November 2009
Capacity Building für afrikanische Nationalkommissionen in Äthiopien
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat vom 4. bis 6. November 2009 in Addis Abeba den sechsten Capacity Building-Workshop für afrikanische UNESCO-Nationalkommissionen durchgeführt. Mitarbeiter der UNESCO-Kommissionen von Äthiopien, Djibuti, Gambia, Ghana, Liberia, Nigeria und Sudan nahmen an dem Workshop teil, ebenso wie die Leiter der UNESCO-Büros Addis Abeba und Accra. Das Auswärtige Amt hat den Workshop gefördert.
Auf dem Programm standen in Addis Abeba vor allem Strategien zur Stärkung der Nationalkommissionen. Alle anwesenden afrikanischen Nationalkommissionen unterstehen den Bildungsministerien ihrer Länder. Dadurch reduziert sich das breite Programmspektrum der UNESCO in der Realität oft auf den Bildungsbereich. Eine klare Definition der eigenen Aufgaben und eine starke Vernetzung mit allen relevanten Ministerien und zivilgesellschaftlichen Akteuren können den Nationalkommissionen zu mehr Sichtbarkeit und Handlungsfähigkeit verhelfen. Weitere Themen des Workshops waren das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) und die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".
Äthiopien hat im September die Nominierung seiner ersten zwei Biosphärenreservate bei der UNESCO eingereicht: die beiden Wildkaffee-Regionen Kafa und Yayu. Mitarbeiter dieser Biosphärenreservate berichteten den Workshop-Teilnehmern, auf welche Weise nachhaltige Entwicklung in den beiden Modellregionen umgesetzt wird. Der Leiter des Fachbereichs Wissenschaft der DUK zeigte am deutschen Beispiel, wie Nationalkommissionen die Biosphärenreservate durch Steuerung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung mit Partnern aus Wissenschaft und Privatsektor unterstützen können.
Die Workshop-Teilnehmer diskutierten, wie in ihren Ländern mehr Aufmerksamkeit für das Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" geschaffen werden kann. Liberia beispielsweise befindet sich in einer Post-Konflikt-Situation und kann weder Elementarbildung noch die grundlegende Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Gerade in Ländern wie Liberia sollte Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht als ein "Zusatzelement" gesehen werden, das erst nach Erreichen der Grundbildungsziele umgesetzt wird. Bildung für nachhaltige Entwicklung sei vielmehr ein elementarer Bestandteil aller Bildung und kann bereits im Aufbau eines Bildungssystems zur Qualität der Bildung beitragen.
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat das Partnerschaftsprogramm mit afrikanischen Nationalkommissionen 2008 mit einem Kick-Off-Workshop in Bonn gestartet. Im Mittelpunkt stehen dabei der Erfahrungsaustausch, wie die Struktur und Arbeitsweise der afrikanischen Nationalkommissionen verbessert werden können, sowie Fragen der Programmplanung, des Projektmanagements und der Netzwerkzusammenarbeit. Seit 2008 hat die DUK in Kooperation mit der UNESCO bereits in fünf afrikanischen Ländern Trainingsworkshops zum Capacity Building durchgeführt. Der nunmehr sechste Workshop in Addis Abeba war der Abschluss dieser Reihe. Insgesamt haben 43 Nationalkommissionen aus Ländern Subsahara-Afrikas an der Workshop-Reihe teilgenommen.
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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