Oktober 2009
UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes 2009
Der 27. Oktober wurde 2005 von der UNESCO zum "Welttag des audiovisuellen Erbes" erklärt. Er erinnert an die "UNESCO-Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder", die am 27. Oktober 1980 verabschiedet wurde. Die Deutsche Kinemathek feiert den Welttag mit einer Vorführung des Spielfilms "Tabu - A Story Of The South Seas" von Friedrich Wilhelm Murnau im Kino Arsenal, Filmhaus Berlin.
Der Welttag soll das audiovisuelle Kulturerbe stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken und weist auf die Notwendigkeit hin, es zu schützen. Weltweit wird am 27. Oktober die problematische Überlieferungssituation von Film- und Fernsehmaterial in Veranstaltungen und Filmvorführungen thematisiert.
Nur etwa 15 Prozent aller in Deutschland produzierten Filme aus der Stummfilmzeit sind noch erhalten, auch zahlreiche Tonfilme sind verschollen. Noch prekärer ist die Situation im Bereich des Experimentalfilms. Im Hinblick auf die UNESCO-Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder kommt vor allem Filmarchiven und -museen die wichtige Aufgabe des Sammelns und Sicherns zu.
In Deutschland koordinieren die wichtigsten Filminstitutionen ihre Arbeit im Kinematheksverbund. Es sind insbesondere die kommunalen Kinos, die aufgrund ihres Selbstverständnisses und ihrer technischen Ausstattung Werke aus allen Epochen der Filmgeschichte präsentieren.
Vortrag und Film in der Kinemathek
Die Deutsche Kinemathek richtet auch in diesem Jahr wieder eine Veranstaltung anlässlich des Welttages des audiovisuellen Erbes aus. Am UNESCO-Welttag sind alle Ausstellungen des Museums für Film und Fernsehen von 10 bis 18 Uhr geöffnet und kosten keinen Eintritt. Um 19 Uhr zeigt die Kinemathek im Kino Arsenal den Spielfilm "Tabu - A Story of the South Seas".
Der Spielfilm aus dem Jahr 1931 ist der letzte Film von Friedrich Wilhelm Murnau. Gedreht an Originalschauplätzen in der Südsee, wird die Geschichte eines Liebespaares auf der ausweglosen Flucht vor dem Zwang der Traditionen gezeigt. Im Laufe der Jahre wurde der Film mehrmals bearbeitet. Er ist in unterschiedlichen Versionen überliefert.
Das von Murnau montierte Originalnegativ des Films gilt als verschollen, vorhanden sind jedoch circa 15.000 Meter Originalnegativ-Fragmente in ungeordneter und bisher ungesicherter Form. Im Nachlass F. W. Murnaus, den die Deutsche Kinemathek im Auftrag der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung bewahrt, finden sich Drehbuch, Tagesberichte, Fotografien und Notizen zu den Dreharbeiten sowie viele andere Dokumente, die eine nahezu lückenlose Rekonstruktion der Entstehung des Films erlauben.
Der Projektleiter Bernd Eichhorn führt in den Filmabend ein und gibt einen Einblick in die faszinierende Materialfülle und die Erschließungsstrategien, die Murnaus Erbe wieder zum Sprechen bringen.
Weitere Informationen unter www.deutsche-kinemathek.de
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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