Deutsche UNESCO Kommission e.V.

SCHRIFTGRÖSSE

August 2010

Freundschaften in alle Welt geknüpft

Internationales Jugendcamp in Seoul

Von Julia Désirée Krämer

130 Jugendliche aus 14 Ländern haben am International Youth Science and Engineering Camp ISEC 2010 in Seoul teilgenommen. Die Deutsche UNESCO-Kommission ermöglichte zwei deutschen Schülern die Teilnahme. Julia Désirée Krämer berichtet von ihrer Reise nach Südkorea.

Die deutschen Teilnehmer

Die Einladung zum Camp erhielten wir als Sonderpreis der Deutschen UNESCO-Kommission beim diesjährigen Bundeswettbewerb "Jugend forscht". Bereits am Abend, als ich den Preis überreicht bekam, freute ich mich auf die Reise nach Südkorea. Ich war aufgeregt, was mich erwarten würde. Die Zeit zwischen dem Bundeswettbewerb und dem Start der Reise fühlte sich an wie eine Ewigkeit.

Am 31. Juli war es dann so weit, nach fast elf Stunden Flug kamen wir mittags in Seoul an, wo schon Mitarbeiter des Camps warteten. Zu Beginn wurden die wichtigsten organisatorischen Punkte geklärt, zum Beispiel in welche "Activity Group" und "Lab Group" wir eingeteilt waren. Schüler aus gleichen Ländern wurden möglichst getrennt, denn bei dem Camp sollen vor allem Kontakte mit Jugendlichen aus den anderen Ländern geknüpft werden.

Die Arbeit im Labor

Im Zentrum der beiden ISEC-Wochen stand die Arbeit im Labor. Ich nahm am "Nuclear Plasma Lab" teil. In der ersten Woche lernten wir die Theorie der Erzeugung von Plasma, die verschiedenen Arten von Plasma und ihre Verwendung kennen. In der zweiten Woche setzten wir Teile der Theorie in die Praxis um und bereiteten abschließend unsere Präsentationen für den Abschlusstag vor. Jedoch ging es nicht nur um reine Forschung. Im Labor lernten wir auch voneinander die wichtigsten Wörter in den anderen Sprachen und tauschten uns über unsere jeweiligen Kulturen aus. Oft gab es viel zu lachen. Ich habe unsere Arbeit von zwei Wochen abschließend zusammen mit einem Jungen aus Brasilien auf Englisch vorgestellt. Vor allem die sehr aufregende Arbeit im Labor war eine gute Erfahrung.

Kulturelle Aktivitäten

Der Höhepunkt der kulturellen Aktivitäten war für mich das "Home Visiting". Eine koreanische Teilnehmerin nahm eine Schülerin aus den USA und mich mit zu sich nach Hause. Die Gastfreundschaft der Familie hat mich sehr beeindruckt. Am Abend ging es dann nach Downtown Seoul, wo wir zusammen aßen und kleine Geschenke kauften.

Bei einem Ausflug zum Science Festival konnten wir aktuellste koreanische Forschung kennen lernen. Am meisten hat mich überrascht, dass die Forschung mit embryonalen Stammzellen in Korea immer noch erlaubt ist. Fast noch mehr als die Wissenschaft hat mich fasziniert, wie groß das Interesse an Ausländern in Korea ist. Ich wurde von einem koreanischen Sender interviewt, eine koreanische Teilnehmerin half als Dolmetscherin. 

Andere kulturelle Aktivitäten waren Line Dance, Basteln von traditionellen Drachen und Masken, ein Sportfest und "Survival Science". Die Organisatoren hatten sehr viel Sorgfalt und Mühe in das Programm investiert, an dem alle viel Spaß hatten.

International Night

International Night

Bei der "International Night" stellten alle Teilnehmer ihr Land vor. Wir deutschen Teilnehmer präsentierten Märchen der Gebrüder Grimm und führten Szenen aus Rotkäppchen und Schneewittchen auf. Die Brasilianer präsentierten ihr Land in landestypischen Trikots und Hüten. Die chinesischen Teilnehmer führten traditionelle Tänze und Lieder auf. Die Teilnehmer aus Israel inszenierten ein Schauspiel, warum man nach Israel reisen sollte, und veranstalteten dazu ein Quiz. Der beste Beitrag kam aus Singapur: ein Rap, begleitet von einer Präsentation über das Land.

Abschied

Die Abschlussfeier war für alle Teilnehmer sehr bewegend. Eine Filmdokumentation des Camps führte mir vor Augen, wie großartig diese zwei Wochen waren. Ich nehme viele tolle Erlebnisse und unvergessliche Erinnerungen aus Korea mit. Auf dem Camp habe ich Freundschaften in alle Welt geknüpft. Und vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen bei gegenseitigen Besuchen. Die Teilnahme an ISEC 2010 war eine wunderschöne Erfahrung.

Julia Désirée Krämer erhielt im Mai 2010 den Sonderpreis der DUK zu "Jungend forscht" für ihre Arbeit "Faszination Penrose-Parkettierung" im Fachbereich Mathematik/Informatik.

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