Deutsche UNESCO Kommission e.V.

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Weltbildungsbericht der UNESCO

Education for all Global Monitoring Report

Der seit 2002 erscheinende UNESCO-Weltbildungsbericht evaluiert, wie weit sich die Länder den sechs Bildungszielen angenähert haben, die sie nach der Selbstverpflichtung auf dem Weltbildungsforum "Education for All" (EFA) in Dakar bis 2015 erreichen wollen. Der  Weltbildungsbericht 2013/2014 steht unter dem Titel "Teaching and Learning: Achieving Quality for all".

Weltbildungsbericht 2013/2014: Globale Lernkrise kostet 129 Milliarden US-Dollar 

Die globale Lernkrise kostet die Weltgemeinschaft rund 129 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Weil zu viele Kinder keine grundlegenden Fertigkeiten erwerben, gehen damit zehn Prozent der weltweiten Investitionen in die Grundschulbildung verloren. Weltweit können 250 Millionen Kinder kaum lesen, schreiben und rechnen, obwohl die Hälfte von ihnen mindestens für vier Jahre eine Schule besucht hat. Das geht aus dem neuen UNESCO-Weltbildungsbericht hervor, der am 29. Januar in Addis Abeba, Äthiopien, vorgestellt wurde.

Rund 175 Millionen junge Menschen in den Entwicklungsländern, das ist jeder Vierte, kann keine vollständigen Sätze oder Teile eines Satzes lesen, davon betroffen sind sogar ein Drittel der jungen Frauen in Süd- und Westasien. Laut Bericht werden auch in reicheren Ländern die Bildungssysteme benachteiligten Schülern häufig nicht gerecht. In Neuseeland etwa erfüllen nahezu alle Schüler aus wohlhabenden Familien die Mindestanforderungen in den Klassen 4 und 8, während es nur zwei Drittel der Schüler aus armen Familien sind.

"In vielen Ländern sind Minderheiten in der Bildung weiterhin stark benachteiligt. Gut ausgebildete Lehrer sind daher ein Schlüssel zu besserer Bildung, weil sie mit ihrem Unterricht Benachteiligung ausgleichen können", sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. "Die Weltgemeinschaft muss sich künftig stärker um die Qualität der Bildung kümmern. Die Bildungsqualität muss neben dem gleichberechtigten Zugang eine zentrale Rolle in der Post-2015-Agenda der Vereinten Nationen spielen."

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Titelseite des Weltbildungsberichts 2013/2014

Schwerpunktthema: Lehren und Lernen

Eine Ursache für mangelnde Bildungsqualität sind laut Bericht schlecht ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Um allen Kindern eine abgeschlossene Grundschulbildung zu ermöglichen, müssen von 2011 bis 2015 weltweit insgesamt 5,2 Millionen Lehrer eingestellt werden. Der Bericht widmet sich dem Schwerpunktthema “Lernen und Lehren” und fordert Regierungen dazu auf, bessere Anreize zu schaffen, damit mehr Menschen den Beruf des Lehrers ergreifen und langfristig ausüben wollen. Außerdem muss die Lehrerausbildung verbessert werden und insbesondere auf den Unterricht mit benachteiligten Schülern vorbereiten. Der Bericht warnt davor, dass die globale Lernkrise mehrere Generationen andauern wird, wenn nicht genügend Lehrer gut ausgebildet werden.

Sechs globale Bildungsziele bis 2015

Weniger als zwei Jahre vor Ablauf der Frist zur Erreichung der EFA-Ziele, so der Bericht, ist klar, dass trotz signifikanter Fortschritte im vergangenen Jahrzehnt keines der Ziele bis 2015 global erreicht sein wird. So wurde die Zahl der Kinder, die keine Grundschule besuchen, zwar seit dem Jahr 2000 halbiert, doch immer noch gehen 57 Millionen Kinder nicht in eine Grundschule. Auch die vorschulische Bildung wurde ausgebaut, aber noch immer erhält die Hälfte aller Kinder keine vorschulische Bildung etwa im Kindergarten. Bei der Alphabetisierung Erwachsener gibt es wenige Fortschritte: Immer noch sind etwa 774 Millionen Erwachsene Analphabeten, der hohe Frauenanteil von zwei Drittel bleibt seit Jahren unverändert.

Der Bericht belegt den direkten Zusammenhang von Bildung und Armutsbekämpfung, Gesundheit oder auch Demokratie. So schätzt er, dass durch bessere Bildung der Mütter zwischen 1990 und 2009 das Leben von 2,1 Millionen Kindern unter 5 Jahren gerettet werden konnte. In Lateinamerika wurde festgestellt, dass Menschen mit ausreichender Bildung deutlich toleranter gegenüber ethnischen Minderheiten waren. Auch nach 2015 muss Bildung, so der Bericht, daher eine essentielle Rolle auf der Entwicklungsagenda spielen. Neben gleichberechtigtem Zugang zur Bildung soll zukünftig ein größeres Augenmerk auf der Bildungsqualität liegen.

Der Weltbericht "Education for all – Global Monitoring Report" wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasst. Er liefert jährlich einen Zwischenstand zur Umsetzung des weltweiten Aktionsprogramms "Bildung für alle". 164 Länder haben sich auf dem Weltbildungsforum in Dakar 2000 verpflichtet, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen: Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung, Grundschulbildung für alle Kinder weltweit, Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen, Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen, Gleichberechtigung der Geschlechter und Verbesserung der Bildungsqualität.

Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) werden im März 2014 eine deutschsprachige Kurzfassung des Weltbildungsberichts 2013/2014 herausgeben.

Weltbildungsbericht 2013/2014 zum Download:

Kurzfassung des Berichts in englischer Sprache

Vollständiger Bericht auf der Website der UNESCO in englischer Sprache


Die Weltbildungsberichte der letzten Jahre