Geförderte Projekte 2010
Grundwasser- und Gewässerschutz durch nachhaltigen Waldbau mit Arbeitspferden
UNESCO-Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue

- © Klaus Mayhack
Im niedersächsischen Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe liegt ein von periodischen Überschwemmungen geprägtes Gebiet: das Tal des Ventschauer Mühlenbachs im „Hohen Drawehn“, einer eiszeitlichen Hügellandschaft mit für Norddeutschland ungewöhnlichen Höhen und Steilhängen zum Elbetal. Naturnahe Bachläufe und die Erlen-Eschen-Auenwälder könnten viele seltene und gefährdete Tierarten wie den Fischotter oder Eisvogel beherbergen, doch wurde in diesem Lebensraum vor vielen Jahren ein nicht-standortgerechter Nadelwald gepflanzt. Dieser Wald belastet Boden und Grundwasserentwicklung und beeinträchtigt die Artenvielfalt.
Mit Hilfe des Projekts wird die natürliche Ufervegetation am Ventschauer Mühlenbach wiederhergestellt, als Voraussetzung für die Selbstreinigung des Wassers, eine wirksame Grundwasserneubildung und eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Da das Grundwasser hier sehr oberflächennah ansteht, soll dabei besonders schonend vorgegangen werden: Das Holz des Nadelwaldes wird mit Pferden abtransportiert und durch einen Erlen- Eschen-Auenwald ersetzt. Damit lassen sich während des Waldumbaus unnötige Bodenverdichtungen und Belastungen der Umwelt vermeiden.
Das Projekt selbst hat den Charakter eines Demonstrationsprojekts. Es soll Modell für eine neue nachhaltige und ökonomisch orientierte Bewirtschaftungsweise sein. Besonderen Wert wird bei dem Projekt auf die Mitarbeit der Bevölkerung und auf Wissensaustausch gelegt, damit die Pflege dieses Gebietes langfristig sicher gestellt werden kann.
Klasse – klares Wasser! Ein Pilotbildungsprojekt rund ums Wasser
UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald

- © Biosphärenreservat Spreewald
Im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald in der Niederlausitz wird der Klimawandel zu größerer Wasserknappheit führen. Vor allem junge Generationen müssen hier schon heute einen nachhaltigen Umgang mit Wasser lernen. Gerade die Kostbarkeit von Wasser kann Kindern aber auch nachhaltige Lebensweisen insgesamt nahe bringen. Das Projekt „Klasse – klares Wasser“ schafft mit den Schülern der 3. Grundschule Lübbenau beispielhaft einen neuen, didaktisch hochwertigen Ansatz der Vermittlung des Themas. Das Projekt bringt verschiedene Partner zusammen und soll mehrjährig fortgeführt und an andere Schulen übertragen werden, u.a. durch Lehrerfortbildung.
Die 4. Klasse der Grundschule wird Kompetenzen zum Thema zunächst in 14 Tagen in einer Schüler-AG und im Unterricht fächerübergreifend erarbeiten, in drei Einheiten („Wasser ist überall“, „Wasser lokal und global“, „Wasserwissen“). Zur intensiven und zeitgemäßen Wissensvermittlung tragen mehrere parallele Zugänge bei: Untersuchungen zum persönlichen Wasserverbrauch, Straßenumfragen, Erarbeitung einer Wasserausstellung, Visualisierungen des Wasserverbrauchs in der Schule, sowie Exkursionen beispielsweise zum von Danone Waters 2009 finanzierten Zisternenprojekt in Burg und zum Klärwerk Lübbenau. Die AG „Junge Reporter“ der Grundschule wird das Projekt begleiten und regelmäßig darüber berichten. Das Projekt wird durch die Pressearbeit des Biosphärenreservats Spreewald begleitet, zudem gibt es z.B. eigene T-Shirts zur Identifikation der Kinder mit dem Projekt. Die Schüler sollen auch als Multiplikatoren in ihren Familien dazu anregen, Wasser aktiv zu schützen.
Etwa die Hälfte der Fördersumme besteht aus Honoraren für die Organisation der AG, der Exkursionen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Erarbeitung eines Arbeitshefts. Hinzu kommen Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen, wie Wasserkescher, Flaschenlupen und Mikroskopierbedarf, die Erstellung von Modellen, der Druck der Arbeitshefte und die Organisation von Veranstaltungen. Das erste Modul soll im Schuljahr 2010/11 finalisiert werden, die Module zwei und drei im Schuljahr 2011/12. Verantwortlich für die Umsetzung ist die Biosphärenreservatsverwaltung in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald.
Solares Forschungsschulschiff
UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

- © Martin Biskoping (Flickr CC)
Bundesweit einmalig: Auf dem Werbellinsee - einem der vier großen Seen im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin nordöstlich von Berlin - wird im Sommer 2011 ein Forschungsschulschiff in Betrieb gehen. Der ausschließlich mit Solarstrom betriebene, 18 Meter lange Katamaran wird als schwimmendes Labor Fragen nach Gewässergüte, Wassernutzung sowie Fauna und Flora im Werbellinsee beantworten. Gleichzeitig kann die praktische Nutzung regenerativer Energien hautnah erfahren werden. Das Projekt ist bundesweit einzigartig und wird damit Modellcharakter über die Region hinaus haben. Verantwortlich ist der Kulturlandschaft Uckermark e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Biosphärenreservates.
Das Schiff wird mit geschlossenen Wasserkreisläufen an Bord, lautloser und emissionsfreier Fortbewegung und giftfreiem Unterwasseranstrich besonders umweltschonend sein. Es ist für Schulklassen aller Alterstufen und Schulformen geeignet und soll außerdem für Studenten und Erwachsene eingesetzt werden. Zielgruppen sind vor allem die Schulen der Landkreise Barnim und Uckermark und des Landes Berlin. Im schwimmenden Labor wird Wissen über Veränderungen und deren Ursachen im Lebensraum Wasser und dessen Umgebung vermittelt. Die teilweise speziell entwickelten Lehrmodule unterstützen die jungen Forschern auch dabei, Kompetenzen zum Schutz dieses Lebensraumes zu entwickeln.
Die „Hardware“ des Bootes und die didaktische „Software“ werden durch zusätzliche technische Hilfsmittel ergänzt. Dazu gehören z. B. Möglichkeiten zur Visualisierung der Energieströme an Bord, ein Gerätedavit für die Entnahmen von Wasserproben, eine Unterwasserkamera und ein transparenter Boden für direkte Unterwasserbeobachtungen. Die finanzielle Unterstützung von Danone Waters Deutschland wird die Anschaffung folgender technischer Komponenten des Forschungsschiffs finanzieren: Gewässeranalysegeräte, digitale Vergrößerungstechnik, Aufbewahrungscontainer, Visualisierungsgeräte, eine Unterwasserkamera mit Bildübertragung sowie ein Sonar.
Weitere Informationen:
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Zivilgesellschaft kann den Zielen der Vereinten Nationen dienen. Unternehmen, die mit der DUK kooperieren, erkennen den "Global Compact"“ an und verpflichten sich damit auf zehn Prinzipien, u.a. Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.





