August 2009
Zukunftswerkstatt für nachhaltige Entwicklung
Biosphärenreservat Bliesgau auf der Bundesgartenschau
Wie Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang gebracht werden können, das zeigen die Biosphärenreservate. Auf der Bundesgartenschau in Schwerin stellen die 15 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate ihre Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung vor. Vom 31. August bis 13. September 2009 steht das Biosphärenreservat Bliesgau im Mittelpunkt.
Das Biosphärenreservat liegt im Südosten des Saarlandes, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Frankreich. Die jahrtausendelange Nutzung durch den Menschen hat die Kulturlandschaft geformt. Städtische, ländliche und natürliche Räume, durchzogen von der Wasser- und Lebensader Blies, sind in einer fruchtbaren Wechselwirkung entstanden. Natur und Kultur sind hier die stillen Baumeister, die die vorhandene Vielfalt zur Einheit des Biosphärenreservates verbinden.
Der Bliesgau ist eine der artenreichsten Landschaften Europas. Auf seinen Muschelkalkböden kann man nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden Orchideenarten bewundern. Im Süden prägen Streuobstwiesen, historische Weinberge, bewaldete Höhen und die ausgedehnten Auen der Blies das Landschaftsbild, im Norden der markante Wechsel zum Buntsandstein mit großflächigen Buchenwäldern und städtischen Strukturen. Mit 310 Einwohnern pro Quadratkilometer zählt der Bliesgau zu den Biosphärenreservaten mit der größten Bevölkerungsdichte.
Die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Natur und Kultur mit all ihren Facetten, Einflüssen und Veränderungen ist einer der Schwerpunkte des UNESCO-Biosphärenreservats. Es ist eine Zukunftswerkstatt für nachhaltige Entwicklung. Gerade die einzigartige natürliche und kulturelle Vielfalt in einer Modellregion mit hoher Besiedlungsdichte wie dem Bliesgau schaffen hierfür geeignete Voraussetzungen.
Das Biosphärenreservat hat die Aufgabe, zusammen mit der Bevölkerung Projekte für eine nachhaltige Regionalwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen. Erfolgreiche Projekte sind das "Bliesgau-Regal", bei dem Produzenten aus der Region Apfelsaft, Wurstspezialitäten oder Kräuteröle gemeinschaftlich vermarkten. Erneuerbare Energien werden ebenso gefördert wie Bildung für nachhaltige Entwicklung. Auf der BUGA stellen regionale Akteure aus dem Bliesgau ihre Projekte vor und zeigen, was es heißt, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften.
Die UNESCO hat den Bliesgau im Mai dieses Jahres als Biosphärenreservat anerkannt. 2009 ist das "Jahr der Biosphärenreservate", das im Rahmen der Bundesgartenschau mit einem Festakt am 21. August gefeiert wurde. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Schirmherr des Jahrs der deutschen Biosphärenreservate, sagte: "Diese Modellregionen ermöglichen exemplarische Erkenntnisse über die Wechselwirkungen von natürlichen und gesellschaftlichen Prozessen". Biosphärenreservate seien deshalb so wichtig, weil sie einerseits die Möglichkeit böten, "die Natur der Natur zu überlassen", und andererseits Tourismus und regionale Wertschöpfung zuließen.
Auf der Bundesgartenschau laden die UNESCO-Biosphärenreservate dazu ein, den besonderen Wert dieser Kulturlandschaften kennen zu lernen.
Weitere Informationen:
Mensch und Biosphäre - das Konzept beim Wort genommen
Website des Biosphärenreservats Bliesgau
unesco heute online • Redaktion: Dieter Offenhäußer / Kurt Schlünkes
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