Deutsche UNESCO Kommission e.V.

UNISPAR

Staatliche Forschungseinrichtungen und Universitäten sind die wichtigsten Einrichtungen für Grundlagenforschung und angewandte Forschung; für die Entwicklung marktnaher Technologien ist jedoch die Zusammenarbeit mit der Industrie entscheidend. Solche Kooperationen als wichtigen Beitrag für die Industrialisierung der Entwicklungs- und Schwellenländer zu fördern, ist Inhalt des University-Industry-Science Partnership Programm (UNISPAR) der UNESCO. Es wurde 1993 von der 27. UNESCO-Generalkonferenz gegründet. UNISPAR soll insbesondere technische Universitäten in Entwicklungsländern zu einer qualitativen Entwicklung ihrer Arbeit und zu einer verstärkten Mitwirkung an der Industrialisierung ihres Landes anregen. UNISPAR setzt in den einzelnen Weltregionen unterschiedliche Schwerpunkte:

  • In den Arabischen Staaten wurden Managementreformen des „Science and Technology“ (S&T)-Sektors über das Arab Regional Network (STEMARN) initiiert, Know-How zur S&T-Politikformulierung transferiert und Anstrengungen unternommen, um Innovationen schneller marktfähig zu machen sowie S&T über Indikatoren zu erfassen und zu evaluieren.
  • In Asien/Pazifik unterstützen UNISPAR-Projekte besseres S&T-Management. Die Projekte werden zusammen mit dem Science and Technology Policy Asia Network durchgeführt. UNESCO-Lehrstühle zur industrienahen Forschung wurden mit japanischer Unterstützung in Thailand, Vietnam, Indonesien und China eingerichtet.
  • In Lateinamerika wurden vor allem Wissenschaftspolitiken im Zusammenhang mit dem privaten Sektor weiterentwickelt.
  • In Europa wurde das Wissenschaftssystem (mit Fokus auf industrienaher Forschung) der Republik Moldau reformiert, zusammen mit dem Europäischen Zentrum für Hochschulbildung (CEPES) in Bukarest. In mehreren anderen osteuropäischen Ländern organisierte UNISPAR Trainingsseminare über das Management von S&T-Systemen.
  • Gerade in Afrika muss die Beseitigung von Armut auch Ziel von industrienahen Forschungskooperationen sein. 1994 wurde der International Fund for the Technological Development of Africa aufgelegt, der bis heute ca. 20 UNISPAR-Projekte in Afrika finanzierte, unter anderem in Kamerun, Côte d’Ivoire, Ghana, Kenia, Nigeria, Tansania, Togo, Uganda und Zimbabwe. Die meisten Projekte befassten sich mit Technologien, um Qualität und Quantität von Grundnahrungsmitteln zu verbessern und um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Mit kleinen Fördersummen wurden erfolgreich Projekte zur Biogastechnologie angestoßen. Drei kontinentweite Konferenzen Mitte der 1990er Jahre, mehrere Trainingsprogramme und Workshops ergänzten den Ansatz.

Seit 2002 stehen für UNISPAR „Wissenschaftsparks“, angegliedert an Universitäten und Forschungseinrichtungen, im Vordergrund. Diese sollen strukturelle Netzwerke und Verbindungen zwischen Universitäten, Industrie und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Forschung und Entwicklung schaffen und vertiefen. UNISPAR hilft, die Kapazitäten für die Einrichtung solcher Parks aufzubauen, und unterstützt entsprechende Initiativen technisch.  Dazu kooperiert die UNESCO eng mit Expertenorganisationen wie der World Technopolis Association und der International Association of Science Parks. Mit der südkoreanischen Entwicklungshilfeagentur KOICA arbeitet die UNESCO seit 2006 zusammen, um Entwicklungsländern beim Management ihrer S&T Parks zu unterstützen. Jährlich werden Trainingsworkshops für Leiter von S&T-Parks organisiert. 2009 verlieh die UNESCO-Generalkonferenz ihre Schirmherrschaft einem Zentrum im Iran, das in der Region Zenral- und Südasien den Aufbau von Wissenschaftsparks fördern soll.

Website des UNISPAR-Programms