November 2009
Städte gegen Rassismus
Generalkonferenz der Europäischen Städtekoalition in Toulouse
"Mix Cities – neue Herausforderungen – neue Partnerschaften: die Zukunft gestalten" ist das Motto der dritten Generalkonferenz der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus. 96 Mitgliedsstädte des Netzwerks beraten vom 19. bis 20. November 2009 in Toulouse über wirksame kommunale Strategien zur Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung.
Nach Nürnberg (2007) und Bologna (2008) ist die französische Stadt Toulouse Gastgeber der dritten Generalkonferenz. Bürgermeister Pierre Cohen wird die Konferenz eröffnen. Im Anschluss sprechen der Stellvertretende Generaldirektor der UNESCO Pierre Sané und der Präsident der ECCAR Hans Hesselmann.
Konferenzprogramm
Das Konferenzprogramm umfasst eine Gesprächsrunde und fünf Arbeitsgruppen. Ein Jugendforum wendet sich speziell an junge Menschen aus den Städten. Die Gesprächsrunde mit Vertretern von Migrantengruppen und Kommunen befasst sich mit neuen Herausforderungen und Partnerschaften bei der Bekämpfung von Rassismus. Zwei Arbeitsgruppen diskutieren, wie der "Zehn-Punkte-Aktionsplan" der Europäischen Städtekoalition (ECCAR) umgesetzt werden kann. Praktische Beispiele aus den Bereichen Arbeit, Wohnen, Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger sollen den teilnehmenden Städten dazu Anregungen und Vorschläge bieten.
Themen der beiden weiteren Arbeitsgruppen sind die Bekämpfung des Rechtsextremismus und die Herausforderungen, mit denen die Städte heute konfrontiert sind. Dabei geht es um das Spannungsverhältnis zwischen der staatlichen Sicherheitspolitik und den Bemühungen der Kommunen, den sozialen Zusammenhalt und die Solidarität in ihrer städtischen Gesellschaft zu fördern. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden auf dem abschließenden Plenum der Konferenz präsentiert.
Fünf Jahre Europäische Städtekoalition
Die UNESCO-Städtekoalition gegen Rassismus feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen. Die Idee zur Gründung der Koalition war: Internationale Abkommen der Staaten gegen Rassismus sind wichtig, doch muss Diskriminierung vor Ort – vor allem in den Städten – aktiv bekämpft werden. Die Koalition will solche Städte miteinander vernetzen, die Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung entgegentreten und über das Netzwerk ihre Erfahrungen austauschen.
Die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus besteht seit 2004 und hat heute 96 Mitglieder, darunter zwölf deutsche Städte: Apolda, Berlin, Gunzenhausen, Halle (Saale), Hannover, Karlsruhe, München, Nürnberg, Pappenheim, Potsdam, Saarbrücken und Siegen. Koordiniert wird die Europäische Städtekoalition vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg. Dessen Leiter Dr. Hans Hesselmann ist gleichzeitig Präsident der ECCAR.
Weltweite Netzwerke gegen Rassismus
Weitere Regionalnetze gibt es im arabischen Raum (seit 2008), in Afrika (seit 2006), Asien/Pazifik (seit 2007), Lateinamerika/Karibik (seit 2006) und Nordamerika (seit 2005). Die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden auf regionaler Ebene ermöglicht es, jeweils verschiedene Prioritäten zu setzen. Denn die verschiedenen Weltregionen erleben unterschiedliche Ausprägungen von Rassismus.
Die Regionalnetzwerke orientieren sich jeweils an Zehn-Punkte-Aktionsplänen. Die darin formulierten Ziele setzen konkret in den unmittelbaren städtischen Gestaltungsbereichen an: Bildung, Wohnungsbau, Arbeit und kulturelles Leben. Seit 2008 gibt es auch eine Internationale Koalition der Städte gegen Rassismus. Ihr Ziel ist eine engere Abstimmung der sechs regionalen Netzwerke.
Weitere Informationen zur 3. ECCAR-Generalkonferenz auf der
Website des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg
Auf der Website ist auch der Zehn-Punkte-Aktionsplan veröffentlicht
Download
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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