Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

September 2009


 
"World Heritage Studies" an der BTU Cottbus

Die Studierenden und Alumni stellen sich vor

Bis heute haben 156 Studenten aus aller Welt ihren Master of Arts in "World Heritage Studies" an der BTU Cottbus erfolgreich beendet. Zurzeit studieren 79 Studenten aus 27 Ländern den internationalen Masterstudiengang. Drei der Studierenden und zwei Alumnae berichten, was sie dazu motiviert hat, nach Cottbus zu kommen, wie es ihnen dort gefallen hat und welche Vorstellungen und Pläne sie für die Zukunft haben.

Henry Crescini aus Caracas, Venezuela
Foto © Henry Crescini

Henry Crescini, Venezuela: »Ich habe einen Bachelor in "Cultural Promotion". Während meines Studiums in Caracas habe ich mich mit dem Konzept der Erbeerhaltung in Workshops mit der lokalen Bevölkerung befasst. Die Universitätsstadt in Caracas ist eine UNESCO-Welterbestätte moderner Architektur. Ich wollte mehr darüber lernen, wie ich mich um die Umwelt und Erhaltung von Städten kümmern konnte.

Über das Internet habe ich von dem Masterprogramm an der BTU Cottbus erfahren, und im Frühjahr 2008 bin ich nach Deutschland gefahren, um mir die Stadt und Universität anzuschauen. Das Studienprogramm in Cottbus bietet die Möglichkeit, sich nicht nur mit Fragen des nationalen Erbes auseinanderzusetzen, sondern auch mit internationalen Aspekten der Erhaltung und des Managements. Ich analysiere den Management-Plan der Universitätsstadt von Caracas. Auch Musik und immaterielles Erbe interessieren mich sehr. Ich bin selbst Musiker und untersuche momentan die Rock-Subkultur der DDR

Ellen Lekka aus Griechenland
Foto © Ellen Lekka

Ellen Lekka, Griechenland: »Ich bin Restauratorin für Altertümer und Kunst. Ich entdeckte den Welterbestudiengang im Internet und dachte, er wäre eine ideale Fortführung meiner Studien und ganz im Sinne meiner Berufsziele. Das Studienprogramm ist eine großartige Erfahrung. Einige seiner Vorzüge sind die anderen, internationalen Studenten und die interessanten Kurse, die von den Dozenten vor Ort und hochkarätigen Gastdozenten und -professoren unterrichtet werden. Nun freue ich mich darauf, das angeeignete Wissen in die Tat umzusetzen und im Bereich der Erhaltung von Erbe und Identität auf internationaler Ebene zu arbeiten.«

Yang Wu aus Xian, China
Foto © Yang Wu

Yang Wu, China: »Ich komme aus einer der ältesten Städte Chinas – Xian. Ich bin Architekt mit einem Schwerpunkt in Museumsdesign im historischen Stadtraum und Denkmalpflege. Mit traditioneller chinesischer Kultur und alter Architektur bin ich groß geworden. Mein Vater erforscht alte chinesische Architektur. Ich denke, es ist sehr wichtig, das kulturelle Erbe zu bewahren, denn die Erinnerung ist Teil unserer Identität in einem China, das sich schnell entwickelt.

Das erste Mal erfuhr ich vom Studiengang World Heritage Studies in Cottbus über das Internet. Mein nächster Schritt war ein Austausch zwischen der BTU und meiner Universität in China. Die Universität Cottbus bietet einzigartige Fachkurse, die offiziell durch die UNESCO unterstützt werden. Die Studierenden lernen in einem interdisziplinären Umfeld und einem modular aufgebauten Programm strukturiertes und komplexes Denken sowie kreative Lösungsansätze. Es herrschen exzellente Studienbedingungen mit internationalem Lehrkörper und internationaler Atmosphäre. Die kommenden fünf Jahre möchte ich als Architekt arbeiten. Später plane ich, in einer internationalen Organisation oder nationalen Behörde für Denkmalpflege in China zu arbeiten.«

Smriti Pant aus Dehli, Indien
Foto © Marco Schneider / MMZ

Smriti Pant, Indien: "Ich komme aus Dehli und habe meinen Bachelor in Architektur gemacht. In Cottbus habe ich von Oktober 2006 bis März 2009 studiert. Als Architektin war ich daran interessiert, ein Masterprogramm im Ausland zu absolvieren, um mehr über Denkmalpflege auf internationaler Ebene zu erfahren. Im April 2006 habe ich während eines MUMA-Workshops, der an meiner Universität in Delhi stattfand, Professoren der Universität Cottbus kennen gelernt. Da ich mich besonders dafür interessierte, ein breiteres Verständnis von Erbe zu entwickeln, weckte der multidisziplinäre und managementorientierte Ansatz des Welterbe-Studiengangs in Cottbus mein Interesse. Eine Vorprüfung ergab außerdem, dass die Studierenden an der BTU die Universität gut bewerteten. Darüber hinaus verfügt die kleine Stadt, die zwischen Berlin und Dresden liegt, über eine gute Anbindung an die Sehenswürdigkeiten der Region.

Cottbus ist ideal zum Studieren. Ohne allzu sehr abgelenkt zu werden, kann man sich gut auf die wissenschaftlichen Fächer konzentrieren. Trotzdem gibt es immer etwas, das man während seiner Freizeit unternehmen kann. Die Universität und die Stadt bieten eine Vielzahl von Aktivitäten. Als Ausländerin, die nun seit beinahe drei Jahren in dieser kleinen Stadt im Osten lebt, habe ich hauptsächlich nur gute Erfahrungen gemacht.

Meine Masterarbeit trägt den Titel: "Die Dichotomie im Erhaltungsplan: kann der Graben zwischen Theorie und Praxis geschlossen werden?" Nun möchte ich Arbeitserfahrung sammeln, besonders im Bereich der Erarbeitung von Management- und Erhaltungsplänen für (Welt-) Erbestätten. Zurzeit arbeite ich an einem solchen Projekt als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Denkmalpflege an der BTU

Patricia Alberth aus Deutschland
Foto © Patricia Alberth

Patricia Alberth, Deutschland: »Ich habe einen akademischen Hintergrund in internationalem Management. Während meines Wirtschaftsstudiums in den Niederlanden habe ich zufällig in der Zeitung über das damals neue Aufbaustudium an der BTU Cottbus gelesen und war sofort Feuer und Flamme. Besonders der interdisziplinäre Ansatz und die Internationalität des Programms haben mich gereizt. Der Ort war eher zweitrangig. Es ging mir in erster Linie um die Studieninhalte, die es so nur an der BTU Cottbus gab.

Das internationale Lernumfeld des Programms World Heritage Studies hat mich sehr geprägt. Während Diskussionen oder Gruppenarbeiten, wenn wir mit einem Dutzend unterschiedlicher Nationalitäten und Fachrichtungen in einem Raum saßen, sind teilweise Welten aufeinander geprallt. Dadurch habe ich gelernt, wie bereichernd unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen sein können und wie man trotz aller Diversität eine gemeinsame Kommunikationsebene findet.

Nach einem Praktikum noch zu Studienzeiten habe ich mehrere Jahre in der Kulturabteilung des UNESCO-Büros in Bangkok gearbeitet, wo ich ein Netzwerk von Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Bereich Erberhaltung in Asien und dem Pazifik, die "Asian Academy for Heritage Management", aufgebaut habe. Auch Welterbepädagogik und performing arts gehörten zu meinem Aufgabenbereich. Zuletzt war ich als Beraterin für tentative Welterbestätten im UNESCO-Nominierungsprozess tätig. Ab Oktober werde ich im Welterbezentrum in Paris in der Abteilung für Europa und Nordamerika arbeiten.«

Der Beitrag wurde zusammengestellt von Marc Wohlrabe und Judith Herrmann (Übersetzung).


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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