Oktober 2009
Welterbe als Ausdruck unserer kreativen Vielfalt fördert interkulturellen Dialog
Die Konferenz "Welterbe und kulturelle Vielfalt – Herausforderung für universitäre Bildung" fand anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des internationalen Masterstudiengangs "World Heritage Studies" vom 23. bis 25. Oktober 2009 an der BTU Cottbus statt. Nationale und internationale Erbeexperten aus Theorie und Praxis sowie Alumni und Studierende des Studiengangs diskutierten über aktuelle Trends und Herausforderungen für die Umsetzung des Welterbeübereinkommens.
Wo liegen die Grenzen der Welterbeliste? Wie kann mit der steigenden Anzahl von Welterbestätten umgegangen werden? Welchen Beitrag leisten neue Erbekategorien? Wie steht das Welterbeübereinkommen zum Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes von 2003? Wie kann die lokale Bevölkerung stärker in den Erhaltungsprozess mit einbezogen werden? Welche Bedeutung hat nachhaltige Entwicklung für das Welterbe? – Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die technischen und wissenschaftlichen Beiträge und Fallbeispiele der Veranstaltung. Im Vordergrund stand dabei, das Welterbe in seiner ganzen Vielfalt zu erfassen, das heißt die äußerliche Vielgestaltigkeit von Erbe, die Bedeutung seiner immateriellen Aspekte und sein Beitrag zum gegenseitigen Verständnis für ein friedliches Zusammenleben.
An der Konferenz nahmen hochrangige Gäste teil. Eröffnet wurde sie von Prof. Dr. DPhil. h.c. Walther Zimmerli, Präsident der BTU, Min. Dir. Martin Kobler, Leiter der Kultur- und Kommunikationsabteilung im Auswärtigen Amt, Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Karin Melzer vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, Landtagsabgeordnete Brandenburgs, und einem Vertreter der Alumni des Studiengangs.
Mounir Bouchenaki, Generaldirektor der Internationalen Studienzentrale für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturgut (ICCROM), hielt die Festrede. Dr. Birgitta Ringbeck, Beauftragte der Kultusministerkonferenz der Länder beim UNESCO-Welterbekomitee, referierte über die Zukunft des Welterbeübereinkommens. Über aktuelle Fragen zur nachhaltigen Entwicklung referierte Dr. Mechtild Rössler, Leiterin der Sektion Europa und Nordamerika des UNESCO-Welterbezentrums in Paris.
Gegenstand einer Diskussionsrunde mit verschiedenen UNESCO-Lehrstühlen und einem Vertreter aus dem UNESCO-Welterbezentrum war die Zukunft der Welterbe-Bildung in Forschung, Lehre und praktischer Ausbildung. Universitäre Bildung qualifiziert Nachwuchskräfte, trägt zur Erarbeitung zukunftsweisender Konzepte bei und schafft eine Plattform, die Theorie und Praxis vereint. Ein internationales Netzwerk, das sich mit der Erforschung und Erhaltung des Kulturerbes auseinandersetzt, soll entstehen. Geplant ist eine verstärkte Zusammenarbeit der UNESCO-Lehrstühle untereinander und mit anderen Institutionen, die im Bereich der Erbeerhaltung ausbilden. Ziel ist es, den interkulturellen Dialog und das gegenseitige Verständnis im Sinn der UNESCO-Verfassung sowie der Welterbe-Idee zu fördern.
Die BTU Cottbus richtete die Konferenz aus. Die Deutsche UNESCO-Kommission war Mitveranstalter. Die Konferenz stand unter der Schirmherrschaft des Auswärtigen Amtes und des UNESCO-Welterbezentrums. Die Ergebnisse sollen in einem Konferenzband veröffentlicht werden.
Website der Konferenz
www.tu-cottbus.de/whs/conference2009/about.html
10 Jahre "World Heritage Studies" (unesco heute online 9/2009)
www.unesco.de/uho_9_2009.html
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
Deutsche UNESCO-Kommission e.V., Colmantstraße 15, 53115 Bonn
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