang mit sozialen Medien auf allen Bildungsstufen sichergestellt werden. Die Forschung zu Bürgerrechten im Internet soll gefördert und die Potenziale von sozialen Medien für die Wissenschaft sollen analysiert und vermehrt genutzt werden.
Revolutioniert das Internet die Bildung?
"Wissen im Web" war Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion bei der 68. Hauptversammlung der DUK am 12. Juni 2008 im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe. Revolutioniert das Internet die Bildung? – Hierüber diskutierten Michael Mangold, Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft am ZKM, Axel Plathe, UNESCO-Abteilung für Kommunikation und Information, Wolfgang Schulz, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Andreas Vogel, Referat "Neue Medien in der Bildung" des BMBF, und Christoph Wulf, Fachausschuss Bildung der DUK.

- © DUK
Eine weitere Diskussionsrunde befasste sich mit den Voraussetzungen für den Wissenserwerb im Netz. Teilnehmer waren: Mechthild Appelhoff, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Kurt Jansson, Wikimedia Deutschland e.V., Barbara Lison, Bundesverband der Bibliotheken, Michael Schopen, Schulen ans Netz e.V., und Jörg Tauss, MdB, Fachausschuss Kommunikation und Information der DUK. Die Podiumsdiskussionen wurden moderiert von Mirjam Gehrke, Deutsche Welle.
Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information durch neue Medien
Die 68. Hauptversammlung der DUK verabschiedete eine Resolution zur "Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information durch neue Medien". Die DUK sieht in den Informations- und Kommunikationstechnologien große Potenziale für die Förderung von Wissensgesellschaften. Sie appelliert an die politisch und fachlich zuständigen Institutionen, auf die Verwirklichung der Chancengleichheit für alle hinsichtlich eines freien und fairen Zugangs zu Wissen hinzuwirken. In ihrer Resolution setzt sich die DUK für eine bessere Ausstattung der Bibliotheken ein und für ein qualitativ hochwertiges Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in den neuen Medien.
Weitere Informationen:
Resolution der 71. Hauptversammlung der DUK:
"Potenziale von sozialen Medien für UNESCO-Ziele nutzen"
Programm der Veranstaltung "UNESCO und das Social Web: Perspektiven und Optionen“
Resolution der 68. Hauptversammlung der DUK:
"Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Information durch neue Medien"
Informationen zur öffentlichen Veranstaltung "Macht das Internet uns schlauer?"





