Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

September 2009


 
10 Jahre "World Heritage Studies" in Cottbus

Eine Chronik

1999

Beginn des Studiengangs "World Heritage Studies". Professoren der BTU Cottbus initiieren den internationalen Masterstudiengang "Welterbestudien". Es ist weltweit das erste universitäre Programm, das sich speziell dem UNESCO-Welterbe widmet.

2001

Erster Workshop zum Welterbe. Unter dem Titel "Das Erbe der Menschheit – Begründung eines internationalen Bildungs- und Forschungsprogramms" werden in Cottbus Aufgaben und Ziele des Studiengangs diskutiert.

2002

Natur und Kultur / Nature and Culture, 2002

Symposium anlässlich des 30-jährigen Bestehens der UNESCO-Welterbekonvention. Die Veranstaltung "Natur und Kultur – Ambivalente Dimensionen unseres Erbes" setzt Maßstäbe für die inhaltlichen Schwerpunkte des Masterprogramms und gibt Impulse für das Verständnis des Begriffs "Welterbe". Die Dokumentation des Symposiums ist die erste große Veröffentlichung, die der Lehrstuhl gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) herausgibt.

2003

UNESCO-Lehrstuhl in "Heritage Studies". Die UNESCO verleiht dem Lehrstuhl für Interkulturalität an der BTU Cottbus den Titel "UNESCO Chair in Heritage Studies". Lehrstuhlinhaberin ist Prof. Dr. Marie-Theres Albert.

2004

Perspektiven des Welterbes / Constructing World Heritage, 2006

Eröffnungskonferenz des UNESCO-Lehrstuhls. Anlässlich der Einweihung des UNESCO-Lehrstuhls "Heritage Studies" findet ein internationales Symposium zum Thema "Perspektiven des Welterbes: Herausforderungen für die universitäre Ausbildung" statt. Die Teilnehmer verabschieden die "Cottbuser Erklärung" mit einer Empfehlung für die Aus- und Fortbildung im Bereich des Weltnatur- und Weltkulturerbes. Die Ergebnisse der Konferenz werden in Zusammenarbeit mit der DUK veröffentlicht.

Der Lehrstuhl übernimmt die Koordination des MUMA-Projekts. In dem Programm "Development of Multi-Disciplinary Management Strategies for Conservation and Use of Heritage Sites in Asia and Europe" (MUMA) werden Managementstrategien für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von Welterbestätten in Asien und Europa entwickelt. Projektpartner sind das Institute of Technology in Beijing, China, die School of Planning and Architecture in Delhi, Indien, und die Universität von Zaragoza in Spanien. Das Projekt wird durch das Asia-Link-Programm der Europäischen Union gefördert. Es endet im Jahr 2007.

2005

Der Lehrstuhl leitet das Projekt "Sharing our Heritages" (SOH). Beteiligt sind acht Partneruniversitäten in Europa (BTU Cottbus; Katholieke Universiteit Leuven, Belgien; Universidad Politécnica de Valencia, Spanien; University College Dublin, Irland) und Australien (University of Western Sydney, Deakin University, Curtin University of Technology, Charles Darwin University). Das Projekt identifiziert länderspezifische Schwerpunkte für die Erforschung des kulturellen Erbes und der kulturellen Identität. Es wird von der EU und der australischen Regierung finanziert. Das UNESCO-Welterbezentrum und das australische Ministerium für Umwelt und Erbe unterstützen das SOH-Projekt. Je 10 Postgraduierte der beteiligten Forschungseinrichtungen erhalten die Gelegenheit, an den Partneruniversitäten zu studieren und an "Meisterklassen" in Paris und im Kakadu-Nationalpark teilzunehmen. Das Programm endet im Jahr 2008.

Die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung des SOH-Projekts in Valencia, Spanien
Foto © BTU / Alexandra Lotz

2006

Training Strategies for World Heritage Management, 2007

Internationales Symposium "Heritage Education – Capacity Building in Heritage Management". Im Juni 2006 organisiert der Lehrstuhl in Kooperation mit der DUK und dem Welterbezentrum ein Symposium über Welterbe-Bildung und das Management von Welterbestätten. Die rund 100 internationalen Teilnehmer diskutieren Strategien für nachhaltiges Welterbemanagement und stellen innovative Ausbildungskonzepte und Lehrmodelle an Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen vor. Der Konferenzband "Training Strategies for World Heritage Management" erscheint im Jahr 2007.

Der Lehrstuhl in Cottbus wird Ausbildungsstätte des Stipendienprogramms UNESCO-VOCATIONS PATRIMOINE Fellowships for World Heritage Site Managers. Das Stipendienprogramm der UNESCO und der französischen Nichtregierungsorganisation VOCATIONS PATRIMOINE richtet sich an junge Expertinnen und Experten, die im Bereich Denkmalschutz und Management von Welterbestätten arbeiten. Zusammen mit dem University College in Dublin gehört die BTU Cottbus zu den ersten beiden Ausbildungsstätten des Programms. 2006 beginnen die ersten drei UNESCO-Stipendiaten aus China, den Niederlanden und der Ukraine ihre Forschungsarbeiten an der BTU Cottbus.

2008

Erster "World Heritage Managers Day". Die UNESCO veranstaltet am 22. Oktober 2008 erstmalig einen "Tag der Welterbemanager". Zu der Festveranstaltung in Paris trägt die BTU mit einer Podiumsdiskussion bei, die zeitgleich in Cottbus stattfindet. Die Podiumsdiskussion "Tourismus – Chance oder Bedrohung für das Welterbe?" wird in Ausschnitten live nach Paris übertragen. Sie thematisiert die Frage, wie die Welterbestätten den wachsenden Belastungen durch den Tourismus begegnen können. Im Rahmen des "World Heritage Managers Day" verleiht die UNESCO die Stipendien für Welterbe-Manager. Drei der Stipendien gehen an Studierende der BTU Cottbus.

Podiumsdiskussion am World Heritage Managers Day
Foto © BTU Cottbus / Ralf Schuster

2009

10 Jahre "World Heritage Studies". In diesem Jahr feiert der Studiengang an der BTU Cottbus sein 10-jähriges Bestehen – Anlass zur kritischen Retrospektive und einem programmatischen Blick in die Zukunft. Die Jubiläumskonferenz findet in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission vom 23. bis 25. Oktober in Cottbus statt. Sie steht unter dem Titel "Welterbe und kulturelle Vielfalt – Herausforderungen für universitäre Bildung". Bis heute haben 156 Studierende aus allen Kontinenten diese Herausforderung angenommen und ihren "Master of Arts in World Heritage Studies" am Lehrstuhl in Cottbus erfolgreich abgeschlossen.

Die Chronik wurde zusammengestellt von Judith Herrmann.


unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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