Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

Oktober 2011

Bewahrung digitaler Informationen

Vom 3. bis 5. Oktober 2011 fand in Moskau die erste internationale UNESCO-Konferenz zur Bewahrung digitaler Informationen statt. 140 Experten aus 37 Ländern diskutierten die Probleme und Chancen der Digitalisierung für Wissenschaft und Bildung.

Konferenzteilnehmer vor dem Kreml
© Sabine Schrimpf

Die Konferenz stand unter dem Titel "Preservation of Digital Information in the Information Society: Problems and Prospects". Das Russische Komitee des UNESCO-Programms "Information für alle" (IFAP) und das interregionale Bibliotheken-Kooperationszentrum haben die Konferenz ausgerichtet.

Ziel war es, Herausforderungen und Lösungsvorschläge zur langfristigen Bewahrung digitaler Informationen zu diskutieren. Inhaltlich knüpfte die Konferenz damit an die 2003 verabschiedete Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes an. Die Teilnehmer verschiedener Staaten präsentierten Maßnahmen und Strategien, mit denen sie sich dieser Herausforderung annehmen.

Unter den Teilnehmern waren Direktoren großer Bibliotheken, Archive und Museen sowie Vertreter von Wissenschafts- und Bildungsinstitutionen. Ebenfalls beteiligt waren internationale Organisationen, Regierungs- und Medienvertreter, Vertreter der Informations- und Kommunikationsindustrie sowie anderer Interessensgruppen. Als deutsche Expertin hatte die Deutsche UNESCO-Kommission Sabine Schrimpf entsendet. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Deutschen Nationalbibliothek im Projekt Nestor, dem deutschen Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung.

Vortragende und Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass das digitale Kulturerbe in seiner Vielfalt bewahrt werden und der Zugang für die Öffentlichkeit sichergestellt werden müsse. In den Beiträgen wurde jedoch auch deutlich, dass die Aufgabe, digitales Kulturerbe zu sichern, niemals abgeschlossen sein kann. "Es liegt in der Natur dieses Erbes, das durch technologische Geräte vermittelt wird, dass seine Zugänglichkeit kontinuierlich und über wechselnde Hard- und Softwaregenerationen hinweg erhalten werden muss", fasste Sabine Schrimpf diese Herausforderung zusammen.

Zum Abschluss der Konfrenz wurde die "Moscow Declaration on Digital Information Preservation" verabschiedet. Diese dient auch der Vorbereitung der internationalen UNESCO-Konferenz zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes im September 2012 in Kanada.

Die UNESCO betrachtet den universellen Zugang zu Informationen als Voraussetzung für die Schaffung von Wissensgemeinschaften. Systematische Bewahrung von Informationen ist demnach die Grundlage für deren Weitergabe von einer Generation zur nächsten. Informationen waren jedoch nie zuvor so fragil und kurzlebig wie im digitalen Zeitalter. Viele digitale Informationen werden die nächsten zehn Jahre nicht überstehen. Das UNESCO-Programm "Information für alle" hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, eine Plattform für internationale politische Diskussionen zu schaffen sowie Leitlinien zur Bewahrung von Informationen und zum universellen Zugang zu Informationen zu erstellen.

Weitere Informationen:

 Moscow Declaration on Digital Information Preservation

UNESCO-Charta zur Bewahrung des digitalen Kulturerbes

UNESCO-Programm "Information für alle"

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