Oktober 2009
"Stadtentwicklung und Denkmalschutz müssen Hand in Hand gehen"
Auftaktveranstaltung zum Investitionsprogramm für das Welterbe
Für die Erhaltung und Pflege der UNESCO-Welterbestätten in Deutschland hat die Bundesregierung 2009 ein Investitionsprogramm in Höhe von 150 Millionen Euro aufgelegt. Für 2010 ist eine Aufstockung des Programms um weitere 100 Millionen Euro beantragt. Zur Auftaktveranstaltung des Investitionsprogramms hat Bundesminister Wolfgang Tiefensee am 17. September 2009 Vertreter aller deutschen Welterbestätten nach Berlin eingeladen.
"Deutschland steht zu seinem Welterbe. Wir unterstützen die Städte dabei, die Kulturdenkmale von Weltrang zu erhalten und für eine welterbeverträgliche Stadtentwicklung zu sorgen", sagte Tiefensee. "Stadtentwicklung und Denkmalschutz müssen Hand in Hand gehen. Der Austausch unter den Städten und mit der UNESCO ist sehr wichtig. Alle 33 Welterbestätten profitieren von einer engeren Kooperation."
Zur Auftaktveranstaltung des Investitionsprogramms am 17. September 2009 im Alten Museum Berlin trafen sich erstmals die für die deutschen UNESCO-Welterbestätten zuständigen Vertreter der Städte und Länder mit Experten der UNESCO und der Denkmalpflege zum Austausch über die Umsetzung des Programms. Zur Eröffnung sprach neben Bundesminister Tiefensee der Präsident von ICOMOS Deutschland Prof. Dr. Michael Petzet. "Das Programm ist vorbildlich, es trifft auch international auf großes Interesse", so Petzet. Eine Podiumsdiskussion thematisierte die Herausforderungen der Stadtentwicklung in Welterbestätten mit historischen Altstadtkernen. Teilnehmer waren Dr. Arnold Bartetzky von der Universität Leipzig, Dr. Birgitta Ringbeck, Beauftragte der Kultusministerkonferenz der Länder beim UNESCO-Welterbekomitee, und Vertreter der Welterbestätten Bamberg, Regensburg und Weimar.

- Am 21. September übergab Bundesminister Tiefensee dem Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe einen symbolischen Scheck in Höhe von 11,5 Millionen Euro für den Erhalt der Lübecker Altstadt.
Das Investitionsprogramm fördert 119 Projekte in über 50 Kommunen. Mit den Bundeszuschüssen, die von Land und Kommune kofinanziert werden, werden dringend notwendige Investitionen für die Erhaltung der Welterbestätten ermöglicht. Die Investitionen geben auch Impulse für die örtliche Wirtschaft, vor allem Handwerk, Bauwirtschaft und Tourismus profitieren.
Das Programm zur Förderung von Investitionen in nationale Welterbestätten wurde vom Deutschen Bundestag im Rahmen des ersten Konjunkturpakets 2009 beschlossen. Von 2009 bis 2013 stehen insgesamt 150 Millionen Euro zur Verfügung. 280 Projekte hatten sich um Fördermittel aus dem Investitionsprogramm beworben. Aufgrund der hohen Nachfrage plant das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine Aufstockung des Programms für 2010 um 100 Millionen Euro.
Die Liste der Städte und ihrer Welterbestätten, die aus dem 150 Millionen-Programm gefördert werden, ist auf der Website des BMVBS veröffentlicht. Liste
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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